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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Akka
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Es wird Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
Wie oft schon hatte „es“ in Deinem inneren Angst?
ICH LIEBE MICH!
AKNOM
   Akka sitzt an ihrer Kochstelle und starrt in die kleinen Flammen, die vor ihr auflodern. Obwohl es in den Canyons nicht kuehl ist, ist ihr die Waerme stets wohl, um ihre Gedanken zu beruhigen. Und beruhigen muss sie sich, nach allem, was da draußen geschieht. Die alte Frau, die ihre langen grauen Harre stets zu einem adretten Dutt gewickelt hat, ist heute straenig, zerzaust und hat fuerchterliche Angst. Immer wieder gehen ihr die Worte des Lichts durch den Kopf. „Du musst hinaus! Du bist die Einzige, die der Welt die Wahrheit erzaehlen kann!“    Akka hat ihren beige farbigen Lijwhan wie einen Schal umgewickelt und wiegt sich leicht vor und zurueck, summt ein altes Kinderlied, das Soraya ihr immer vorgesungen hat, als sie in Aknom lebte - damals. Sie! Hinaus in die Welt? Sie war seit Atnos kaum noch weiter, als wenige Schritte um ihre Hoehle gegangen vor Furcht, weil sie es dort draußen nicht aushaelt. Nur hier drin, in ihrer kleinen Hoehle, ist sie sicher vor dem Dunklen da draußen.    Als die erste große Erschuetterung kam, hat Soraya den einzigen Adthoghan zu ihr versiegelt, damit die Arachniden sie nicht finden koennen, wenn Aknom faellt. Soraya war die einzige, die sie jemals verstanden hat, die Zugang zu ihr hatte. Und jetzt ist sie fort. Akka kann ihre geliebte Freundin in den Felsen nicht mehr fuehlen. Dicke Traenen kullern ihre Wangen hinab und sie wiegt sich schneller vor ihrer kleinen Flamme vor und zurueck.  „Du must hinaus!“      Wieder und wieder erschallen die Worte in ihrem Verstand, versuchen Einlass zu erhalten und sie daran zu erinnern, wer sie wirklich ist. Das Licht war nicht boese zu ihr, nein. Es kam immer wieder und sprach ueber viele Dinge aus ihrem Leben, ueber das, was dort draußen geschieht. Vieles, was Akka bereits weiß, denn sie hat die Gabe des „Weitfuehlens“.    Ueber den Felsen kann sie fuehlen, wie viele sich in ihrer Naehe aufhalten. Sie kann nur nicht sagen, ob es Freund oder Feind ist? Seit damals ... ist sie in diese Hoehle geflohen und nur Soraya wußte, dass sie hier ist. Sie wollte fort von allem, fort von Aknom, fort von ... . „Mhm mhm, mhmmm mhm mhm, mhm mhmmm, mhmmmm mhm mhm ...“ Das summen beruhigt sie, wenn sie das alte Schlaflied hoert und sich an die gluecklichen Momente in ihrer Kindheit erinnert. Als alles noch nicht so ... finster war.  „Bitte, geh hinaus! Sonst werden alle umsonst gestorben sein!“     „Geh weg!“ Ruft sie in ihrer Hoehle laut und schaut sich um. Ihr Bett hinter ihr, die Kochstelle vor ihr und eine kleine Seitennische mit einer Wasserquelle zum Waschen. Ein winziger Lebensraum, in deren Mitte Akka sitzt und ihre angewinkelten Knie umklammert. Im Augenblick ist ihr selbst das Wenige noch zu viel.    „Alle werden umsonst gestorben sein, wenn es niemanden gibt, der es erzaehlt!“     „Geh endlich weg! Da draußen werde ich sterben!“ Sie schlaegt um sich und versucht einen Gegner zu treffen, der nicht mehr da ist. Sie ist vollkommen allein - mit ihren Daemonen. Ihre Hoehle war stets ihre Zuflucht vor dem da draußen und anfangs hat ihr das Licht gut getan. Aber jetzt ist es fort und in Akka regt sich etwas sehr altes und laengst vergessenes, das sich in ihr Bewusstsein hochgraebt. Schnell schlaegt sie wieder die Arme um ihre Knie und wiegt sich vor und zurueck. „Nein, nein! Das kann nicht sein!“ „Mhm mhm, mhmmm mhm ... .“  „Alle werden umsonst gestorben sein - und Du bist Schuld!“     Akka holt tief Luft und erstarrt. „NEIN, Neien ....!“ Verzweifelt wehrt sie sich gegen ihre Daemonen. „NEIN! Ich ... hatte keine Wahl! Ich werde da draußen sterben!“ Sie wiegt sich schneller und beginnt sich ueberall zu kratzen. Sie glaubt, Ameisen beginnen ueberall auf ihren Koerper herum zulaufen, auf den Beinen, den Armen am Ruecken. „Nein!“ Sie schlaegt nach den Ameisen, die ueber sie herfallen, waelzt sich hin und her und beginnt zu zappeln. „NEIN!“ bruellt sie immer wieder und weiß, dass sie diesen Kampf nicht mehr gewinnen kann. „Mhm mhm, mhmmm mhm ... .“ Mit Muehe schafft sie es, ihre Angst und Schuldgefuehle nieder zu zwingen. Die Daemonen, die im Dunkeln ihrer Hoehle lauern und sie auf einer Ebene quaelen, die Akka nicht sehen kann. Sie kann sie nur fuehlen, die Enge, die Schwere, der sie am liebsten entkommen will. Akkas Nackenhaare stellen sich auf, als sie den Atem der Schuld spuehrt.   „Alle werden umsonst gestorben sein - und Du hast sie getoetet!“     Akka springt auf und stuerzt auf ihr Bett zu, verkriecht sich dort unter ihrer Decke, wickelt sich ganz fest ein und haelt sich die Ohren zu. „Ich hoer Dich nicht, ich hoer Dich nicht und wenn ich Dich nicht hoere, bist Du nicht, dann bist Du nicht! Ich hoer dich nicht ... !“  Die Schuld kommt naeher, setzt sich fast schon liebevoll an ihr Bett, streicht ihr sanft ueber das Haar und fluestert.  „Und doch ist es wahr, ist es wahr.“     Akka wirft die Decke zurueck und bruellt ihre Hoehle an. Bruellt und ruft und schreit, bis sie sich schwer atmend auf den Boden fallen laesst. Die grauen Haare haengen ihr straenig in das alte, faltige Gesicht, ihre Haende zittern. Apatisch starrt sie ins Leere und spuert von ganz tief unten das Uralte hoch kommen. Spuehrt den Klos im Hals, der sie ein leben lang am Durchatmen gehindert hat, das tiefe Beben im Bauch, wenn das Zwerchfell sich erinnert, wofuer es erschaffen wurde. Ihr Lijwhan, der ein feiner Rauchstrang ist, flattert an ihrem Hals, wie ein Schal im Wind. Endlich, mit einem schluchzenden Klagelaut bricht alles aus Akka heraus. Ihre Scham, ihre Feigheit, ihre Wut, der Schmerz und die Angst, die sie ein Leben lang an diese Hoehle gekettet hat. Sie weint bitterlich, schlaegt die Haende vor ihre Gesicht und laesst einfach los. Laesst dem Kummer aufbrechen ueber die vielen verlorenen Jahre in Einsamkeit und Isolation. Immer wieder bebt ihre Brust und sie atmet hektisch, weil sich die Trauer in ihr bricht. Dann weint sie stumm weiter, bis keine Traene mehr fließen kann.     Akka starrt wieder auf ihre kleine Flamme, die ihren Kampf unbeschadet ueberlebt hat. Sie betrachtet den Tanz der kleinen Flamme, die das Leben feiert, in jedem Augenblick. So klein, und doch jederzeit bereit, ein Leuchtfeuer zu entzuenden.  Sie fasst einen Entschluss und steht auf. Schnell richtet sie ihre Haare zurecht, schluepft in eine dicke Jacke, und nimmt ein paar Schluck des Wassers in ihrer Niesche, das stetig aus dem Fels troepfelt. Sie geht einen kleinen und sehr schmalen Irrweg entlang, ehe sie an einem Durchgang kommt. Dort bleibt Akka stehen. Immer noch ein wenig aengstlich beruehrt sie den Felsen und fuehlt hinaus in die SpielWelt. Sie ist nicht allein an ihrem Ort, was ihr Angst macht. Dennoch will sie es wagen und tun, was das Licht ihr gesagt hat. Sie weiß, dass sie mit dieser Schuld nicht leben will und ist entschlossen, es zu versuchen.  Ihre Hoehle ist in einer uneinsichtigen Spalte tief in den Canyons verborgen. Niemand, der von ihr weiß, wuerde sie vermuten. Soraya hat den Zugang zusammen mit Luuk erschaffen, eine geschickte Taeuschung  - fuer ein Gefaengnis, das nicht gefunden werden soll. Akka spuehrt drei Bewegungen in der Naehe. Sie kann nicht sagen, ob es Mann oder Frau, Freund oder Feind ist? Ihre Haende beginnen zu zittern und sie waegt ab, nicht doch lieber wieder in ihre Sicherheit zu gehen. Doch die Schuld haelt sie ab und scheucht Akka aengstlich und so gut es ihre alten Beine zulassen weiter.    „Bist Du Dir sicher, dass das der Weg ist, Balsar?“ Akka erstarrt. Die Stimme ist ganz nahe, fast schon zu Nahe. Sie weicht in eine kleine Spalte zurueck und lauscht weiter.    „Nein, aber Jim hat uns diesen Weg erklaert, hinauf in die Canyons zu dem Feld. Dann werden wir es schon sehen.“    „Hoffentlich leben noch genug.“     Aka haelt den Atem an und presst sich ganz fest in duesternis der Felsspalte. Sie hat sich geirrt, die Stimmen werden gleich an ihr vorbei kommen. Und genau auf ihrer Hoehe bleiben die Schritte stehen. Akka presst ihre Haende an den Mund und betet innerlich still.    „Was ist los, Balsar?“    „Ich weiß nicht. Fragt Ihr Euch nicht, warum hier keine von den Biestern rumgeistern?“ Schweigen.    „Hat Jim nicht was von einer Falle gesprochen? Oder die Wissen, dass ihnen niemand das Futter klaut?“ Schweigen.     „Vermutlich hast Du recht, Ohf. Gehen wir weiter.“    Erst als die Schritte weit genug weg sind, wagt sie laut zu atmen. Akka verharrt noch einen Moment und geht dann vorsichtig weiter, ihre Haende stetig auf den Felsen, damit ihr das nicht noch mal passiert. Ein lautes Fluchen laesst sie erstarren.    „Was zum großen Samrat...?“    „Das ist ein Schlachtfeld. Ein Schlachtfeld von einem Fressbufett. Verdammt, wir kommen zu spaet.“    Akka verharrt steif und lauscht weiter. Sie hoert Schritte, knirschende und Knackende Geraeusche, wie von Zweigen. Sie wagt sich nicht weiter vor, so lange die Maenner da sind und lauscht weiter. Das Licht hat ihr nicht gesagt, dass sie mit denen sprechen muss. Nur lauschen und ... beobachten. Akka beißt sich auf die Lippe, fuehlt in den Stein hinein. Die Maenner sind ganz nah. Kann sie es wagen? Oder reicht es, wenn sie hinterher beobachtet? Ja genau, sie wird schauen, wenn die Maenner gehen und einen kurzen Blick erhaschen.    „Das muessen Zehntausende ... ach was, viel mehr sein? Balsar, meist Du, die haben alle Bewohner von Aknom ... ?“     „Das werden wir raus finden, Ohf. Gehen wir.“    „Nach Arjen?“    „Nein, nach Aknom. Ich will von Arroc die Listen haben, ueber die Gefangenen.“    „Balsar, meinst Du das ist eine Gute Idee? Dem Oberbefehlshaber der Arachniden damit zu konfrontieren? Der Hunderttausende dieser Biester befiehlt? Ich bezweifle, dass das Reich ueberhaupt Kenntis davon hat, wie viele Rebellen hier in Aknom gelebt haben? Sie konnten ja nicht rein und nachzaehlen! Die Arachniden haben sich hier nach Herzenslust austoben koennen und niemand wird das Fehlen von Tausenden oder Hunderttausenden jemals bemerken. Weil niemand hier draußen weiß, wer dort drin gelebt hat!“    „Aber das Reich weiß, dass wir hier sind und wir koennen nicht zulassen, dass sie einfach so toeten. Arroc kann uns nicht so einfach ...? Du hast recht. Wenn wir es auf diese Weise angehen verschwinden wir auf dem naechsten Knochenfeld und Arroc schiebt es auf die Rebellen, oder einen Hinterhalt.“ Schweigen.    „Gehen wir nach Arjen zurueck. Raf und Jim sind bereits dort.“     Akka hatte sich waehrend des Gespraechs leicht nach vorne gewagt, jetzt huscht sie schnell in ihr Versteck zurueck und wartet, bis die drei Maenner zwischen den Felsspalten verschwunden sind. Dann erst traut sie sich, weiter zu gehen, an dem Punkt, wo die Soldaten sich unterhalten haben. Die Worte Knochenfeld und Schlachtfeld machen ihr Angst und sie spuehrt, dass sie hier ganz schnell weg will, es gar nicht sehen will. Akka kontrolliert zum gefuehlt hundersten Mal, ob sie wirklich alleine ist, aber sie spuehrt keine andere Schwingung mehr. Zum esten Mal ist sie froh, dass sie nicht die Fahigkeit von Soraya besitzt, mit den Schwinungen auch die Bilder sehen zu muessen. Oft war Soraya mit tiefen Sorgenfalten und Kreidebleich zu ihr gekommen und sie haben sich nur an die kleine Feuerstelle gesetzt, geschwiegen und eine Tasse Bruehe getrunken. Schweigen und Bruehe trinken war ihr Ritual. Keine Fragen, keine Geschichten, keine schrecklichen Worte. Soraya hat ihr nie ein Wort von dem, was sie sieht oder belastet erzaehlt und Akka hat nie danach gefragt. Sie hat nur geschwiegen und ihr Gesellschaft geleistet, bis Soraya wieder laechelte.    Akka findet es immer noch graesslich, wie viel die Welt da draußen redet und redet. Es gibt kaum noch jemanden der gut schweigen kann, einfach nur Gesellschaft leisten kann. Sie wischt die Traene fort, die irre Wange hinab fließt. Nein, Soraya kann sie spaeter betrauern, wie all die anderen. Sie hat eine Aufgabe. Akka holt tief Luft und wappnet sich auf das Schlimmste, als sie hinaus geht auf das tote Feld. Und dennoch ist nicht vorbereitet auf das. Knochen so weit sie sehen kann, nur schwarze verbrannte Knochen und ueberall diese feinen schwarzen Rauchfaeden. Akka bekommt langsam eine Ahnung davon, was die letzten dreißig Djews in Aknom geschehen war und wie viel Leid die Stadt ertragen musste. Sie weint und trauert um all jene, die gestorben sind. Sie kann nicht verstehen, wie der Große Traeumer das zulassen kann?     So viel Leid und Tod. Wo liegt der Sinn darin?
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Teil 1 des WebBooks neigt sich dem Ende.    Wenn es Dir gefallen hat, dann schreib uns eine Rezension und zeig deinen Freunden die SpielWelt.   Wenn Du wissen willst, wie das phantastische Abenteuer weiter geht, dann Sei gespannt auf Teil 2.
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   Dann sieht sie es, tausende Augenhoehlen von toten, kahlen Schaedeln, die alle auf sie gerichtet sind, als ob sie Akka anklagen wollen. Als ob sie sagen wollen, Du hast nichts getan, dich verkrochen und lebst, waehrend wir alle sterben mussten. Akkas Herz setzt einen Moment aus, als das Skelett rechts von ihr seine Knochenhand hebt und mit dem Finger auf sie zeigt.   „Du bist Schuld, Du bist Schuld, Du bist Schuld!“     Alle Schaedel sitmmen in den Singsang ein, ein Chor schwillt an, tausender Seelen, die Akka anklagen. Panisch fluechtet sie davon, eilt durch die Felspalten, so schnell sie von ihren alten Fueßen getragen wird, begleitet von dem anklagenden Bild des Todes, dass sich ihr tief in die Netzhaut eingebrannt hat und sie fuer den Rest ihres Lebens verfolgen wird. Ihr Atmen geht rasselnd, sie keucht und spuehrt einen stechenden Schmerz in der Seite, aber sie bleibt nicht stehen, sie will weg, weg von den Blicken, weg von der Schuld am Leben zu sein, weil sie sich versteckt hat. Sie verfaellt in einen langsamaren Trab, humpelt fast. Es ist ihr egal, nur weiter ohne Ziel, das Grauen in ihrem Genick abschuetteln. Erst, als sie nicht mehr kann, bleibt sie stehen und versucht wieder zu Atem zu kommen. Sie hustet mehrmals und spukt Schleim, schmeckt das Salz von ihren Traenen auf der Zunge. Es dauert eine Weile, bis sie sich beruigt hat und den Schrecken los wird. Dann erst bemerkt sie ihren Fehler, hastig fast Akka an die Felsen und fuehlt. Erleichtert atmet sie auf, sie ist allein. Sie schalt sich fuer ihre Dummheit, einfach so, wie ein kleines veraengstigtes Kind davon zu rennen.     Alles moegliche haette hier auf sie lauern koennen! Akka sieht sich um und erkennt, dass sie an ihrem Lieblingsplatz außerhalb Aknoms gelandet ist. Ein Stueck weit oberhalb vom See an einer kleinen Felsniesche. Geschuetzt, um von unten nicht gesehen zu werden und doch den schoenen Blick auf den Danus Sa vie zu haben. Viele Male war sie hier gesessen und hat einfach die karge Schoenheit genoßen. Das Farbenspiel des Sees, als es noch die Traeume in der SpielWelt gab und er in allen buten Farben erstrahlte. Heute ist der See eine graue und sterbentruebe Masse, die nur noch vereinzelt in dem Lijwhan von Aknom leuchet, ein sattes Rosè. Akka erkennt in diesem Moment, dass das Leben, dass sie in Aknom haette fuehren koennen, vorbei ist und sie jetzt wie alle in der SpielWelt einer grauen Zeit entgegen geht, die von einem schwarzen Rauchnetz umhuelt sein wird. Alles beginnt zu sterben und sie bedauert, niemals gelebt zu haben.    Ein schmerzerfuelltes Gebruell reißt sie aus ihren Gedanken. Akka kauert sich hinter einem Vorsprung zusammen und schaut hinab auf den See. Eine Lichtfontaene schießt daraus hervor und blendet sie im ersten Moment. Das Licht strahlt senkrecht in den Kemelom hinauf und flutet den ganzen Kessel. Akka kneift ihre Augen zusammen und haelt ihre Hand vor das Gesicht. Dann bekommt sie nackte Panik. Sie fuehlt es, lange bevor sie es sehen wird. Sie fuehlt unendlich viele Bewegungen in ihrer Naehe. Schnell und unruhig, eine ganze Masse, die sich ihren Weg aus dem Kessel bahnt. Einige kommen ganz nah an Akka vorbei und sie bekommt Panik. Dann sieht sie es. Sie sieht die ersten schwarzen Punkte unten aus dem Portal auftauchen. Und dann kommt eine Regelrechte Flut, eine schwarze Masse, die heraus fließt und sich an den Felswaenden ihren Weg hinauf bahnt, weg von dem Licht. Akka macht sich ihn ihrer Niesche ganz klein und betet zum Traeumer, als die ersten dieser Bewegungen neben ihr die Felswand hinauf klettern. Sie betet und hofft, dass es dieses Mal einfach nicht geschieht.    „Ich hoer Dich nicht, ich hoer Dich nicht und wenn ich Dich nicht hoere, bist Du nicht, dann bist Du nicht! Ich hoer dich nicht ... !“ Wieder und wieder sagt Akka sich im stillen die Worte und zittert um ihr Leben. Ein Fauchen in ihrer Naehe laesst sie erschaudern. Und dennoch regt sich etwas in Akka, ein Gefuehl, dass sie lange verdraengt hat - Neugier. Sie oeffnet die Augen und dreht den Kopf ein wenig, um nach oben schauen zu koennen. Ueber ihr haengt einer dieser riesigen Wilden, von denen Soraya ihr erzaehlt hat.     Er klebt irgendwie an der Wand. Sie sieht einen starken und riesigen schwarzen Koerper, seine nackten Arme mit unzaehligen dicken Haaren uebersaeht. Und dann dreht der Wilde seinen Kopf zu ihr herab. Seine Kiefer oeffnen sich und er faucht sie an. Akka stirbt tausend Tode in dem Moment. Sie kann den Blick nicht abwenden von den schwarzen Scheiben, die er statt Augen an dem kahlen grauen Schaedel hat. Ihr panisches Gesicht spiegelt sich darin und sie sieht tausende Anklagende Augenhoehlen von Totenschaedeln darin, die sie jetzt holen wollen. Dann ist es vorbei.  Akka ist vollkommen erstarrt und reagiert mehrere Herzschlaege lang nicht. Dann erst begreift sie, dass der Wilde fort ist, geflohen mit den anderen, die immer noch die Felswaende des Kessels um den See erklimmen, um aus Aknom zu fliehen. Das Licht war inzwischen erloschen. Akka sackt in sich zusammen und beruhigt sich erst, als die Bewegungen um sich weniger werden und nach und nach verschwinden. Erst jetzt bemerkt sie, das Feuchte und Warme, dass zwischen ihren Beinen herab laeuft. Akka schmunzelt darueber. Sie ist dem Tod noch mal entkommen und eine nasse Unterwaesche ist da jetzt ihre geringste Sorge. Bis sie an eine Blasenentzuendung denkt und sich aufrafft, zumindest nicht auf dem kalten Felsen zu sitzen. Akka schaut auf den See hinab, es sind nur noch wenige dieser schwarzen Wilden auf der Flucht, die sie von hier aus nur als kleine Punkte erkennen kann. Sie hat keine Ahnung, wie lange sie jetzt schon hier ist, aber sobald die letzten Kahlschaedel, wie sie das Ungetuem von jetzt an nennen wird, weg sind, wird sie in ihre Hoehle zurueck gehen. Sie ist muede und braucht dringend frische Unterwaesche.    „NEIN! Raf, Eileb! Du Scheißkerl, Du verdammter Haufen Wuestendreckfresser. Wenn ich wieder komme, dann bist Du Derjenige, der endlich leidet!“    Akka schreckt zusammen, als sie den lauten Schrei hoert. Vor lauter Sorge um die Kahlschaedel hat sie gar nicht bemerkt, wie ein Schirmflieger aus dem See aufsteigt. Ihr Herz will schon vor Freude huepfen, dass doch die Traeume zurueck gekehrt sind, um sie alle zu retten, da wird ihr klar, dass sie den Kristall nicht mehr spuehrt. Seine Kraft ist fort. Sie spuehrt dort unten im Fels ... nichts. Was ist geschehen?     Der Schirmflieger steigt hoeher und hoeher und Akka muss die Augen zusammen kneifen, um den zappelnden Mann daran zu erkennen. Was hat das zu bedeuten? Angst schnuerrt ihre Kehle zu, eine furchtbare Angst, das etwas ganz schreckliches geschehen ist.
„Dimar damalvar Salamat“      Akka zuckt und verzieht schmerzhaft das Gesicht. Sie spuehrt eine Bewegung ueber ihr und als sie die Augen oeffnet steht sie vor einer massiven Felswand. Ihr entfaehrt ein Schrei und sie tastet panisch die Wand ab. Sie eilt so schnell sie kann zur naechsten Spalte, die einen Blick auf den See gewaehrt und endet wieder vor einer massiven Felswand. Akka versucht hinein zufuehlen, taucht in die Schwingung ein, aber sie fuehlt ... nichts. Als ob alles dahinter ... tot waere, oder ... Leer?    Der aengstliche Schrei eines Saeugling holt sie in den Augenblick zurueck. Akka betastet die Felswand neben sich und kann drei Schwingungen fuehlen, die ihr sehr nah sind, zu nah, genau auf dem kleinen Plateau direkt ueber ihr. Eine davon kennt sie nur aus Erzaehlungen, die andere tut ihr in dieser Gesellschaft leid, aber die dritte laesst ihre Knie zittern.    „Nein. Nicht der Schatten!“   „Ei, ei, ei, was kommt vorbei.  Ist hier um seine Trophaee zu holen, mal sehen, ob es sich wird lohnen.“      Akka kann nur Zischlaute verstehen, die von dem Wimmern des Saeuglings begleitet werden.   „Ein Deal, ein Ziel, Das Meine ist damit erfuellt, Deins mich noch in Freude huellt.“      Akka hat diese kraechzende Stimme noch nie zuvor gehoert. Sie ist einfach nur graeßlich und laesst sie am ganzen Koerper schaudern. Von dem Schatten kommen wieder nur Zischlaute als Antwort. Dann hoert sie einen halb erstickten Schrei und spuehrt nichts mehr. Keine Schwingung, keine Energien. Akka versucht alles, was sie gehoert hat, zu verarbeiten. Sie betrachtet die Felswand vor sich, wo einst Aknom war und befuhelt den Stein erneut. Nichts. Keine Schwingung, keine Energie, nichts, als ob er nicht existiert, nicht lebendig ist. Dann beruehrt sie den Fels neben sich und fuehlt Leben unter ihrer Hand pulsieren. Der Fels, Mineralien,  Emir. Sie ist allein, aber sie kann etwas fuehlen, was sie lange Zeit abgelehnt hat - das Leben im Fels. Akka betrachtet traurig die tote Felswand und versteht jetzt, warum das Licht wollte, dass es irgend jemand hier draußen erfahrt. Aknom ist nicht mehr, ist verschwunden und wenn sie hier bleibt, ist sie vollkommen allein. Es ist niemand mehr hier, der nach ihr suchen wird, niemand wird sie hier finden und wenn sie stirbt, stirbt auch die Erinnerung an das, was einst war.    In ihrem Geist taucht das Bild der vielen anklagenden Schaedel auf, diese kalten schwarzen Augenhoehlen, die sie direkt anstarren und darauf warten, was Akka jetzt tun wird. Sie fuehlt sich schuldig, am Leben zu sein und doch spuehrt sie, dass sie den Toten ein Gesicht zurueck geben kann, ihre Geschichte erzaehlen, was hier geschehen ist. Sie sehnt sich nach Ruhe und ihrer Hoehle und die Aufgabe macht ihr Angst. Wenn sie einfach nur hier bleibt? Sie ist alt und wird bald sterben? Dieser graessliche Zwerg mit der haesslichen Stimme weiß es doch auch.  „Aber er wird nicht verraten, was er getan hat!“     Ihr Herz macht ploetzlich einen Stolperer und pocht ganz fest gegen ihre Brust. Akka greift sich an die Brust und glaubt schon dem Ende nah. Ihr wird heiß und kalt und sie kann im ersten Moment nicht einordnen, was da in ihr los ist. Sie fuehlt sich ... beobachtet? Verstohlen schaut sie sich in alle Richtugnen um, aber sie sieht niemanden. Als sie den Fels erneut beruehrt, fuehlt sie keine Schwinung, sie ist allein, es ist niemand hier ... und doch wird sie dieses seltsame Gefuehl nicht los. Das Gefuehl beobachtet zu werden? Akka versteht es nicht, wieso...? Ihre Augen werden groß, kann es sein? Ist vielleicht der Traeumer ... ?  Akka weiß nicht woher, aber sie glaubt felsenfest daran, dass der erste große Traeumer sie jetzt im Moment sieht, irgendwo, auf der anderen Seite.    Und sie hofft, dass sie mutig genug sein wird, nein ist. Sie wird ihn nicht enttaeuschen, nicht nochmal. Sie wird dafuer sorgen, dass die Welt nicht vergisst.  Akka beschließt ihre Hoehle zu verlassen ... .
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