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SpielWeltv3 - Arjen - Titel
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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Arjen
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Es wird Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
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   Ein Stoehnen zwischen dem Wurzelwerk hinter ihn laesst ihn aufhorchen. Eileb verharrt noch einen Moment, dann wendet er sich behutsam und langsam ab und weicht von der schier endlosen Klippe zurueck. Er kaempft sich wenige Schritte zu den großen Brettwurzeln eines alten Kapokbaumes. Wieder ein leises Geraeusch aus den Schatten der hohen Wurzeln. Eileb klettert zielsicher ueber ein paar Auslaeufer und geht in den verschlungenen Wurzelpfad hinein. Vor ihm auf dem Waldboden liegt ein Soldat der behutsam und noch etwas benommen den dicken Lainenverband an seinen Kopf befuehlt. Die Verwunderung steht dem Soldaten deutlich ins Gesicht geschrieben, als er Eileb und damit seinen Retter erkennt.    Es ist Nr. 068, der eben noch in den Bergen am Fuß eines Kessels in einer Nische gekniet und auf seinen Tod gewartet hat. Jetzt liegt er mitten im tropischen Regenwald unter alten Baumriesen und hat keine Ahnung wo er sich befindet. Er fuehlt sich schwach, das kann Eileb deutlich spueren, aber noch andere Stimmungen und Schwingungen gehen von ihm aus - Verwirrung und auch Misstrauen.    „Bleib ganz ruhig.“ Eileb versucht ihn mit seiner waremen und angenehmen Stimme zu beruhigen. Doch der Soldat weicht bis ganz an die Wurzeln in seinem Ruecken zurueck und streckt die linke Hand von sich.    „Warte... . Bleib ... bleib genau da ... stehen.“ Bei jedem Wort kneift er seine Augen zusammen und holt schwer Luft. Er hat Schmerzen, vor allem beim Atmen, wie Eileb erkennt. Was kein Wunder ist, mit mehreren gebrochenen Rippen.    Eileb hebt zum Verstaendnis seine Arme und bleibt ruhig stehen, gibt dem Soldaten Zeit, zu sich zu finden. Er kann keine Schwingung in der Umgebung wahr nehmen, die Gefahr bedeutet, was ihnen Zeit verschafft. Nummer 068 hieft sich unbeholfen und mit großer Anstrengung in eine sitzenden Postion und lehnt sich schwer atmend gegen die schraege Brettwurzel in seinem Ruecken. Er betrachtet den seltsamen Mann vor sich ganz genau. Offensichtlich ist er blind, denn seine Augen sind reines, weißes Licht. Dennoch kann er irgendwie sehen, was er an seinen normalen Bewegungen erkennt. Ohne zu zoegern weicht der Inghros einen Schritt zurueck, setzt sich und lehnt sich gegen eine Brettwurzel dem Soldaten gegenueber. Keine Unsicherheit oder vorsichtiges Tasten, wie es Blinde normalerweise tun. Und kein Blinder bewegt sich so flink und sicher durch einen unbekannten Bewegungspunkt. Dieser Inghros sieht definitiv irgend etwas, vielleicht sogar mehr, als er selbst. Neugierig fasst sich der Soldat erneut vorsichtig an den dicken Verband am Kopf, zuckt jedoch sofort zusammen. Wie lange er wohl bewusstlos war?    „Du warst mehrere Beshmi ohne wachen Geist, wenn Du das Wissen willst. Ich habe Deine Verletzung an der Stirn so gut es geht verbunden. Mehrere Rippen sind gebrochen, ob innere Organe verletzt sind, kann ich noch nicht sagen. Also beweg Dich so wenig, wie moeglich.“ Eileb spricht es ruhig und deutlich aus. Es widerstrebt ihn, Tawo`s Leiden zu lassen und diesen Tawo vor sich haette er in Herzschlaegen heilen koennen, aber er wollte ihn gefangen nehmen und die Verletzungen sind ein Vorteil fuer Eileb - zumindest, bis er weiß, was es mit dem Soldaten auf sich hat.  Nummer 068 legt den Kopf schief und kneift die Augen zusammen.     „Wer bist Du?“    Eileb ueberlegt einen Moment, waehlt seine Worte mit bedacht.    „Ein Inghros.“ antwortet er einfach und zurueckhaltend.    „Das weiß ich.“ antwortet Nummer 068 genervt, keuchend ausatmend, ehe er gleich darauf schmerzlich zusammen zuckt. „Ich meine ... , was ... fuer einer bist Du?“    Eileb empfindet fast Mitleid mit ihm, aber er kann ihm nicht helfen. Noch nicht. Er laechelt den Soldaten ein paar Kajims lang an. Waegt ab, ob er ihm das Geheimnis anvertrauen kann, oder nicht. Der Soldat vor ihm blickt ihn erwartungsvoll an, hat nicht den Hauch einer Ahnung, dass Eileb seine Schwingung genau studiert, jedes Zucken und Flackern der dunklen Rauchschwaden betrachtet mit seinen blinden Augen, um in sein Herz zu blicken. Das einzige, was der Soldat wahr nimmt, ist die Waerme in Eilebs Blick, das Gefuhel von Wahrheit und ... Heimat. Er fuehlt sich genau so, wie oben in den Bergen, waehrend die rauchigen Schatten fuer einen Moment aus seinem Lijwhan verschwinden und ein Strahlen durchblitzt, das sehende Augen als klares koenigsblau erkennen wuerden.    „Ich beherrsche Laisvie.“    Stille. Fuer Momente erstarrt die Welt, als Eileb diese Offenbarung schweren Herzens aber mit tiefen Vertrauen ueber die Lippen gehen. Doch ist es offensichtlich ein Fehler, denn der Blick, den der Soldat ihm jetzt zuwirft, ist alles andere, als gutmuetig. Die schwarzen Rauchschatten lodern erneut auf, von dem strahlenden blau ist jeder Hauch verschwunden. Mordlust und Gier flackern in seinen Augen auf und fordern Vergeltung.
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   Lange Zeit schweigt Eileb und betrachtet teils beunruhigt, teils fasziniert den Kampf im inneren des Soldaten, dessen Blicke ihn regelrecht vernichten wollen. Die Schwingungen, die von dem Soldaten ausgehen sind unruhig und unentschlossen. Sie flackern in einem Kajim lichterloh und bedrohlich, im anderen eine Ruhe und Sanftheit der Resignation und Losgeloestheit. Ohne ein Wort zu hoeren, weiß Eileb ganz genau, dass der Soldat vor ihm zwischen tiefen Verrat und ewiger Dankbarkeit ringt, die er in einem stummen Kampf in seiner Seele austraegt. Durch Eilebs Offenbarung weiß der Soldat, dass er keine Chance hat, und doch waegt er die Risiken genau ab.    Er war der Erste bei ihm unten im Kessel in den Bergen, der ihn, diesen kostbarsten Inghros, gestellt hatte und nur den Abzug seiner Waffe betaetigen musste. Statt dessen hat er sich von ihm, Eileb, in staunen versetzten lassen, weil er fast wie ein Wesen aus einer fremden Welt auf die Swelom der heutigen Zeit, auf ihn, wirkt. Seine lichten Augen, die ihn fuer andere blind erscheinen lassen, und doch durch sein sicheres Auftreten verwirren. Seine Waerme, die er immerzu an die SpielWelt abgibt, ganz zu schweigen von seiner einzigartigen Faehigkeit des Laisviej, die laengst ausgestorben ist. Der Soldat hatte einfach keine Chance gegen diese Schwingung an Macht. Andererseits hat Eileb ihn vor dem Tod gerettet und das weiß der Soldat sehr tief in seinem Semua.     Nach scheinbar endlosen ringen mit sich selbst, sackt er resigniert in sich zusammen und atmet schwer aus. Selbst, wenn er will, kann er ohne Waffe gegen Eileb nichts ausrichten oder ihn gefangen nehmen. Er hat in den Augen des Reiches versagt und ist jetzt ein Rebell und gejagter, wie alle anderen Feinde. Regungslos und in sich gesunken ist nur das schwere Atmen zu hoeren, als der Soldat Nummer 068 alles los laesst und unbewusst eine kleine weißliche Lichtkugel aus seinem Herzen entlaesst, die ihn sanft einhuellt. Eileb wartet geduldig, denn das schlimmste hat er noch vor sich. Ein feines Zucken in der Atmung, das in leises Schluchzen uebergeht, kuendigt ihn an. Dann kommt er, der Schmerz der Klarheit und der Soldat erkennt, dass er eine große Chance fuer das Reich bereits in Haenden hielt und zu schwach war, sie festzuhalten. Er bruellt seine Wut und seinen Schmerz hinaus in die Welt, waehrend das Feuer in seinen Augen entflammt und der dunkle Lijwhan um ihn herum zu einem Inferno aufbirst. Die Schwingung, die aus dem Soldaten bricht, schwemmt alles dunkle aus ihn heraus und draengt selbst Eileb weit an die schweren Brettwurzeln zurueck. Erst, als alles von ihm abgefallen ist, sackt er erneut in sich zusammen im Schein seines wahren Selbst, das in einem reinen koenigsblauen Lijwhan in Form eines Lichtumhanges neu erstrahlt. Eileb rappelt sich erstaunt auf und betrachtet den neuen Swelom vor sich mit leuchtenden und warmen Augen, die nur Licht erkennen. Er gibt ihm noch etwas Zeit, sich zu erholen, ihm, der viel zu lange im Dienst der Dunkelheit gelebt hat.    Nummer 068 blickt sich verwirrt und fragend um, als er das blaue leuchten um sich realisiert. Neugierig dreht er seine Arme und betastet vorsichtig das feine Licht, in das er wie eine Decke eingehuellt ist. Ein Laecheln huscht ueber seine Lippen, als er verstohlen zu Eileb schielt.    „ ... ist ... ist ... das ... ist das etwa mein ... mein eigener Lijwhan?“ seine Augen funkeln und blicken ihn wie ein neugieriges Kind ganz groß an. Eileb nickt nur und schenkt ihm weiterhin seinen warmen Blick.     „Ich ... ich kann es nicht glauben! Ich ... hatte fast vergessen ..., wie es ist ... .“ Dann wird der Blick des Soldaten traurig, als er an die Schatten seiner Vergangenheit ist.    „Wie was ist?“ fragt ihn Eileb.    Wuetend starrt er ihn an. „Wie es ist, im Licht seines eigenen Lijwhan zu strahlen. Wie es ist, sich nicht hinter Dunkelheit verstecken zu muessen, wie alles. Wie es ist, ein Tawo zu sein.“ Wahrend er das sagt, rammt er seine Faeuste in den Boden, um seiner Wut Luft zu machen. Sein Lijwhan flackert bedrohlich, aber das strahlende Koenigsblau nimmt keinen Makel an. Eileb naehert sich dem Soldaten und geht in die Hocke. Seine Lichtaugen sind ganz nah an dem Gesicht von ihm, als er die wohl wichtigste Frage stellt.    „Wie heißt Du?“    Erstaunen. Darauf ist der Swelom nicht vorbereitet. Er starrt fast panische Kajims lang in die Lichtaugen von Eileb, versucht sich krampfhaft zu erinnern. Eileb laechelt nur wissend, seine Augen beginnen von innen heraus noch intensiver zu leuchten. Der Soldat hatte einen Namen, vor langer Zeit bevor er Nummer 0 wurde und sich hoch toetete zu 068. Geschworen hat er sich damals, ihn nie zu vergessen, seinen Namen, als sie ihm die Nummer 0 eingepruegelt und mit Schwingungsfoltern und Gedaechtnismanipulation den wahren Namen herausgerissen haben. Beshmi um Beshmi, Djews um Djews hat er ausgehalten und seinen Namen, wie ein Mantra, gedanklich wiederholt und in einem entlegenen Winkel seines Geistes verwahrt, versiegelt ...     ... bis er eines Tages weg war, geloescht aus seinem Bewusstsein und die 0 alles in ihm beherrschte. Er bemerkt nicht, wie Eileb sich Zugang zu seiner inneren Schwingung in seinem Geist verschafft und ihn durch seinen Gedaechtnispalast fuehrt... .  Seinen Namen ...  Er sieht sich im Geist durch eine dunkle Wueste laufen, einem hellen Licht folgend.  ... seinen Namen ...  Er geht auf einen alten Tempel zu, immer dem Licht hinterher.  ... sein Name ...  Das Licht fuehrt ihn hinein in die Dunkelheit und wandert hinauf, um den Eingang zu erleuchten.  Dort oben findet er eine Inschrift im Schein des Lichtes lodern.  ... ist ...
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ASZIM
   „Aszim, mein Name ist Aszim.“ entgleist es ihm schwer atmend, als ob er in den wenigen Kajims einen Marathon gelaufen ist.     Eileb legt Aszim seine rechte Hand auf die Schulter und fixiert ihn noch intensiver mit seinen Lichtaugen.     „Aszim, gut. Mein Name ist Eileb. Hoer mir jetzt gut zu Aszim. Du bist kein Soldat, Du bist ein wertvoller und wahrhaftiger Teil der SpielWelt. Du darfst hier in Deinem Licht erstrahlen und der Welt Freude, statt Leid bringen. Auch, wenn das Reich es nicht will und jagd auf alle macht, die sich widersetzen. Du bist jetzt genau wie ich ein Feind, weil Du Deine Wahrheit leben willst. Doch Du bist frei und kannst gehen, wohin Du willst und vielleicht dem Reich in die Haende fallen. Oder, Du gehst mit mir und hilfst, die Wahrheit zurueck zu bringen. Es ist Deine Entscheidung.“     Um seinen Worten glauben zu schenken, legt Eileb seine linke Hand an Aszims Verletzte Seite und heilt ihn mit seinem Licht. Aszims Augen werden groß, als sich das Gesicht des Inghros vor Schmerz verzieht und blutende Striemen erscheinen, waehrend sein eigener Schmerz nach und nach abebbt. Eine wohlige Waerme breitet sich in ihm aus und scheint alles Dunkle aus ihm zu draengen. Am Ende fuehlt er sich großartig, waehrend sich die Striemen in Eilebs grauen und fahlen Gesicht nur langsam schließen, bis auf eine feine Narbenlinie am linken Wangenknochen, die zurueck bleibt. Am Ende sackt der Inghros entkraeftet, leichenblas und schwer atmend zusammen.     Aszim starrt ihn die ganze Zeit ehrfurchtsvoll und mit offenen Mund an, unfaehig zu glauben, was da eben geschehen ist. Er hatte schon mit Macht zu tun, aber die Macht dieses Inghros uebertrifft alles. Er begreift, dass dieser Mann sehr, sehr wertvoll ist und er dem Reich niemals in die Haende fallen darf.    Eileb erholt sich nur langsam und Aszim hat zum ersten Mal Gelegenheit sein Verderben und Ueberleben genauer zu betrachten. Der Inghros wirkt auf ihn immer noch, wie ein fremdes Wesen. Sein Lijwhan strahlt in hellem Gelb mit feinen Nuancen in weißgold und umspielt ihn fast wie Fluegel aus Sternenstaub. Seine Kleidung ist sehr altmodisch, lange wallende und vor allem derbe Wollgewaender waren zu Zeiten des altertuemlichen Nekcs modern, aber heute faellt er in dieser schlichten Einfachheit sofort auf. Dieser Eileb braucht neue Kleidung. Aszim steht auf und geht ein Stueck aus den Brettwurzeln heraus, beobachtet den Regenwald um sie. Als er nichts entdecken kann, kehrt er zurueck.    „Warum hast Du mir das Leben gerettet?“ Mit verschraenkten Armen steht er breitbeinig und vollstaendig geheilt vor dem zitternden Ingrhos am Boden. Sein Blick ist Skepsis, aber auch Neugier.    Eileb atmet inzwischen gleichmaeßiger, goennt sich weitere Ruhe. Langsam hebt er den Blick und laesst sein Licht in Aszims Augen scheinen.    „Weil du mir mit Deiner Faehigkeit helfen kannst.“    „... ?“ Das sitzt. Aszim kann nur mit offenen Mund, wie ein Trottel staunen. Er braucht einen Moment, die Frage zu begreifen.    „Ich? Wie meinst Du das?“    Ein feines Laecheln umspielt Eilebs Mundwinkel, ehe er weiter spricht.    „Du besitzt besondere Faehigkeiten und bist eine große Hilfe.“    Na großartig, denkt sich Aszim, das wird ja immer besser. Eben noch eine 0, jetzt ein jemand ganz nah am Status Todfeind des Samrat. Was fuer ein steile Befoerderung.  Er ist sich nicht sicher, ob er wissen will, was das fuer eine Faehigkeit ist. Denn allein die Tatsache, diesen Gedanken zu erhalten und versehentlich in die SpielWelt hinaus zu schwingen, sorgt augenblicklich fuer Greifer.    „Mach Dir keine Sorgen.“ Eileb hat Aszims Gedankenschwingung beobachtet, um seinen Willen und sein Bewusstsein einzuschaetzen. Er hat noch viel Arbeit vor sich.    „Solange Du Dich in meinem Lijwhan befindest, kann niemand die Schwingung Deiner Gedanken aufnehmen.“    Aszim ist erstaunt und konzentriert sich auf den Radius von Eilebs Lijwhan. Das Strahlen ist nur in unmittelbarer Naehe des Inghros intensiv. Je weiter weg, umso mehr verblast er, ist aber immer noch da. Aszim sieht den schwachen Schein kaum, aber er ist mitten drin, als ob ...?    „Ja. Ich beherrsche meinen Lijwhan und kann die Intensitaet und Weite steuern. Du siehst ihn nicht, fuehlst ihn nicht, aber bist doch in ihm. Ich werde es Dich lehren. Erst dann erfaehrst Du welche Faehigkeit Du besitzt, zu Deinem eigenen Schutz.“    „Kannst Du jetzt auch noch meine Gedanken lesen?“ Aszim wird es langsam mit dem Wunderknaben vor ihm zu mulmig. Der scheint ja alles zu koennen und zu wissen. „Nein. Ich sehe nur Deine Schwingung und kann fuehlen, welchen Gedanken sie entspringen. Alle Inghros koennen das, zumindest ueber die Farbe und Intensitaet des Lijwhan.“ Aszim dreht sich und betrachtet seinen eigenen Lijwhan, der hell und rein in Koenigsblau leuchtet. Zumindest kommt es ihm so vor. Die feinen tuerkistoene, die sich an den Stellen bilden, wo beide Lijwhans ineinander uebergehen, das Gelb von Eileb und sein blau, sieht er kaum.    „Was kann ich alles mit dem Ding anst ... .“    Eileb hebt seinen Arm und ist konzentriert. Seine linke Hand ruht auf dem Erdboden. Er wirkt, wie in Trance, seine Lichtaugen flackern unruhig. Aszim kennt diesen Zustand des Inghros nicht, noch nicht, aber er weiß auch so, das Gefahr naht. Seine Nackenhaare stellen sich auf, er atmet langsam und bedaechtig aus und horcht in die Umgebung, kann aber kein verdaechtiges Geraeusch erkennen. Instinktiv greift seine rechte Hand an seinen Waffenholster, der jetzt leer ist. Still flucht er in sich hinein und setzt sich Gedanklich den Befehl „Waffe finden“ an hoechster Stelle. Eileb vor ihm verharrt immer noch regungslos, die Hand erhoben. Doch Aszim hoert immer noch nichts und wird unruhig. Dann strahlen Eilebs Augen und er hebt den Kopf.    „Wir muessen weg. Bald sind Soldaten hier.“ Aszim schuettelt den Kopf. „Ich hoere nichts. Woher...?“    „Wir muessen weg.“ Wiederholt Eileb und erhebt sich. Aszim saeufzt und stuetzt ihn.    „Schoen. Gut. Und wohin?“ Er runzelt die Stirn und schaut sich um. „Wo zum Viejenver sind wir ueberhaupt?“     Eileb laechelt. „Wir sind in Arjen. Und dort hinter der Brettwurzel ist ein freier Adthoghan, der uns weiter nach Aknom bringt.“
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   Das Trio sitzt auf dem Dach einer alten Lagerhalle am Hafendock 54 in Enea, der obersten Sinterterrasse von Arjen und spielt Yaura. Enea ist das Reich der Wohlhabenden und Schoenen. Luxus und Verschwendung finden hier oben seines gleichen, ein Superkreuzer groeßer, als der andere. Schwimmende Inseln delux ist hier oben Trend. Doch auch das Dunkle Reich hat hier sein Quartier und nutzt einen Teil der Hafenanlage für geheime Militaerprojekte, um neue Superschiffe zu entwickeln. Alles streng vertraulich unter den Augen der zahlenden Bevoelkerung von Enea. Hier oben herrschen strenge Kontrollen. Nur registrierte wohlhabende Familien duerfen sich hier oben aufhalten und frei bewegen. Allen Bewohnern unterer Terrassen ist der Zugang verwehrt. Das Reich stellt so den Schutz sicher und kann so frei von unbefugten Blicken die Schiffahrt voran treiben und Experimente durchfuehren. Zur Zeit enwickelt es Schiffe aus Stahl und Glas, beides  Ersatzmaterialien, die erhitzt, gegossen und geformt werden. Vollkommen  anders, als Laisviej. Glas ist nicht so stabil und formbar und die Ingenieure sind erst am Anfang ihrer Entwicklung der Prototypen zwischen Glas und Stahl. Aber dem Reich bleibt nichts anderes uebrig, als diese Forschung zu betreiben. Es gibt keinen Inghros, der Laisviej ueber die Waehrungsherstellung in kleinen Nuggets hinaus beherrscht.     Am Hafendock 54 ist der Inghros Anahtol, der das neue Element Stahl und Glas beherrscht, gerade dabei, seinen Entwurf zu Wasser zu lassen. Der Koloss von über 50.000 Tonnen schwebt auf einem tuerkisblauen Lichtkissen auf das Wasser hinaus, gehalten nur von den geistigen Faehigkeiten von Anahtol. Seine Maenner halten gebuehrend Abstand, waehrend er das Monstrum bewegt und seine Gedankenenrgie wie elektrisch geladene Blitze am Boden aufschlagen. Es waere ein fantastisches Schauspiel, fuer jemanden, der diesen Anblick noch niemals gesehen hat. Wie gesagt, waere ... . Gammel, Lud und Flinke Finger interessieren sich nicht mehr fuer das lichtdurchflutete Farbenspektakel in den Docks. Kartenspielen ist ein sehr lukrativerer Zeitvertreib, beliebt vor allem bei so zwielichtigen Gestalten, deren Lijwhans durch Lug und Betrug bereits vergraut und matt geworden sind, um ihr mickriges Gehalt aufzupolieren. Die drei Falschspieler haben es sich auf ein paar alten Holzkisten gemuetlich gemacht und spielen um einen Monatslohn Laisviej und das, was oben auf thront, einen abgetrennten und verschrumpelten Finger.    „Flinke Finger. Fft. Interessanter fft Name. Hab ich Dir fft schon erzaehlt, fft wie ich zu dem fft Finger gekommen bin?“     Gammel gibt dem Neuen gar keien Chance zu antworten, sondern beugt sich weit vor und geht mit seinem Gesicht ganz nah an die Karten, hinter denen sich der hagere Brillentraeger versteckt. Dann nimmt er seinen Karten in die linke Hand und schiebt seine Hand unter die Karten von Finger durch, und wedelt hin und her.     „Siehst Du das. Fft. Das ist meiner, fft der dort auf dem Tisch liegt. Fft. Viejenver hoechstpersoenlich fft, hat ihn mir abgetrennt, fft im Kampf. Fft siehst Du, siehst Du. Fft.“    „Jaja.“ Antwortet flinke Finger schnell und uninteressiert. Er studiert immer weiter seine Karten, ohne aufzuschauen.     Gammel wechselt einen kurzen Blick mit Lud, der bisher geschwiegen hat und nimmt unbemerkt von ihm unter dem Tisch den gezinkten Joker. Dann wechselt er seine Karten wieder in rechte Hand und lehnt sich zurueck. Er boxt Lud in die Schulter und ruft, „Der Neue ist dran. Fft.“ dann faengt er zu lachen an.     Der zu klein geratene Lud, dessen Fuesse kaum den Boden beruehren, hat Muehe, nicht von seiner zusammen geschusterten Kiste zu plumpsen.     „Hey,Pass auf, du Dummbaz.“ ertoent eine viel zu tiefe Stimme fuer den laufenden Meter. Veraergert verzieht er sein Gesicht, waehrend Gammel klingt, wie ein japsender Lurch, so sehr ist sein Lachen von seinem Fisteln unterbrochen. Unentwegt klopft er sich auf die Schenkel und blickt auf Flinke Finger, der unbeeindruckt seine Karten studiert. Gammel hoert griesgraemig zu lachen auf, sein Mundwinkel zuckt, der Neue gefaellt ihm nicht, ganz und gar nicht.    „Nun mach schon, fst, du Pfeife. Fst. Machst deinen Namen fst, alle Ehren, fst, mit deinem Tempo. Fst, fst.“ Schmollt er.        Dumm wie Stroh, Fratze und Hirnbrei. Bald, sind sie mein, mein, MEIN! Bald haben sie ihn verloren ... und mit ihm ihren Semua. Mhm ... das wird ein Festessen ... .
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   Artifice steht mit Seiks vor der Kapitainskajuete und betrachtet die Soldaten, die sich Ihnen langsam naehern. Vorneweg der Hauptmann des Dunklen Reiches, der Arachnid Arroc. Artifice hat diese Insekten noch nie gemocht. Diese verstunkenen Riesen mit den seltsamen Scheiben im Gesicht waren ihm immer schon suspekt. Dennoch sind sie die gefaehrlichsten Krieger des Reiches, allen voran Arroc. Er ist nicht nur ein beindruckendes Exemplar, sondern auch der toedlichste und einzige in seinem Volk mit einem feuerroten Lijwhan in der Form rauchiger Stacheln. Diese geballte Masse an Aggressivitaet, die da auf ihn zuschreitet, bereitet ihm weit mehr als unbehagen. Er Schluckt erst mal und versucht es mit einem Laecheln.    „Hauptmann Arroc. Willkommen auf der Laisviejda. Wir haben da draußen eine Situation ... .“    „SSSCHWEICHG!“ Zischend, fast schon hasserfuellt ertoent der sehr tierische, kehlige klinge Laut irgenwo am Hals. Doch es bewegen sich keine Lippen, denn Arachniden besitzen keinen Mund.     An Board ist augenblicklich fuer einen Moment Totenstille ausgebrochen, ehe ein Stoehnen und ein dumpfer Aufprall folgt. Artifice schließt genervt die Augen und schickt gedanklich einen Befehl an Kumus und Silkra, sich um Reschina zu kuemmern. Das war wohl zuviel fuer ihren zartbesaiteten Barbier. Der Arachnid hat sich keine Sekunde von Artifice abgewendet, sondern kommt ihm bedrohlich nahe. Seine dunklen Scheiben fixieren den Feuerwerker, waehrend sein pelziger Schal um Seinen Nacken fast schon bebt. Irrt er sich, oder wittert der Arachnid ihn?    Artifice bleibt so ruhig stehen, wie es ihm moeglich ist und blickt eisern in die dunkle Schwaerze der kleinen Scheiben, die nur sein eigenes, blases Gesicht spiegeln. Es scheint eine schiere Ewigkeit zu dauern, ehe Arroc sich Seiks zuwendet, der nach wie vor muerrisch und grimmig wie ein Fels da steht. Arroc scheint ihn nicht zu beeindrucken. Urploetzlich wendet sich Arroc ab und nickt dem Oberbefehlshaber Balsar neben sich zu, der hoechste menschliche Soldat in der Armee. Sein Helm baumelt an dem Guertel seiner Hose, doch seine linke Hand ruht am Holfter seiner Waffe. Artifice wird nervoes. Wenn das Reich seine wichtigsten Befehlshaber zu Ihnen schickt, sind sie entweder am Arsch, oder etwas Furchtbares ist hier geschehen, wovon sie weitab auf dem Meer nichts bemerkt haben.    Balsar nickt seinen Leuten zu und augenblicklich stuermen Ohf, Matthes und Herik unter Deck. Raf, Balsars engster Vertrauter, bleibt bei ihm auf Deck. Artifice hat mit einer Durchsuchung gerechnet, aber Seiks wohl nicht. Die Kiefer des Huehnen nebem ihm malen und Artfice bezweifelt, dass der Zwerg dahinter steckt. Es dauert eine Weile, dann kommen Matthes und Herik auf das Deck zurueck, mit allerei Plunder in den Haenden. Schmuddelhefte, Handfeuerwaffen, Drogen und jede Menge Alkohol. Das uebliche auf einem Schiff voller Totengraeber, die ihr Gewissen im Rausch beruhigen muessen.  Die Soldaten werfen die Dinge achtlos auf dem Boden. Sofort stuerzen sich die Arachniden drauf, befingern alles gierig, schnueffeln daran und reißen die Drogentueten auf. Die Mannschaft der Laisfiejda bleibt stocksteif stehen und laesst alles zu. Niemand wuerde es wagen, einen Arachniden aufzuhalten.     Ein muskebepackter Arachnid naehert sich witternd der Rumflasche. Sein Gang ist mehr kriechend und die Spitze seines gebogenes Dolches am seinen Hosenbund schleift ueber das Schiffsdeck. Ein ekelhaftes Quietschen ertoent. Artifice und Cura verziehen die Gesichter, Kumos und Jim halten sich die Ohren zu, Reschina, eben wieder erwacht wird gleich wieder ohnmaechtig. Die Arachniden erstarren mitten in der Pluenderung und fauchen ihn an. Doch der Arachnid laesst sich nicht aus der Ruhe bringen. Etwas unbeholfen hebt der Grobmotoriker, der Lanio heißt und zu Arrocs engsten Kreis gehoert, den Rum. Doch die Flasche entgleitet ihm zwischen den Fingern und zerschellt am Boden. Bevor das Laisvie die Schweinerei beseitigt und sich reinigt, taucht Lanio seine Finger in die leuchtende, braune Fluessigkeit und haelt sich die Hand an das Gesicht, wittert daran. Angewiedert wischt er sich seine Hand an den Hosenbeinen ab und faucht Artifice an. Dem Feuerwerker geht momentan der Arsch auf Grundeis, doch er versucht sich nichts anmerken zu lassen. Raf, Balsars rechte Hand hat die Ablenkung durch Lanio genutzt, und sich vorsichtig Jim genaehert, der etwas abseits steht. Der schlanke und fast schon zierliche Soldat greift in seine Jacke und zieht eine kleine Zeichenfeder heraus. Jim`s Augen werden groß. „Was zum ... .“ Raf hebt den Zeigefinger an den geschlossenen Helm.     „Von Balsar. Immer schoen weitermalen.“     Die leise Stimme klingt blechern. Balsar beobachtet die Szene aus den Augenwinkeln und nickte dem Jungen kurz zu, als Jim ihn strahlend und dankbar ansieht. Bei seiner letzten Kontrolle auf der Laisviejda hat ein boshafter Arachnid die Feder seines Vaters in die Finger bekommen und zerstoert. Jim weinte bitterlich ueber den Verlust und so versprach Balsar ihm, es wieder gut zumachen.    „Aber pass dieses Mal gut darauf auf und bewahr sie immer bei Dir.“ Er lies ihm das kostbare Geschenk heimlich zukommen, verborgen vor aller Augen, besonders der Arachniden. Das sollte nie wieder geschehen, denn es ist kein Verbrechen, etwas zu besitzen. Ploetzlich ertoent ein Schrei und Raf nutzt die Verwirrung, um an Balsars Seite zurueck zu kehren. Kurze Zeit spaeter wird der Zwerg Phagus mit offenen Hosenstall und Cura von Ohf aufs Deck gescheucht.     „Die hier haben wir unten in der Kueche erwischt.“ Der rothaarige Soldat, der Balsar um mehr als einen Kopf ueberragt grinst breit, als er es meldet. Balsar dreht sich zu Arroc um, der keinerlei Interesse an den Beiden hat.     „Bringt sie da rueber zu den anderen.“ sagt er knapp. Ohf nickt, packt Cura grob am Arm und schiebt sie mit dem protestierenden Zwerg, der er enfach am nacken packt zu den anderen der Mannschaft an die Backbordseite des Schiffes. Niemand außer Artifice nimmt von den beiden Notiz, als Phagus sich schnell hinter Cura verdrueckt. Ohf greift in saemtliche Taschen seiner Jacke und Seiks neben Artifice knurrt leise auf. Er hat den Inhalt des Geheimfaches dabei, die seltsame Schaufel, das kleine, runde Ding und zwei Rumflachen. Aus seinem Hosenbund zieht er die zwei antiken Dolche und prasentiert das Buket auf seinen maechtigen Pranken. Artifice schielt alamiert zu Cura, die nur nickt und mit ihrer rechten Hand hinter sich zu Phagus greift.    „Das ist alles, was ich noch auf dem Schiff gefunden habe. Keine Rebellen oder verdaechtige Dinge.“ Ohf haelt die Beute Balsar hin, als Arroc interessiert naeher tritt. Er bewegt sich ein wenig tierartig auf den muskelbepackten Ohf zu, doch der ist davon nicht beeindruckt. Arroc biegt den Ruecken in Schlangenlinien durch, dreht sich hin und her und stellt immer wieder den Kopf schief.     „Er wittert.“ stellt Artifice entsetzt fest. Neben sich spuehrt er, wie Seiks Kiefer immer wuetender malen und er leise knurrt. Artifice wagt es nur, aus den Augenwinkel zu dem Huehnen zu sehen, doch das genuegt schon, um Cura mit einem Blick zu alamieren. Ihr anderer Arm ist mittlerweile auch im Ruecken verborgen. Ein schlechtes Zeichen, wenn sie den Zwerg bereits festhalten muss. Lange darf das hier nicht mehr dauern.    Arroc mustert die Dolche ganz genau und nimmt sich dann einen. Artifice schluckt schwer bei dem Anblick von schwarzen, drahtigen Haaren auf weißlicher Haut, die den ganzen Arm des Arachniden ueberziehen. Zum wiederholten Male fragt er sich, was das fuer ein Volk ist und womit er es zu tun hat? Arroc hat gefallen an dem Dolch gefunden und laesst ihn in seinem Brustpanzer verschwinden. Seiks knurrt nebem ihm, doch Artifice haelt ihn zurueck und blickt den Hauptmann unverwandt in die dunklen Scheiben.    „Fsfuer Eure ssLebenss.“ zischt er Seiks zu und dreht sich um. Der Rest der Dinge interessiert ihn nicht. Ein weiterer Zischlaut von ihm und alle Arachniden klettern augenblicklich von Deck, nur Arroc selbst bleibt an der Reeling stehen und laesst Artifice und Seiks nicht aus den Augen. Artifice glaubt, Ohf will alles achtlos auf den Boden fallen lassen und murmelt. „Schade um den guten Tropfen.“  Ohf grinst ihn breit durch seinen feuerroten Bart breit an. „Was denkst Du denn von einem echtem Ersischer?“ Lachend drueckt er Artifice die Dinge in die Hand und klopft dem wesentlich kleineren Feuerwerker auf den Ruecken, dass er fast umfaellt. Seiks hat die Gegenstaende die ganze Zeit ueber keinen Kajim aus den Augen gelassen. Erst, als die Arachniden sich zurueck auf das Beiboot begeben haben, und Balsar naeher kommt, wendet er den Blick ab.      „Es tut mir leid fuer die Unannehmlichkeiten, Kapitain. Aber wir haben hier draußen schlimme Verluste erlitten. Wir muessen jedes Schiff nach Rebellen durchsuchen.“ beginnt er.    „Ato`s?“ fraegt Artifice.    „Nein.“ Antwortet Balsar irritiert mit einem Blick auf Seiks. „Eine Sternfarne ist in die Spielwelt im Sueden im Arachnidengebiet eingeschlagen. Die Druckwelle hat schwere Schaeden in der ganzen Welt verursacht.“    Artifice wechselt heimlich einen Blick mit Cura, die blas geworden ist. Dann schielt er auf die Galerie hinauf zu Yronette, deren Miene undurchsichtig ist, wie immer.     „Eine Sternfarne?“ fragt Artifice entsetzt. Die letzte Bekannte hat das Zeitalter der tiefschwarzen Dunkelheit eingelaeutet. Ihm wird jetzt erst bewusst, dass es tatsaechlich dunkler geworden ist. Auf dem Meer im gleißenden Licht des Sternenturmes haben sie das ueberhaupt nicht mitbekommen.    „Was noch?“ faehrt Seiks ihm ins Wort. Phagus spuehrt, dass da noch mehr ist. Balsar wirkt ein wenig zu euphorisch fuer den Weltuntergang. Wie auf Kommando streckt der Oberbefehlshaber seine Brust vor und reckt sein Kinn.         „Aknom ist gefallen.“ Balsar sieht nicht, wie Artifice der Mund offen stehen bleibt, da Seiks neben ihm schnell ein begeistertes Gesicht aufsetzt und dem stolzen Balsar ueberschwaenglich gratuliert. „Sehr gut. Endlich haben wir es geschafft. Was fuer ein Erfolg. Was fuer ein Sieg fuer das Reich.“    Balsar wirkt verlegen. „Danke, danke. Aber das ist nur ein Schritt auf dem Weg der Vernichtung aller Rebellen. Wir muessen jetzt wachsam bleiben. Die zerschlagene Rebellenarmee aus Aknom koennte sich ueberall unterschlupf erhoffen. Daher durchsuchen wir jedes Schiff, dass nach Arjen faehrt.“ Balsar`s Miene wird schlagartig ernst. „Warum sind die Gefangen nicht in Nemundur?“ will er wissen. „Was ist da draußen geschehen, Kapitain?“    Artifice kommt Seiks zuvor. „Die Rawhyan hat unseren Weg gekreuzt, angegriffen und uns vom Kurs abgedraengt. Wir sind da draußen in einen Sturm geraten und hatten keine Verbindung zu den Arachniden. Also haben wir sie abgehaengt und sind hier her zurueck, so schnell, wie moeglich.“    Balsar kratzt sich am Kinn und wird nachdenklich. „Die Rebellen greifen an.“ Artifice und Seiks halten spuerbar die Luft an und beten innerlich. Arroc haette diese Luege nie abgekauft, aber der Swelom vor Ihnen kann von zwei Inghros leicht ueberzeugt werden, auch wenn der zweite geistig gerade in einem riesenhaften Koerper steckt.    „Ja. Sie wussten, dass die Stadt faellt und wollten unser bestes Schiff erbeuten. Gut gemacht, Kapitain. Ihr Bericht deckt sich mit unseren Informationen. Die Kommunikation mit den Arachniden ist fuer eine kurze Zeit ueberall in der SpielWelt abgebrochen. Arroc kann es nicht erklaeren. Wir vermuten, dass es an dem Einschlag der Sternfarne und der frei gesetzten Energie lag. Wissen aber nichts Genaues.“    Artifice schaltet schnell. „Wie geht es jetzt weiter, Oberbefehlshaber?“    Balsar blickt erst dem Feuerwerker fragend ins Gesicht und dann Seiks. „Wo ist Ursidae?“ Ertappt. Diesmal antwortet Seiks. „Bei dem Angriff... .“ dann schluckt er schwer und bricht mit gesenktem Kopf ab. Artifice ist beeindruckt, der Kleine spielt seine Rolle wirklich gut. Balsar legt dem Huehnen die Hand auf dem Arm, da Seiks ihn um einen Kopf ueberragt.    „Wir werden ihn raechen und jeden dieser verdammten Bande in die Hoelle schicken, Kapitain. Das verspreche ich.“    Seiks schluckt erneut und brummt nur grimmig. Balsar nickt beiden noch ein Mal zu, ehe er sich kurz zu seinen Leuten umdreht und einen lauten Befehl ruft. „Sie duerfen passieren!“ An Seiks und Artifice gewandt, faehrt er fort. „Ihr fahrt erst nach Arjen und fuellt Eure Vorraete auf, dann schafft ihr das Pack da unten nach Nemundur. Eine Flotte wird Euch ab sofort begleiten.“    Artifice und Seiks nicken. „Jawohl, Oberbefehlshaber.“ Arroc hat die ganze Szene von der Weite beobachtet. Als Balsar mit seinen Soldaten auf das kleine Beiboot geklettert ist, springt er aus dem Stand mit einem Satz auf die Reling, geht in die Hocke und zischt wie ein Tier. Sein pelz um den Hals zittert dabei, wie eine Drohgebarde. Dann drueckt er sich ab und landet punktgenau im Beiboot.      „Jetzt verstehe ich, warum der Huehne so eine Scheißangst vor dem hat.“, murmelt Artifice Seiks zu, dessen Kiefer erneut zu malen begonnen haben.
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SpielWeltv3-Arjen-Seiks2
Texthintergrundweb
   Seiks blickt nachdenklich in seiner Kapitainskajuete hinaus auf die untere Hafenschlucht der Stadt Arjen, die sich vor ihm erstreckt. Die Flotte des Reiches hat sich nicht nur außerhalb des Danus Va Argus Vie, des ewigen Wasserfalles, postiert, auch hier, innerhalb, zaehlt Seiks ueber die Hafenschlucht verteilt eine Hundertschaft der beeindruckenden Schlachtschiffe. Niemand hat die Erlaubnis, auf die oberen Becken zu gelangen und das Reich unternimmt alles, damit es so bleibt. Seiks vermutet, dass so ziemlich die gesamte Flotte des Reiches sich derzeit in Arjen aufhaelt. Alles wird strengstens ueberwacht und mehrmals kontrolliert, auch die Laisviejda wurde weitere zweimal aufgehalten, ehe sie endlich am Keil, wie die Auslaufer des Ringes, der Arjen zum Festland hin umschließt, heißen, andocken konnten.      Es sind inzwischen Beshmi vergangen, seit der Begegnung mit Arroc dort draußen, vor dem ewigen Wasserfall im Weltenmeer. Seiks erinnert sich mit Grauen an die Begegnung mit Arroc, der er hilflos beiwohnen musste. Cura hat ihm eine Droge eingefloeßt, die seinen Geist weit in die Tiefen seiner selbst verbarg, waehrend der kleine Gnom seinen Koerper benutzt hat. Es fuehlte sich fuer ihn so falsch an, so hilflso, irgendwie tot. Der bewusste Verstand ist im eigenen Koerper gefangen, kann ihn jedoch nicht bewegen. Es ist, wie zusehen zu muessen, wie ein Fremder die Kontrolle uebernimmt. Haette er sich nur nicht so daemlich und aengstlich angestellt, dann waere das alles nicht passiert. Artifice und Cura, Sie hatten Angst, dass er sich vor dem Anfuehrer der Armee verplappert und mit seiner Unsicherheit Misstrauen erweckt. So unrecht hatten sie damit gar nicht. Aber warum ausgerechnet der Zwerg seinen Koerper uebernehmen musste, konnte Seiks nicht nachvollziehen. Der kleine Gnom haette fast alles vermasselt, als er dem Schiff den Befehl gab, alle Tueren und Durchgaenge fuer die Durchsuchung zu oeffnen. Fast haetten sie den kostbarsten Gegenstand der SpielWelt in die Haende bekommen. Fast. Zum Glueck hatte Arroc nur Augen fuer die Dolche.    Als die Soldaten das Schiff verlassen haben, hat Artifice Seiks geheimen Gegenstaende auf dem Boden eingesammelt und ihn zurueck gefuehrt. Achtlos hat er alles wieder in das Fach geraeumt, als Cura mit dem inzwischen blassen und schweißueberstroemten Phagus wenige Kajims spaeter gefolgt. Da saßen die drei vor ihm und dann legte diese Miststueck erst richtig los. Anstatt dass sie ihm die Gegendroge einfloeßt und seinen Geist zurueck zu fuehren, hat sie sich seiner bemaechtigt und alle Informationen aus seinen Erinnerungen heraus gefischt, die er zu verbergen suchte. Fast waere es ihr gelungen, fast.     Seiks hat Cura lange unterschaetzt. Er haette nie gedacht, dass ausgerechnet sie in der Lage ist, jemanden geistig zu foltern, und dann ausgerechnet ihn. Mit nur einer Hand koennte er diesen huebschen Hals zerbrechen, wie einen Bleistift. Jetzt, kann er  ihr nicht mal mehr ein Schimpfwort an den Kopf knallen, ohne Schmerzen vor Gewissensbissen zu haben. Sie ist nicht nur eine Heilerin, sie hat einen sehr starken Geist, den staerksten, dem er je begegnet ist. Sie hat alles aus ihm heraus bekommen, alles, bis auf das Geheimnis mit Ursidae und ... dem Ding. Er, Seiks und vor allem Ursidae, sind verloren, wenn sie es wissen wuerden. Nur mit eisernen Willen hat er Cura in seinem Geist auf eine falsche Faehrte locken koennen und ihr eine persoenliche Erinnerung gegeben. Eine Erinnerung mit einem jungen Arroc, der seine Eltern auf bestialische Weise toetete. Cura ist gewieft, aber als er ihr Arroc`s Geheimnis und das aller Arachniden gegeben hat, um sie abzulenken, gab sie nach. Entsetzt waren die drei vor ihm zurueck gewichen, nach dieser Offenbarung. Selbst Artifice, so eiskalt und abgebrueht er ist, hat sich mehrmals uebergeben und etwas von drahtigen Haaren gefaselt. Phagus schlotterten lange die Knie. Nur die eiskalte Cura war blass vor ihm gesessen, wollte aber alles ueber dieses Volk wissen. Niemand sonst in der SpielWelt kennt das Geheimnis der Arachniden, und die, die es kannten, sind tot. Er kann nur hoffen, dass sie es fuer sich behalten. Wer weiß schon, was in den Koepfen der Inghros vor sich geht.     Seiks hadert mit sich und Cura. Er kann sie einerseits verstehen. Sie mochte Ursidae und vermutlich empfand sie sogar romantische Gefuehle fuer den Knilch. Dass sich ihr ganzer Zorn gegen ihn richtet ist nur normal. Aber jetzt kann er ihr nicht mal mehr mit Worten schaden. Sie hat ihm einen Befehl im Geist eingepflanzt, ihr Leben zu schuetzen. So eine elende Wuestendreckfresserin. Er ist nicht ihr Babysitter. Seiks schnauft schwer und stellt sich ihren wundervollen, schlangen Nacken in seinen Haenden vor. Ihr weiche, samtige Haut, an der er sanft mit seinen Fingerspitzen herab streift, ehe er ihren Hals packt und ... . „Ah!“ Seiks stoehnt und greift sich an den Kopf. „Verdammtest Miststueck.“ murmelt er. Nicht mal daran denken darf er noch.  „Ei, ei, ei, wer steht dabei? Glaubt viel zu verbergen vor mir, doch weiß ich stets alles hier.“     Seiks`Nackenhaare stellen sich auf, ein eiskalter Schauer jagd ihm ueber den Ruecken. Nein, nein, das darf einfach nicht wahr sein. Nein. Wie kommt der Kerl hier her?  Er kann es sich haargenau in seinem Kopf vorstellen, wie der Abschaum da sitzt, hinter ihm, in einem bequemen Stuhl aus purem Laisviej. Seine Beine in schmutzigen Kleidern uebereinander geschlagen, das Kinn auf die Haende in den dreckigen und speckigen Handschuhen gestuetzt. Der Blick eiskalt und doch wird er laecheln, boshaft und durchtrieben mit seinem verschmierten Gesicht. Seiks Herz rasst und pumpt sein Blut durch Aterien, die ploetzlich viel zu eng scheinen. Sein Kopf pocht und in seiner Erinnerung taucht immer wieder der flehende Blick von Ursidae auf, vor ihm auf dem Boden, ehe er ihn verwandelt hat.   „Ei, ei, ei, es graemt sich sehr. Doch will ich jetzt noch sehr viel mehr.“      Unendlich langsam dreht sich Seiks um, die Augen geschlossen, seine Haende locker an seinen Hueften, in der Hoffnung, dass dort ploetzlich irgend eine Waffe aus dem Nichts auftaucht, die diesem Kerl den Gar aus machen kann. Er atmet schwer, fuehlt sich am Ende seiner Kraefte. Alles, absolut jedes Stueckchen Energie, hat er riskiert fuer diesen Clown. Haette er geahnt, worauf er sich da einlaesst ... . Seiks steht vor ihm, atmet tief durch und oeffnet seine Augen, um seinem schlimmsten Alptraum ins Gesicht zu blicken.    Kajims vergehen. Seiks atmet schwer, wagt jedoch nicht zu sprechen, noch nicht. Entsetzt starrt er auf das kleine runde Ding, das der Dealer in seinem Schoß plaziert hat. Klein und unscheinbar liegt es dort, das Kleinod, das er ihm besorgen und mit seinem Leben bewachen sollte. Fuer dieses Ding da hat er Ursdiae verraten.  „Sicher ist es bei Dir nicht, Du elender kleiner Wicht.  Das Schicksal der SpielWelt lastet zu schwer, drum gib es mir wieder her. Brichst beim Anblick der kleinsten Angst schon in Traenchen aus, mutiger als Du waere jede noch so kleine Maus.“     „Was ist mit Ursidae?“ fragt Seiks leise, fast schon zitternd. Denn er kennt schon die Antwort und fuerchtet sie zu hoeren. „Das war unser Dael!“ Der Deaeler laechelt verzueckt und leckt sich genuesslich ueber seine rissigen Lippen.   „Ach und weh, wie sueß, wenn schmerzt Dein Zeh.“       Seiks zuckt und untersteht nur mit Muehe dem Impuls, auf seine linke Stiefelspitze zu schielen, dorthin, wo ein Stueck seiner Selbst fehlt. Der Dealer indess grinst boshafter, als jemals zuvor.   „Was mit Verwandlung Deinem Freund ist geschehen, war ganz allein Dein vergehen. Haettest Dich nicht hereinziehen sollen, in des Mannschafts grollen.“      Der Dealer beugt sich vor und blickt zu Seiks finster auf.   „Was weiß ich schon,  was der SpielWelt an Deinem Freund noch gefaellt. Von mir aus kann er bald sterben in der Himmelswelt, denn gebraucht wird nicht laenger ein Waechter als Held.“         Seiks schließt die Augen. Alles war umsonst. Aller Schmerz, als der Dealer ihm ein Stueck seiner Seele heraus gerissen hat, weil er ihn anbettelte, seinen Freund vor Nemundur zu retten fuer seine rebellischen Gedanken von Freiheit. Sein Schmerz, als er ihn verbannte, alles nach dem Willen dieses Monsters. Er wollte ihn nur retten, seinen Freund und das, was er ist, seine Gabe schuetzen. Statt dessen hat er ihn fuer den Dealer getoetet. Seiks sackt auf die Knie und beobachtet vom Boden, wie der Dealer aufsteht und auf ihn herab blickt. Bewusst langsam laesst er das kleine runde Ding vor Seiks Blicken in der schmutzigen Hosentasche verschwinden. Einen Moment wendet er den Blick hinaus in Richtung Deck, leckt sich dabei die gelben Zaehne, dann fixiert er Seiks finster.   „Ein Deal, ein Ziel. Am Leben bleiben sollte Ursidae im Reich, war Dein Deal.  Doch was in der Himmelswelt weiter geschieht, ist nicht mein Ziel. Ich schlage vor, Du betest, oder schickst einen Babysitter fuer Dein neues Spiel.“       Taenzelnd schleicht der Dealer auf die milchige Laisviejwand zu, die das Deck von Seiks Kajuete trennt. In der Wand blitzt ein kleiner feiner Riss in einem eisblauen Licht auf, der immer groeßer wird. Der Dealer verharrt und betrachtet lange und triumphierend sein Opfer, bis der Riss sich zu Durchgang geoeffnet hat. Erst dann wendet er sich ab und taenzelt elegant hindurch. Seiks sackt in sich zusammen.      Vor der Kapitainskajuete versteht der kleine Jim anfangs kaum ein Wort, als er mit seinem Essenstablett in den Haenden dort drin Stimmen vernimmt. Verwirrt schaut er sich nach irgend jemanden auf dem Deck um, aber es ist keiner hier. Alle sind am Landungssteg und fuellen die Vorraete auf. Jim flucht. Man haette ihm sagen muessen, dass der Kapitain nicht allein ist. Jetzt kann er alles zurueck in die Kueche schaffen und bekommt Aerger von Phagus. Eben will er sich abwenden, da hoert er die eine kraechzende Stimme, die ihn schlagartig zur Salzsaeule erstarren laesst.      „Ei, ei, ei, es graemt sich sehr ... .“ Jim hadert mit sich, weglaufen, oder laufen? Verstohlen wirft er einen Blick auf das Deck der Laisviej, aber es ist seltsamerweise immer noch leer. Jim bewegt sich dennoch langsam und unauffaellig in den Schatten und legt sein Ohr ganz an das Glas. Er wird kreidebleich, seine Augen weiten sich vor Angst. Er hat sich nicht getaeuscht. Diese Stimme, erst warm und angenehm, dann immer schriller und kraechziger, stets Reime zitieren. Jims Kehle schnuert sich langsam zu, bei ihrem Klang. Bruchstuecke einer Erinnerung an seine Eltern mit dieser Stimme tauchen in seinem Geist auf. Er hadert mit sich dort, wo er sich befindet und wuerde am liebsten davon laufen. Wieder laesst er seinen Blick ueber das Deck schweifen, aber den, den er sucht, ist nicht da.  Warum zum Viejenver nur hat sich der neue Kapitain darauf eingelassen? Er mochte ihn nie, diesen Riesen Seiks. Ursidae war ihm viel lieber.      „Was ist mit Ursidae?“ Als er den Namen hoert, presst Jim sein Ohr noch fester an das Glas.     „Was mit Verwandlung Deinem Freund ist geschehen, ... „ Jim keucht auf, er kann es nicht fassen, was er da gehoert hat. Der Kapitain lebt! Er ist irgendwie verwandelt. Aber dann muessen sie ihm helfen und dem elenden Verraeter Seiks nach Nemundur schaffen. Jim`s Blick huscht fast schon verzweifelt hinaus aufs Deck. Er entdeckt Artifice zu weit entfernt am anderen Ende auf dem Landungssteg, wo er alles beaufsichtigt. Jim ist so panisch, dass er gar nicht an eine gedankliche Kommunikation denkt. Er versucht dem Feuerwerker zu winken, ohne Erfolg. Eben geht Artifice mit ein paar Soldaten des Reiches ins Gespraech vertieft hinunter in die Hafenanlage. Jim flucht innerlich und versucht eine Loesung zu finden. In seinem Kopf arbeitet es auf Hochtouren.     „Was soll ich nur tun? Was?“ Niemanden sonst auf dem Schiff vertraut er. Er kann nur mit Artifice darueber reden. Er weiß, was zu tun ist, wenn Ursidae lebt und hilfe braucht. Artifice und er selbst haben sich nie an der Meuterei beteiligt, da Ursidae immer gut zu allen war. Aber bis er den Feuerwerker erreicht hat, ist der Daeler schon weg und Seiks wird alles abstreiten.    Jim hofft einfach, dass Artifice schnell zurueck kommt, da klaert sich vor ihm die Wand und im Glas entsteht ein feiner Riss, der eisblau strahlt. Erschrocken weicht der Junge zurueck und schaut zum wiederholten Male zum Landungssteg, doch Artifice kehrt nicht zurueck. Der Riss vor Jim wird immer heller und groeßer und langsam bricht er auf und gibt einen Durchgang frei. Jim sieht dahinter eine felsige Landschaft, jede Menge schwarzen Rauch, hunderte lebloser Koerper und einen runden See in dessen Mitte eine Insel am Versinken ist. Fuer einen Herzschlag erscheint das Gesicht des Dealers vor Jim. Zu seinem Glueck hat der Dealer seine Augen geschlossen. Jim duckt sich und presst sich eng an die Wand, damit ihn der Dealer nicht sieht. Verzweifelt sucht er mit Blicken nach Artifice, da tauchen Cura und Phagus auf dem Landungssteg auf. Phagus scheint in einer Diskussion mit Cura, als er direkt zu Jim hinueber sieht und verstummt. Cura folgt Phagus entgleisten Blick und beginnt sofort, Jim etwas zuzurufen. Aber der Junge versteht nicht, sie sind zu weit weg. Er schuettelt den Kopf und betrachtet entsetzt, wie sich der Riss neben ihm langsam wieder schließt. Jim erhebt sich, aber der Dealer ist weg. Er schaut zu Phagus und Cura und fasst einen Entschluss.    „Jim nein.“  Phagus Stimme donnert durch seinen Geist. Erschrocken duckt sich der Junge und beobachtet, wie die beiden sich schleunigst in seine Richtung bewegen.    „Aber ..., aber Ursidae lebt und ist im Wolkenmeer. Seiks ist auf den Daeler hereingefallen.“ Cura und Phagus stocken und blicken sich ein paar Kajims lang entgeistert an.    „Nein, Jim. Du bleibst hier.“ Donnert Cura bestimmt und rennt los.    „Ich muss ihm helfen. Ich kann dem Dealer folgen und Ursidae helfen. Er weiß mehr, hat Seiks gesagt. Irgendetwas mit einem Waechter und dem Schicksal der SpielWelt.“     Der Riss zieht sich vor Jim immer enger zusammen, ihm bleiben nur noch Herzschlaege. Cura`s Augen werden bei dem Gehoertem groß und sie sprintet jetzt auf den Jungen zu. „Nein. Das ist zu gefaehrlich. Du bleibst hier, Jim.“    „Doch, ich muss. Irgend etwas sagt mir, dass es richtig ist.“ Ehe der Riss sich endgueltig schließt und Cura ihn greifen kann, wirft sich Jim hindurch und folgt dem Daeler. Cura funkelt schwer atmend und hasserfuellt durch die klare Wand in die Kapitainskajuete. Jedoch oeffnet sich ihr das Glas nicht, es schuetzt Seiks. Sie flucht und verdammt ihren Kapitain nach allen Regel der Kunst, Ihr Schlangenlijwhan zischt und greift immer wieder die verschlossene Wand an, so dass Kumus und Silkra, die eben am Landungssteg ankommen, postwendend kehrt machen und panisch fluechten.     „Jetzt, ist der Huehne tot.“ zischt sie Phagus entgegen, als er voellig außer Atem bei ihr ankommt.  
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SpielWeltv3-Arjen-Seiks3

Überschrift 1

Das ist das Ende vom Text.

Hier ist

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Was bisher anderswo in der SpielWelt geschah ...
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   Fratze und Hirnbrei. Was fuer Spinner, Spinner, die Zwei. Dumm wie Stroh, glauben tatsaechlich mit gezinkten Karten gewinnen zu koennen. Und wie sie protzen und prahlen. So tun, als ob sie was wuessten und vor mir verbergen koennten. Dumm, wie Stroh. Fratze legt jetzt seine Herz 8 raus. Dann wird Hirnbrei sein Licht 4 dazu packen und irgendwann den Joker unter der Tischkante heraus ziehen. Dann ... ist er mein, mein, mein ... . Hae, Hae, Hae.     Der Neue leckt sich gierig ueber die rissigen Lippen, laesst seine Karten aber nicht aus den Augen. Seine hagere Erscheinung in dem grauen Hemd, dass ihm viel  zu weit ist, versinkt immer tiefer hinter den Faecher aus Yaura-Karten, dass bald nur noch sein wirres, dunkles Kraushaar auf dem Kopf hervorschaut.    Gammel mustert ihn immer wieder verstohlen. Er und Lud haben ihn vorher noch nie gesehen. Sein gelblich angegrauter Lijwhan, zeigt, dass er zwar einiges mitgemacht hat, aber auch, dass er ein idealer Kandidat zum Ausnehmen ist.  Verstanden hat Gammel ihn kaum, so schnell, wie der die Worte raus pfeffert. Aber, als der Neue einen Monatslohn Licht aus der Tasche zog, wussten Gammel und Lud genau bescheid.    „Äh ... Neuer. Fft. Wie war gleich noch Dein Name? Fft.“ Gammel hat eine massige Statur, die jede Menge Eindruck macht. Doch sobald er den Mund auf macht, hat er so seine Probleme mit seiner Stimme. Ein Kind hat mehr bass, als er. Gammels einzigen Schneidezaehne kauen zudem unentwegt auf seiner wabbelnden Unterlippe herum, was ihn ein sabberndes Lispeln beim Sprechen entlockt. Daher uebernimmt sein Kumpel Lud meist das Reden.    Das hagere, totenbleiches Gesicht, blickt einen Moment von seinen Karten auf und glotzt Gammel durch Daumendicke Brillenglaeser an, die ihm etwas duemmliches verleihen. Duerre Finger huschen an die Glaeser und schieben sie weiter die Nase hinauf, was seine Augen noch groeßer werden laesst.     „FlinkeFinger. IchheißeflinkeFinger.“ Ratatata, wie aus der Pistole geschossen, haut er die wenigen Woerter wie aus einem Energiegewehr raus und verkriecht sich sofort wieder hinter seinen Kartenfaecher, um weiter zu studieren. Gammel blinzelt mehrmals, irritiert, lupft seine Schiebermuetze, um sich am Kopf zu kratzen und gibt dann lachend seinen kleinen, rundlichen Kumpel Lud einen Stoß, der ihn fast von der Holzkiste wirft.
   „SagmalwohastdudasDingdagleichnochmalher?“  Ein ueberdimensional großes Brillenaugen schielt an den Karten vorbei und fixiert Gammel gerade genug, um Interesse zu heucheln und den Treffer der Wortsalve zu ueberpruefen, ehe es sofort wieder hinter dem Kartenfaecher verschwindet. Eine Schatten 7 Karte flattert dabei zielsicher auf den Tisch.     „Fst, so ne Type, fst, hat den angeblich nem anderen Typen fst abgeluchst, der ihn Viejenver abgeluchst hat. Fst, Du weißt schon, so Typen halt. Fst. Stimmt`s Lud?“ Wieder gibt er dem kleinen Lud einen Stoß, der sich erneut an seiner Holzkiste festkrallen muss und derbe Flueche in Karsak murmelt.    „Ja, stimmt schon.“ Quetscht er zwischen zusammengepressten Lippen raus, und fixiert Gammel finster.  Gammel ignoriert ihn und hebt gut gelaunt eine Karte vom Stapel. Einen Moment haelt er inne, macht große Augen, grinst breit und wirft dann scheinheilig seine Karten auf die Holzkiste, oben auf der Joker.  Siegesicher ruft er, „Fst, ha, ich hab fst, gewonnen. Stimmt`s Lud?“  Doch dieses Mal schlaegt er den Kleinen nicht, sondern greift gierig mit seiner verletzten Hand nach dem Finger und den Lichtstapel.    Ploetzlich packt ihn eine Hand in einem schmutzig vergrauten Handschuh am Gelenk und quetscht eisern zu. Gammel keucht auf und wird ganz blass, Lud neben ihn beginnt wild zu schreien, und wird augenblicklich stumm. Sein Mund oeffnet und schließt sich, wie ein Fisch, doch es kommen keine Laute mehr heraus. Er greift sich an den Hals und strengt sich an, bis sein Kopf hochrot ist, aber er bleibt zu seinen entsetzen stumm.  Gammel versucht indessen verzweifelt von dem Tisch wegzukommen, zieht und zerrt an seinem Arm, stemmt sich mit seinen rechten Fuß dagegen, aber der Griff ist eisern und unnachgiebig. Er hat es gerochen, dass der Neue ihm  seltsam vorkommt. Flinke Finger, pah, dass er nicht lacht. Der Kerl hat sein hageres und duemlich aussehendes Gesicht immer hinter den Karten verborgen gehabt. Trug ein Gewirr an schwarzen Locken und eine Panzerbrille, mit der man Weiber mit Sicherheit durch den Rock direkt in die Roehre gaffen kann, so dick, wie die ist. Doch jetzt sitzt da nicht mehr diese kleine, hagere brillenschlange, sondern ein jemand in einem abgewetzten Clownkostuem, den er zu seinem Bedauern ganz genau kennt. Die Karten haelt dieser Jemand immer noch vor das Gesicht, exakt so, dass Gammel nur einen Haarkranz aus feuerroten Haaren und eine kleine Froschkrone auf der Glatze sehen kann. Mehr muss er allerdings erkennen, um zu wissen. Inzwischen ist er leichenblass geworden, sein massiger Koerper zittert am ganzen Leib. Lud blickt dem Schauspiel mittlerweile vollkommen erstarrt zu. Egal, wie sehr er sich anstrengt, er kann sich nicht mehr bewegen, keinen einzigen Muskel. Nur seine Augen, die wirr hin und her flattern, deuten auf seine geistige Anwesenheit hin. Ploetzlich wird es bedrohlich dunkler, als ein eisblauer Lijwhan, sich wie ein Netz ueber sie ausbreitet und alles andere, um sie herum, ausperrt.     Schließlich ertoent die allseits gefuerchtete und verschlagen hohe Stimme, die jedem, der sie erkennt, das Mark in den Knochen gefrieren laesst.  „Ei, Ei, Ei, was luegt dabei. Ne Type also hat den Finger gestohlen.  Und elendig Strafend wird die Type ihn jetzt belohnen.“     Unendlich langsam senkt sich der Kartenfaecher und die kalten, eisblauen Augen des Dealers fixieren den verzweifelten Gammel hasserfuellt.    Gammel wehrt sich, zerrt und zieht immer weiter, doch er kommt mit seiner Hand nicht los. Sein Arm ist schwer wie blei, er keucht und atmet schwer, und dem Dealer ist nicht mal der Hauch einer Anstrengung anzumerken, so laessig haelt er seinen Arm an Ort und Stelle.    „Fst, b...b...fst. Bitte, fst...bitte....ich ... Fst,fst. ... Kann das ... Fst, fst erklaeren.“  Langsam erhebt sich der Dealer, und greift seelenruhig nach dem Finger auf dem leuchtenden Thron aus Laisviej. Triumphierend betrachtet er den Finger, den er Gammel damals selbst abgenommen hat nach dem Deal. Sein Betteln und Flehen nimmt er nicht wahr. Die Augen des Dealers leuchten, als sie endlich seinen verloren Schatz wieder in Haenden halten und ehrfurchtsvoll in den Tiefen seines Kostuemes verschwinden lassen. Als Gammel seine Schuld begleichen sollte, weigerte er sich und hat dem Dealer den Finger heimlich und, wie er glaubte unbemerkt, abgeluchst. Im Grunde hat der Dealer sich dabei koestlich amuesiert und bei dem Spiel mitgespielt. Bis ... . Nun ja, ... bis endlich der Zeitpunkt der Rache gekommen ist und da er schon ein Mal hier in Arjen zu tun hat und, wie sagt man im Volk so schoen, Zeit totschlagen darf, kann er nebenbei seelenruhig noch die Schulden eintreiben.  „Ein Ziel, ein Deal.  War wohl nicht gut genug. Dann fuehle die Rache fuer Deinen Betrug ... .“  Mit einer blitzschnellen Bewegung reißt der Dealer Gammel die rechte Hand ab und betrachtet genuesslich schmatzend die zuckenden Finger, die noch nicht begriffen haben, was geschehen ist, wie einen saftigen Braten. Das Blut tropft dickfluessig aus der Handwurzel auf den Tisch, was Musik in seinen Ohren ist.      „Tack, tack, tack, tack.“   Murmelt der Dealer vor sich, den Kopf schraeg in den Nacken und die Augen entspannt geschlossen, als ob er einer Symphonie der Sinnlichkeit lauscht. Gammel reagiert im ersten Moment gar nicht, zu groß ist der Schock. Dann schreit er vor Schmerz auf und windet sich, doch der Dealer haelt seinen Armstumpf weiter eisern gepackt und drueckt ihn muehelos auf die Kiste. Dunkles Blut schisst hervor und verteilt sich auf den groben Holzbraettern, dass auch bald das ganze Laisviej in einem dunklen Rot leuchtet. Gammel schreit und schreit, aber nicht nur vor Schmerzen seines Koerpers und seiner fehlenden Hand. Er schreit seine Seelenqualen hinaus, als der Dealer ihm mit seinem Stueck Fleisch und Knochen auch ein großes Stueck seines Semua mit heraus gerissen hat. Amuesiert betrachtet der Clown das Elend des feigen Diebes vor sich, dem Lud immer noch bewegungsunfaehig und panisch beiwohnen muss als stummer Zeuge. Ehe Gammel jedoch die Sinne schwinden und er noch verblutet, verschließt der Dealer die Wunde und laesst einen sauberen Armstumpf zurueck. Seine Trophae laesst er in wenigen Kajim schrumpfen, trocknen und mit einem strahlenden Laecheln, wie das eines Kind, dass beschenkt worden ist, in seiner Tasche verschwinden. Dann endlich gibt er sein Opfer angewidert, wie ein laestiges Insekt, frei. Gammel bricht wimmernd auf dem Boden zusammenm, mit seiner linken Hand umklammert er seinen Armstumpf und betrauert, was er verloren hat.    „Fst, Bit ... fst bitte, fst ich tue fst es nie wieder. Fst. Ich Fst. Ich geb dir jeden Fst Gefallene, den du willst. Fst. Bitte, bitte, fst gib sie mir wieder.“ Mit letzter Kraft rutscht er vor dem Dealer auf dem Boden herum und versucht tunlichst unterwuerfig zu sein, was auf Grund seiner Groeße nicht ganz gelingt. Er ueberragt den kleinen Dealer auf Knien immer noch um einen Kopf. Der Dealer wedelt mit seiner Hand und verzieht angewidert das Gesicht. Gammel rutscht augenblicklich zurueck und blickt ihn leidend an.   „Ein Deal, ein Ziel, gab ich dir.  Luege und Verrat wolltest du mir.  Verderben sollst du auf unbestimmte Zeit,  bis du mir den zehnfachen Dienst erweist.“     „Fst. Fst... fst ... . Fst. Ze ... Fst.“ Gammel muss mehrmals schlucken, ehe er einen ton raus bringt.     „Zehn? Fst... Nein, nein,.... Bitte. Fst. Ich kan es gut machen. Fst. Aber nicht zehn." Gammel wird noch blasser und seine Augen werden gross vor nackter Angst. Er ist jetzt dem Dealer eine sehr lange Zeit ausgeliefert, und das nur fuer seine Dummheit und dem Irrglauben, ihm austricksen zu koennen.  Der Dealer blickt boshaft in seine Augen, ehe er sich abrupt umdreht und nachdenklich Lud anvisiert. Lud ist immer noch erstarrt, aber seine Augen zucken vor Angst hin und her. Alles in ihm schreit nach Flucht und als die kalten Augen ihn erblicken, wuerde er am liebsten gleich an Ort und Stelle sterben. Er hat auch noch einen Dael mit dem Meister des Grauens offen. Langsam taenzelt der Dealer naeher an ihn heran, sein Laecheln wird dabei immer boshafter und breiter.   „Ei, Ei, Ei, was kommt vorbei.  Der kleine Dumme war zur falschen Zeit am falschen Ort. Denn dein Deal ist zu wachen bis zur zehn, und mit ihm gehen hinfort.“     Das Gesicht des Dealers ist ganz nah an dem von Lud, als er es fluestert. Lud schließt seine Augen ganz fest, versucht alles auszublenden. Warum hat er sich nur darauf eingelassen. Warum nur? Als er die Augen wieder oeffnet ist der Dealer fort, sein Netz verschwunden und alles geht seinen gewohnten Gang. Das Schiff im Hafendock 54 wird von Anahtol eben ins Wasser gelassen und die Menge dort unten klascht und Johlt. Doch von all dem bekommt Lud nicht wirklich viel mit. Er sieht Gammel dort vor sich auf dem Boden liegen, bewusstlos, den Armstumpf immer noch festhaltend. Lud blickt hinunter in den Hafen und erschaudert. Irgendwo dort draußen kann der Dealer sich hinter jeder Gestalt verbergen ...
   Eileb hockt zusammengekauert am Waldrand im dunklen Schatten von riesigen Waldmandelbaeumen und spaeht vorsichtig zwischen dem dichten Farngewaechs um ihn hervor, die Haende flach auf dem nassen und matschigen Waldboden. Er verharrt regungslos und bewegt sich aeusserst langsam und behutsam, wenn er sein Gewicht verlagert, denn ein falscher Tritt und es ist aus mit ihm. Direkt vor ihm klafft eine senkrecht abfallende, mehrere Camons hohe Steilwand auf, die ihn in die Tiefe zu reißen droht, wenn er nicht aufpasst. Auch, wenn dort unten ein Sinterbecken voller klarem Wasser liegt, der Aufschlag waere hart, wie Beton und wuerde ihn zerschmettern. Eileb verharrt regungslos und blickt lange hinaus auf das, was vor ihm liegt, das Zentrum der Stadt         Lange ist es her, seit er hier war, in der Wasserwelt unter dem beeindrucken Riesenwasserregenfall, Danus Va Argus Vie, erschaffen von alten Inghros, Wassermeister ihres Faches. Keine Stadt in der gesamten SpielWelt kann es mit Arjen aufnehmen, selbst  Obsidijar, die kuenstlich erschaffene und von Hand gebaute Hauptstadt des Reiches auf den Saeulen der Welt bleibt trotz aller Kolossalitaet weiter unter dem Meisterwerk Arjen. Und dennoch blickt Eileb traurig hinab auf diese Welt vor ihm, in der die Dunkelheit bereits ihr Zerstoerungswerk begonnen hat. Das Arjen vor sich erkennt er nicht wieder. Eine Stadt abgeschirmt vom Festland, strahlend schoen und doch entstellt verkriecht sie sich hinter dunklen, ueberdimensional großen Waellen, zwei an der Zahl, die sie ueberragen und mit eisernem Griff ihren Glanz rauben. Durch die Schwingungen im Boden fuehlt er eine große Anzahl dieser dunklen Soldaten, die er bereits in den Bergen kennen gelernt und ihnen nur um Haaresbreite entkommen ist. Ueberall schwingt in der reinen Stadt hinter Heiterkeit, Froehlichkeit und Spaß Hinterlist, Falschheit und Verborgenheit mit. Er kann es noch nicht verstehen, wie das moeglich ist, da jeder Tawo seine ganz eigene Schwinung besitzt und seine Stimmung in die Welt hinaus schwingt. Hier fuehlt es sich wie Masken an, die auf die Schwingung aufgesetzt wurden, um zu ... taeuschen.    Das einzige, was ihm noch trost gibt und Ehrlichkeit vermittelt ist der stetige und ewige Wasserregen Danus Va Argus Vie ueber ihn, der das gesamte Gebiet die Stadt kuppelfoermig umspannt und unter sich schuetzt. Er sieht es nicht, aber das Farbenspiel des Wasserriesen ist rein und leuchtet sanft und rauchigen im Licht seines Lijwhan. Da entdeckt Eileb einen Hangindjad, der mit seinem Surfschild auf den Winden der SpielWelt reitet. Ein Laecheln huscht ueber sein Gesicht, als er sich an das Gefuehl erinnert, dort oben im Wind ausgeliefert und doch maechtig zugleich.
   „Oh mein Samrat!“ Seiks schwankt. Fuer einen kurzen Moment glaubt er, der Boden unter seinen Fuessen verschlingt ihn. Krampfhaft haelt er sich am Steuerrad fest und versucht das Zittern seiner Knie zu unterdruecken, waehrend Artifice ihn seltsam von der Seite mustert.     „Du bist mir vielleicht ein Kapitain. Was Ursidae an Dir nur gefunden hat, ist mir irgendwie entgangen.“     „Hae. Spinnst Du. Das ... das da ist Arroc!“ stammelt der Huehne und deutet hinaus auf die Flotte und das kleine Beiboot, das sich zielstrebig in ihre Richtung bewegt. Zwischen dem schwarzen Rauch, den jeder Soldat auf dem Boot als Lijwhan besitzt, befindet sich nur ein Feuerroter - Arroc.  Artifice zuckt die Schultern und kann es einfach nicht fassen. „Ja und?“     Seiks`s Augen weiten sich panisch. „Ja und? JA UND! Das ist Arroc da draußen, der Schlimmste von allen. Du bist wohl nicht ganz bei trost, er kommt genau hier her.“    Artifice schaetzt im Geiste die Entfernung ab, die das Beiboot benoetig, um den Anfuehrer der Armee zu Ihnen auf die Laisviejda zu verfrachten. Etwa einhundert camons Entfernung, das wuerde ihnen knapp fuenfhundert Kajims Zeit verschaffen. Genug Zeit. Er schließt die Augen und verbindet sich gedanklich mit Cura, die immer noch bei Phagus in der Kueche ist und dringt hefitg in ihren Geist ein.    „Ich brauch Dich hier, sofort.“ Ueberraschung und eine Welle der Wut ueberfluten Aritifice Geist, die er unbeeindruckt vorueber ziehen laesst.    „Klopf gefaelligst vorher an Du Ruepel.“ faucht Cura um sich.     Artifice bleibt hart. „Und nimm den Zwerg mit.“     Erstaunen, dann motzt sie. „Ich bin kein Babysitter!     „Was hat der Kleine denn nun schon wieder?“ Phagus ist genervt.    Artifice gibt gedanklich den Befehl an das Schiff, die Klarsicht aus der Kueche zu aktivieren.  „Seht selbst.“ Dann schickt er ihnen gedanklich den Anblick des schlotternden Seiks.    Aus der Kueche folgt einen Moment schweigen. „Scheiße.“ flucht Cura. „Ich hasse es, recht zu haben. In dem Zustand wird der Trottel Arroc keine Luege verkaufen, sondern sich eine exklusiv Suite in Nemundur aufschwatzen lassen.Was brauchst Du, Art?“ fragt Cura.    „Euch beide, sofort.“     Cura zupft ihr Kleid zurecht, schnappt sich ihre Tasche und macht sich auf den Weg nach oben. Phagus trottet nachdenklich hinter ihr her, dann packt er sie am Arm und haelt sie zurueck.     „Irgendwas verschweigt uns Seiks.“ fluestert er.     Sie zoegert. Phagus zieht sie noch naeher zu sich herab. „Er hat eine Scheiß Angst vor dem Arachniden. Seiks ist genau wie wir seit Atnos auf dem Schiff und Arroc noch nie vorher begegnet. Noch vor ein paar Beshmi toetet er den Arachniden hier an Bord mit seinen blosen Haenden ohne mit der Wimper zu zucken. Er hat einen Stier als Lijwhan und muesste sich im Grunde vor rein gar nichts fuerchten. Also wieso schlottert der Kerl dann wegen einem Arachnid wie ein Wuestendreckfresser, der sich in die Hose scheißt?“    Cura mustert Phagus noch einen Moment. „Ich weiß es nicht.“    „Verdammt, schwingt Eure Aersche hier hoch, sofort!“     Auf dem Deck der Laisviejda ist unter der Mannschaft die Hoelle ausgebrochen, seit sich die Ankunft von Arroc herum gesprochen hat. Alle eilen panisch in die hintersten Ecken, um moeglichst weit weg von Steuerbordseite und den dort ankommenden Arachniden zu sein. Nur Reschina steht in der Mitte am Masten und schmachtet sueffisant hinauf zu seinem Objekt der Begierde - Artifice. Seit er der neue Steuermann der Laisviejda ist, torkelt der Barbier von einem Ohnmachtsanfall in den naechsten, in der Hoffnung, irgendwann in den starken Armen von ihm aufzuwachen ... .  Dann wird er jaeh aus seiner Traeumerei gerissen, als Silkra neben im wutentbrannt zu gestikulieren anfaengt.    „Die werden uns alle nach Nemundur bringen. Und der Spinner dort oben ist Schuld.“ Silkra zeigt mit seiner rechten Hand hinauf zum Steuerraum der Laisviejda, wo der inzwischen aschfahle Seiks von Artifice, Cura und dem Zwerg regelrecht in die Mangel genommen wird. Reschina reißt entsetzt den Mund auf und blickt erschrocken hinauf. Das wuerde sein Pupsibumsi doch nie tun, oder?    „Was macht die Schlampe da mit ihm?“ Kumus blinzelt und versucht Einzelheiten zu erkennen. Cura versucht dort oben gerade Seiks irgend etwas einzufloesen, waehrend Artifice in festhaelt, aber er wehrt sich. Dann tritt ihm der Zwerg kurzerhand treffsicher gegen das Schienenbein und Seiks bruellt vor Schmerz ...  dann wird das Glas trueb.     „Die vergiften ihn da drin, damit er nicht mehr reden kann und wir sind am Arsch. Die werden dem Reich irgendwas erzaehlen und uns ins offene Messer laufen lassen.“     Silkra bleibt einen Moment der Mund offen stehen. „Nich Dein ernst?“     Kumus nickt nur theatralisch mit panisch aufgerissenen Augen.    „Verdammt. Ich wusste es immer, Inghros kann niemand trauen. Warum rottet das Reich diese Wuestendreckfresser nicht einfach aus? Wir brauchen die doch nicht mehr.“    „Hey, Leute,“ faengt Silkra zu rufen an, „wir sind am Arsch. Die In... „ Weiter kommt er nicht. Mit Schmerzverzerrten Gesicht greift er sich an den Kopf.            „Was zum ... .“ murmelt er, ehe er ohnmaechtig wird. Kumus neben ihn erstarrt zur Salzsaeule, als er von Artifice aggressiv Befehle in seinen Kopf fast schon hinein gepruegelt bekommt. Hastig und mit zusammen gebissenen Zaehnen sammelt er seinen Kumpel auf und schleift ihn in die hinterste Reihe.      „Musste das sein?“ Cura wirft Artifice einen finsteren Blick zu.    „Der Trottel wollte doch tatsaechlich wieder eine Meuterei anzetteln. Den Kindergarten kann er vor mir aus spaeter auf dem Meer wieder veranstalten, da kratzt es mich nicht, aber nicht jetzt und schon gar nicht vor Arroc!“ Artifice schnaubt wuetend und schielt zum Beiboot hinaus, dass inzwischen fast an der Laisviejda angekommen ist. Er zaehlt 15 Besatzungsmitglieder, zehn davon riesige Arachniden und fuenf menschliche Soldaten in ihren schwarzen Anzuegen. Alle bewaffnet und in schwarze, rauchartige Lijwhans gehuellt. Eine Eigenschaft, die das Reich von dem Volk aus dem Sueden uebernommen hat. Jeder Arachnid besitzt nur schwarzen Rauch als Lijwhan. Die meisten Arachniden sind nicht in der Lage zu sprechen, sondern unterhalten sich in tierischen Zischlauten. Doch untereinander sind sie in der Lage, ueber die gesamte SpielWelt innerhalb ihrer Sippe mental zu kommunizieren, wie ein lebender Organismus. Es existieren nur ein paar Exemplare, die Intellegenz besitzen und  bedingt sprechen koennen. Und dann gibt es Arroc, der Hauptmann aller Arachniden. Er ist der einzige, der einen roten Rauch mit sich fuehrt, intellegent ist und verstaendlich spricht. Es wird viel gemunkelt ueber das barbarische Volk aus dem Sueden. Soldaten, die lange im Reich neben ihnen gedient haben, koennen sich nicht mehr an ihre Lebensfarbe erinnern und werden selbst immer mehr zu diesen Tieren.    Artifice schuettelt den Gedanken ab, froh ein Inghros zu sein. Er wuerde das nicht zulassen, diese Selbstverleugnung und seinen Lijwhan mit allem, was er hat verteiduegen. Unter den Menschen erspaeht er auch Balsar auf dem Boot, was ihm Hoffnung gibt. Der Swelomoberbefehlshaber hat seinen Helm abgenommen und unterhaelt sich mit dem Soldaten neben sich. Mit Balsar kann er immerhin reden. Phagus schnippt derweil unbeeindruckt von der Zankerei mit den Finger vor Seiks Lendengegend herum, da seine Haende nicht hoeher reichen. In der Hoffnung, dass der Kopf weiter oben irgendwann Wind davon bekommt. Doch Seiks reagiert nicht. Er steht voellig abwesend im Raum, wie eine Statue. Skeptisch schielt er zu Cura hinauf. „Und Du bist sicher, dass das funktioniert?“    „Ja, wenn Du Trottel jetzt keinen Fehler mehr machst.“ Cura funkelt Artifice fuer die Bermerkung boese an, Phagus laechelt nur.     „Eifersucht ist die schoenste Aufmerksamkeit, die ein Zwerg genießen kann.“    „Du kleiner... .“ Artifice versucht den Zwerg zu packen, der fleißig um den abwesenden Seiks im Kreis herumlaeuft, bis Cura dazwischen geht und beide Maenner am Ohr packt.    „Au, verdammt, was... ?“    „Schluss jetzt, das reicht. Wir haben wichtigeres zu tun.“ Sie schubst Phagus in die Ecke, wo die Treppe in die Kueche hinab fuehrt und beugt sich ganz nah an Artifice heran, um in sein Ohr zu fluestern.    „Treib es nicht auf die Spitze, Art. Mir fehlen auf Befehl des Reiches immer noch brauchbare Ergebnisse von Inghros mit Drogencocktails und Du waerst ein geeigneter Kanditat fuer eine Schmerzbehandlung.“ Ohne ihn eines weiteres Blickes zu wuerdigen, schiebt sie den zeternden Zwerg vor sich die Treppe in die Kueche hinunter.     „Aua, aber er hat angefangen.“     „Schluss jetzt, sonst gehst Du ohne meine Spielzeuge ins Bett.“ Artifice blickt ihr kopfschuettelnd hinterher. „Was findet das Weib nur an dem Winzling? An der Groeße allein kann es einfach nicht liegen?“     Artfice schielt erneut hinaus auf das Weltenmeer zu dem immer naeher kommenden Beiboot. Inzwischen haben sie die Laisviejda erreicht und wuerden in ein paar Kajims an Deck sein. Mit einem Stoßgebet auf den Lippen gibt er dem immer noch abwesenden Seiks ein paar Ohrfeigen.     „Seiks? Hallo? Seiks, hoerst Du mich?“ Doch der Huehne reagiert nicht. „Ok, Du ueberdimensionaler Lackaffe. Soll ich Dir mal ordentlich in den Hintern treten, Du Weichei?“ Artifice wappnet sich fuer einen Wutausbruch, doch Seiks steht nach wie vor Abwesend und mit leerem Blick vor ihm. Er wirkt fast schon wie ein Toter, irgendwie unheimlich. Artifice schließt die Augen. Ok, Kleiner. Kannst loslegen.  Fasziniert beobachtet Artifice ein Licht in den Augen des Huehnen, dann blinzelt der Riese mehrmals und sieht sich um. Skeptisch betrachtet Artifice das Grimassenspiel im Gesicht von Seiks. Die Mimik reicht von Albern ueber daemlich. Artifice schuettelt den Kopf. „Nicht grimmig genug.“     Die Augen von Seiks rollen einen Moment genervt, dann wird das Gesicht des Huehnen richtig finster und ernst. Der Feuerwerker nickt.    „Steh hier nicht dumm rum. Begrueß unsere Gaeste.“ brummt Seiks los. Artifice seufzt und geht hinaus auf Deck.    „Ein Riese in den Haenden eines Zwerges. Vermassele es ja nicht, Du Gnom.“ Seiks brummt und folgt dem Feuerwerker in gebuehrenden Abstand.    „Das habe ich gehoert.“