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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Azsijo
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„Du bist ein Niemand!“


Als es erwacht, weiß es im ersten Moment nicht, wo es sich befindet. Es riecht modrig, schimmelig, nach altem Schweiß, Exkrementen und Rauch. Es oeffnet die Augen und sieht sich um, erkennt nackte, schmutzige Steinwaende, an denen sich Schimmel und etwas Helles, pelziges entlang frisst. Eine bedrohliche Stimme dringt von weit weg an sein Ohr und kommt langsam naeher. Sofort schliesst es seine Augen, presst die Lider ganz fest zusammen und wuenscht sich weit, weit weg zu seiner Mutter und seinen Vater. Traenen rinnen aus seinen Augenwinkel und es schluchzt leise vor sich hin, die kleinen Aermchen ganz fest um seinen mageren Koerper geschlungen, die Knie angewinkelt. Es weiß nicht mehr, wie lange es bereits hier ist, in diesem quadratischen kleinen Raum mit den kahlen, kalten grauen Waenden und der Stimme, dieser grausamen Stimme.


„Du bist zu dumm!“


Es liegt auf einer vor Dreck starren, fleckigen Matratzen, auf die achtlos eine grobe graue Decke geworfen wurde. Ein rostiges Metallgestell lugt darunter hervor, das fast die Haelfte des Raumes einnimmt. Es traegt dieselbe Kleidung, seitdem es hier ist, eine dunkelblaue Latzhose und einen gelbgestreiften Pullover, beides mittlerweile zerschlissen und genauso starr vor Dreck, wie alles in diesem Raum. Seine nackten Fueße sind wund und fuehlen sich eiskalt an. Das ehemals kastanienbraune Haar haengt lang und in fettigen, verfilzten Straehnen herab. Es ist noch genau so, wie an diesem schlimmen Djews, der alles veraenderte und einen tiefen Riss in der Seele hinterließ. Dieser Djews, an dem es hier in dieser Zelle erwachte, mit dieser fuerchterlichen Stimme, die alles durchdringt und nie still ist.


„Das kannst Du niemals!“


Seitdem ist es hier eingesperrt ist, wie sehr es weint und bettelt, niemand kommt und rettet es. Niemand hoert es. Anfangs hat es noch gefleht und viel geweint, doch SIE haben gelacht und ihre Spielchen gespielt und es weiter gequaelt. Und immerzu diese Stimme.

Bitte, hat es laut geschrien, bis es heiser war. Bitte, es wolle nach Hause. Sie sind boese geworden und haben es grob geschlagen und gesagt, dass es kein Zuhause hat und sich niemand interessiert. Es muesse jetzt hier bleiben. Fuer immer mit dieser Stimme. Es hatte da noch gewusst, wer es war und wo es herkam. Sich an seine Eltern erinnert oder glaubte es zumindest. Jetzt weint es leise vor sich hin und schließt die Augen, da es sich an nichts mehr erinnert – außer an Schmerz.


„Du bist Abschaum!“


Es will nicht hier sein, in diesem kalten, nackten Raum mit dem seltsam flackernden Licht, das jeden Winkel in tiefe Schatten verwandelt und alles noch furchteinfloesender macht. Alles, was es vorher in seinem Leben gab, hat es vergessen. Es glaubt zu wissen, dass es besser gewesen sein muss. Besser, als dieser Ort mit den kahlen Waenden. Wenn es die Augen schließt und ruhig liegt, glaubt es den schwachen Duft von einer gruenen saftigen Wiese wahrzunehmen. Einen angenehmen Duft, von dem es nicht weiß, woher es ihn kennt. So sehr es auch versucht sich zu erinnern, wandelt sich der Geruch im Geist jedes Mal in ein rauchendes Feuerinferno, der es zum Husten zwingt. Es weiß einfach nicht wieso oder woher diese Gerueche stammen, denn der Geist bleibt stumm und will sich einfach nicht erinnern.


„Niemand liebt Dich, so haesslich, wie Du bist!“


Immerzu muss es weinen, weil der Geist verstummt ist und es hier so allein und einsam in dieser Zelle eingesperrt ist. So sehr es sich auch bemueht, es kann sich nicht erinnern, nicht mal an seinen eigenen Namen.


„Gluecklich sein? Du? Ha, das ich nicht lache. Sieh Dich mal an, du kleines Haeufchen nichts! Glaubst Du wirklich, Du haettest das Recht gluecklich zu sein? Du kleiner, elender Wurm? Wer glaubst Du denn, wer Du bist? Was Besseres, als ich? Dir werde ich helfen, einfach gluecklich sein zu wollen!“


Die Stimme donnert laut und hasserfuellt durch die Zelle. Einer von IHNEN steht vor Ihrer Tuer und bruellt herein. Es schreckt auf seiner Liege auf und krabbelte so schnell wie moeglich unter das Metallgestell in die hinterste Ecke des dreckigen, kalten Steinbodens, ganz eng an die kahlen Waende, die von blutigen Kratzspuren uebersaeht sind. Es legt beide Haende auf die Ohren und presst die Augen ganz fest zusammen.

„Es ist bald vorbei. Es ist bald vorbei. Es ist bald vorbei.“ murmelte es in seiner tiefen Verzweiflung vor sich hin, glaubt es jedoch ganz tief im Herzen nicht mehr. Denn niemand hat es lieb, niemand mag es, sonst waere es nicht hier an diesem finsteren Ort.

Gegenueber dem Bett ist eine schwere, schwarze Metalltuere in die Wand eingelassen. Der Lack ist an mehreren Stellen abgeplatzt und gibt den Blick auf rostzerfressene Kratzspuren frei. Auf halber Hoehe ist eine kleine Luke eingelassen, die von außen jederzeit geoeffnet werden kann. Die Luke oeffnete sich und eine Hand, die mit Brandnarben uebersaet ist, wirft eine brennende Zigarette in das Zimmer, mitten auf den schmutzigen Matratzen.


„Du namenloses Stueck Dreck, Du wertloses Etwas. Du Azsijo.“



Das namenlose Kind beginnt jaemmerlich in seiner Gefaengniszelle zu schreien waehrend seine Seele Stueck fuer Stueck zerbricht …

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   Als Aszijo erwacht, wagt sie kaum die Augen aufzumachen. Sie ist verschwitzt und friert bitterlich. Ueberall an dem winzigen, zerbrechlich wirkenden Koerper schlottert und zittert es. Sie atmet schnell, kleine Dampfwoelkchen steigen vor ihrem Gesicht in der Kaelte auf und verfluessigen sich, um auf sie niederzuregnen. Sie oeffnet vorsichtig ein Auge und blickt auf einen blutverschmierten Fingerabdruck an der kalten, grauen Wand vor ihrem Gesicht. Traurig erkennt sie, dass sie an demselben furchtbaren Ort ist, wo alles boese und gemein ist. Wo diese grausame Stimme ist. Ein markerschuettender, tiefer Schrei einer verzweifelten Seele irgendwo in der Naehe laesst ihr das Blut in den Adern gefrieren. Angst umklammert ihr Herz, so sehr, dass es wie ein fliehender Vogel in ihrem kleinen Koerper gegen seine Huelle pocht und pulsiert und erkennen muss, es gibt kein Entrinnen. Verzweifelt betet sie zum großen Traeumer, dass niemand hoert, wie laut es schlaegt. Aszijo weiß, was jetzt kommt und fuerchtet sich so sehr davor, dass sich eines Tages ihre Tuer oeffnen wird. So sehr sie es auch versucht ihre Gefuehle zu unterdruecken, sie kann ihre Traenen nicht zurueck halten. Um keine Aufmerksamkeit zu erregen, beißt sie fest in ihre rechte Hand und unterdrueckt das Schluchzen. Ganz fest presst sie ihre Augen zusammen, macht sich ganz klein unter dem alten rostigen Bettgestell.   Sekunden spaeter hoert sie ein kratzendes Geraeusch an ihrer Tuer. Panisch drueckt sie sich noch enger an die karge, kalte Wand und hofft, unsichtbar zu werden. Es gelingt ihr kaum ihr Schluchzen zu unterdruecken, da hoert sie die altbekannte, grausame Stimme.  „Heulst Du etwa? Du kleines Wuermchen Du! Kommen die Wassertraeger mit ihrem Kreuz? Buhu, huhu … Heul doch. Dich kriegen wir auch noch …“   Ein gemeines, haessliches Lachen erfuellt jeden Winkel ihrer Zelle, waehrend sich der Tuerriegel langsam zurueck schiebt. Begleitet von einem schrillen, Gaensehaut verursachendem Quietschen.  Alles in Aszijo will weg. Weg von diesem Ort. Sie beißt ihre Hand blutig, kratzt fieberhaft mit der linken Hand ueber die Wand. Weg, nur weg … was sie nicht kann.  „Das nuetzt Dir auch nichts mehr. Ich komme und hole Dich bald …!“   Die Stimme erklingt in purer Grausamkeit. Mit einem gehaessigen Lachen wird der Riegel ruckartig zurueck geschoben, ein Schlag gegen die Metalltuer, gefolgt von schweren Schritten, die sich entfernen. Sie weint und schluchzt und wagt nicht, sich zu bewegen. Dann ertoent erneut der todesaengstliche Schrei durch alle Zellen.   „NEIN!!!!“  „Du? Du denkst, Du darfst? Bildest Dir etwa ein, etwas Besseres zu sein, als wir? Hm? Du kleiner Scheißer Du. Leiste erst mal was, Du Nichts, Du Haeufchen Elend. Sieh dich an! Haesslich wie die Dunkelheit, dumm und fett, wie Du bist, taugst Du nichts, gar nichts. Dir werden wir zeigen, wo es hier lang geht …!„   „BITTE! Oh bitte! Ich wollte doch nur …„  „Das haettest Du Dir vorher ueberlegen sollen, bevor Du hier aufmuepfig wirst. Pfui!“  Irgendetwas klirrt und raschelt.  „Bitte, BITTE! Ich will … mpf, mhm …“   Die Stimme verstummt abrupt. Dann schallt ein peitschenartiger Knall wie ein Blitz durch alle Raeume, gefolgt von einem erstickten Schrei. Obwohl Aszijo die Augen fest geschlossen hat und versucht, die Welt um sich herum auszublenden, schafft sie eines nicht: ihren Kopf zum Schweigen zu bringen. Sie will nicht sehen, was sich hinter ihren Augen abspielt, waehrend sie dieselben, schrecklichen Geraeusche und Stimmen hoert. Das Wimmern und Flehen derer, die zum Schweigen gezwungen und weggebracht werden. Nur begleitet von diesem boesartigen und graesslichen Stimmen. Wieder und Wieder peitscht das Knallgeraeusch durch ihre Zelle. Allein, denn der erstickte Schrei ist laengst verstummt.   „Das reicht, jetzt bring ihn raus!“   Der letzte Knall verstummt und tauscht den Platz mit schwerem, rasselndem Schnaufen, begleitet von dem Geraeusch eines bewusstlosen Koerpers, der ueber einen steinigen, felsigen Boden geschleift wird.   Ein Knall schreckt Aszijo auf, als die Tuer zu ihrer Zelle erzittert.   „Du bist auch noch dran, wenn Du nicht bald brav bist und das tust, was ich Dir sage!“  Rin graessliches Lachen.  „Was macht ihr mit ihm?“   Aszijo reisst die Augen auf. Oh bitte nein.  Diese Stimme kennt sie nicht. Sie ist jung. So verdammt jung und … wunderschoen.  „Was hast Du gesagt? Du kleiner Wurm, Du!“   Die greassliche Stimme klingt noch wuetender und nuschelnder als sonst.  Bitte, nicht. Halt einfach den Mund. Sie hofft instaendig, dass diese junge Stimme einfach still bleibt, sonst ist sie als naechstes dran.  „Was macht ihr mit ihm, wundervoller Mensch?“   Jung, so verdammt jung erklingt diese fast schon liebliche Stimme erneut. Sie kennt noch keine Angst oder Furcht. Aszijo erwartet das Schlimmste, als die schweren Schritte sich ihrer Zelle naehern. Sie zoegern, verharren mehrere Herzschlaege, ehe ein Schlag auf die Tuer folgt.   „Dir werd ich`s zei…“   „Liebst Du Dich?“  Aszijo schießen Traenen in die Augen. Was hat diese reine Stimme hier zu suchen? An diesem Ort der Grausamkeit? Und wie kann sie es wagen, so zu sprechen?  „Nicht.“   Eine zweite, aber genauso weniger hasserfuellte Stimme unterbricht ihren Peiniger.  „Wieso?“   Wuetend, ein wenig lallend. Der Riegel einer schweren Metalltuer in ihrer Naehe wird geoeffnet und tausend Nadeln stechen Aszijo mitten ins Herz. Hier, in dieser Kaelte der Grausamkeit empfindet sie so etwas … Fremdes und zugleich Vertrautes? Eine wuchtige Tuer quietscht in den Angeln, langsam schwingt sie auf. Ihr Herz flattert schneller … fieberhaft sucht sie dieses Gefuehl, was sie laengst vergessen hat. Ein paar Schritte in die Zelle hinein, ganz nah. Ihr Herz pocht und pulsiert, sucht die Erinnerung an dieses Gefuehl, dieses waermende Gefuehl, tief in ihrem Herzen …  „Du willst wissen, was wir mit ihm machen?“   Verbittert und grausam spuckt der Peiniger seine Worte in eine Zelle, ganz in der Naehe.  „Ja. Weil ich mich Liebe!“   Klar und hell, so rein ist diese Stimme, so rein, wie …?  … Aszijo`s Herz stolpert mitten hinein in die Erinnerung. Eine klare helle Stimme aus laengst vergangenen Kindertagen. Sie hielt ihre Hand und sie lachten zusammen, weinten, teilten alles in ihrem Leben. Sie waren eins, unzertrennlich und glaubten an die Ewigkeit des Augenblicks. Niemals wollten sie sich trennen, jeder Gefahr gemeinsam begegnen, ein Leben lang, verbunden sein, bis …  Unsicherheit, Schritte, die zurueck weichen, dann naeher torkeln.   „Du! Ich sags Dir, was wir mit ihm machen, Du Rotzgoere eines Dreckfressers!“   … sie kamen und ihre Schwester vor ihren Augen umbrachten.  „Wir machen das mit ihm, was wir mit jedem Abschaum, wie ihr es seid, machen. Wir beerdigen Euch nach und nach, auf dem Friedhof der Traeume.“   Mit einem grellen Lachen schließt sich eine wuchtige Tuer, schwere Schritte entfernen sich, waehrend Aszijo ihre tote Schwester betrauert und verzweifelt ueber ihr hoffnungsloses Schicksal weint.   „Weine nicht! Und hoer nicht auf die Stimmen dort draußen. Hoer nur auf Dein Herz, es spricht ganz leise, Du kannst es hoeren, wenn Du in Dein Inneres lauscht.“  Aszijo haelt einen Moment ueberrascht inne. Schluchzt mehrmals und holt Luft. Sie will den Mund aufmachen, will sprechen … sie hat Angst vor der Strafe. Sie hadert mit sich, ob sie es wagen soll, ob sie so mutig sein soll? Wieder schluchzt sie mehrmals, ehe sie entschlossen tief Luft holt und zaghaft fragt:   „Wie?“  Aus der anderen Zelle dringt eine Waerme zu ihr auf den kalten Boden herab, die sie lange vermisst hat.  



























































































 „Alles, was Du wissen musst, ist …
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Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
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Wie oft schon hatte „es“ in Deinem inneren Angst?                             Versuch es mal mit einem neuen Gedanken ....
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