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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Aszim
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Es wird Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
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Wie oft schon hatte „es“ in Deinem inneren Angst?
ICH LIEBE MICH!
AKNOM
   Aszim hat sich mit Hilfe des Leuchtenden Keils immer tiefer nach Aknom hinein gewagt. Die Flure und Gaenge sind mit schwarzen Rauchnetzen uebersaet. Immer Wieder bleibt er unbedarft darin haengen und kann sich nur mit Hilfe des Glases befreien. Ein Glueck, dass Eileb die Arachniden in der Bewegungsstarre fest haelt, sonst waeren sie hier bereits zu Hauf aufgetaucht und haetten ihn nicht nur gefangen genommen, sondern vermutlich gleich verspeißt. Aszim wird die Tragweite seines Knochenfundes in den Canyons immer bewusster. Niemand in der SpielWelt wird hier am Rand der  Feindesstadt irgend jemanden vermissen. Es gibt keine Erfassung von Gefangenen, selbst um Buerger des Reiches kümmert sich hier niemand. Einfach vermisst, einfach verschollen, verspeißt und die Ueberreste verwesen irgendwo. Um Verbrechen kuemmert sich keiner, es ist das tiaegliche Geschaeft des Krieges. Aszim wird immer wuetender, während er sich einen Weg durch das Labyrinth bahnt und schlaegt wahllos auf die Netze ein. Ploetzlich haelt er inne.     Was tue ich hier? Ich will helfen, eigentlich, statt dessen werde ich wuetend und bringe mich und alle in Gefahr. Sobald Eileb die Bewegungsstarre aufhebt wird ein Teil der Arachniden hier unten dennoch auf die Netze aufmerksam und hier her kommen oder aus einem Gang heraus kommen?     „Es kommt die Zeit fuer meine Wut. Aber nicht jetzt.“ Aszim konzentriert sich und atmet mehrmals tief durch. Er hat von Eileb die Atemtechnik gelernt, wenn ihn die Wut zu ueberrollen droht. Er kann seinen Jaehzorn im Moment ueberhaupt nicht gebrauchen, er hat eine Aufgabe zu erfuellen, fuer seine Wut war spaeter noch genug Zeit, wenn alle in Sicherheit waren.    Entschlossen eilt er weiter durch die halb zerstoertenn Gaenge. Immer wieder muss er einen Umweg nehmen, weil Truemmer seinen Weg versperren. Aknom muss einst eine wunderschoene Stadt gewesen sein. Er kann viele Zierden und feine Stuckarbeiten an den herabgefallenen Struemerstellen entdecken. Zerbrochene Reliefs und feines in die Felsen gehaunene Statuen. Aszim muss sich zusammen nehmen, weiter zu gehen und nicht staunend zu verharren. Er konzentriert sich auf seinen Keil, der ihn wahllos durch die Gaenge lotst, bis er vor einem besonderen Durchgang stehen bleibt. Aszim starrt mehrmals auf das Schauspiel vor seinen Augen und den Keil, aber er irrt sich nicht- die strahlende Spitze des Laisviej zeigt genau hinein.
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   Aszim dreht sich noch mal in alle Richtungen um, um sich zu vergewissern, aber es gibt keinen anderen Weg. Er kratzt sich am Kopf und versucht sich zu erinnern, was Eileb ihm gesagt hat, aber ihm faellt einfach nichts ein. Er steht in einem Tunnelgang vor einer Regenwand. Aszim ueberlegt, aber so etwas hat er noch nie gesehen. Es ist wunderschoen und strahlt in seinen zarten tuerkieston, das den Flur in ein magisches Licht taucht. Der Wassertanz wirft sein Licht auf die Felswaende und verzaubert ihn fast. Langsam geht er naeher heran und beruehrt den Regen sanft mit seiner Hand, doch er wagt nicht, die Hand hindurch zu strecken. Dahinter kann alles auf ihn lauern. Aszim ueberlegt, er hat hier schon zu viel Zeit verschwendet, aber es gefaellt ihm nicht. Ihm bleibt jedoch keine andere Moeglichkeit, als durch den Regen zu gehen. Er holt tief Luft, als ob er dahinter den Ozean erwarten wuerde und springt mitten hindurch. Kaum ist er auf der anderen Seite auf dem Boden aufgekommen, entwischt seinen Lippen ein Aufschrei und er schreckt zurueck. Vor ihm stehen zwei riesige Arachniden, die ihn boshaft angaffen, ihre Sehnen angespannt und zum Sprung bereit, ihre Maeuler aufgeklafft zu einem graesslichen Fauchen - das nicht ertoent. Aszim muss mehrmals blinzeln, ehe er es wahr haben kann, sie bewegen sich nicht, sie sind vollkommen erstarrt. Aszim stoeßt keuchend seinen Atem aus und faengt sich wieder. Schnell geht an den zwei Wachen vorbei, ehe sie es sich vielleicht doch noch anders ueberlegen und ihn anfallen.     „Hoffentlich kann Eileb die Starre noch lange genug aufrecht halten?“ Er schickt mehrere Stoßgebete gen Kemelom und zur Sicherheit noch an den Gottvater des Samrat, schließlich kann niemand wissen, ob er nicht mit dem großen Traeumer verwandt ist? Aus irgend einen Grund muss er an den Oberbefehlshaber Arroc denken. Aszim war ihm nie zuvor begegnet. Alles, was er weiß, hat er vom Hoerensagen erfahren. Der Herr der Arachniden, wie er ehrfurchtsvoll genannt wird, und einer der wenigen, dieser Biester, der sich ausdruecken kann - irgendwie. Aszim blickt in die große Halle vor ihm, riesengroß und nur von wenigen Tonnensaeulen getragen. Auch hier herrscht ein Werk der Zerstoerung. Er betrachtet die Bruchstuecke riesiger alter Bauten. Von Architektur hat er keine Ahnung, aber das, was sich da vor ihm in dieser riesigen unterirdischen Halle auftuermt, hat er noch nie zuvor gesehen. Er kann kaum die Decke erkennen, so hoch oben ragt sie ueber ihm auf. Hier drin muss Arjen selbst fast platz haben, vermutet Aszim, obwohl er Arjen auch noch nie zu gesicht bekommen hat. Alle Soldaten werden außerhalb der großen Staetten ausgebildet, draußen in den harten felsigen Gebieten Moksi und Jaresid am Rand des Alasmassiv. Dort draußen fernab vom Reich, wo der Wahnsinn und die Haerte regiert und fast schon jeder Oberbefehlshaber mit seinen Truppen machen kann, was er will. Nicht jeder ueberlebt die Ausbildung zur Null und danach ist es fast, wie Karsaken Roulette, ob Du ueberlebst. Aszim denkt ungern an seine Zeit als Nummer 068 zurueck, es scheint ihm ein halbes Leben weit weg zu sein, derweil ist es gerade mal 31 Djews her. Wie hat Eileb es geschafft ihn in den wenigen Tagen aus den Faengen des Reiches zu befreien?    Gut, er hat vorher schon seine Zweifel an dem System, das so einen Ort, wie Aknom und besonders diese Halle an Schaetzen zerstoert. Aszim blickt sich um und bleibt verwundert stehen. All die vielen verstecke und Nieschen, das Nest, dass sie bewachen sollten...? Entweder hat Arroc eine Scheißangst vor Eileb, wenn er nur zwei am Eingang postiert ... oder? Aszim erstarrt mitten im Bewegungspunkt und bricht seine Gedanken ab sein militaerischer Instinkt schlaegt alarm. Irgend etwas stimmt hier nicht. Ihm ist auf dem ganzen Weg hierher kein einziger erstarrter Arachnid begegnet und hier unten sollen nur zwei lausige Wache stehen? Wieder waegt er ab, ob er in eine Falle laeuft, oder ihm einfach seine Sinne einen Streich spielen? Andererseits, ist in Aknom niemand anderer als die Arachniden, warum also sollten sie hier unten eine Horde wache abstellen? Er schuettelt seinen Zweifel erneut ab und wirft einen Blick auf seinen Keil in der Hand, der immer noch exakt nach Norden zeigt, direkt auf die Tonnensaeule vor ihm. Aszim ist dankbar, dass er die Halle nicht zu Fuß durchqueren muss, und geht weiter durch den Adthogan vor ihm, der in die hintere Halle fuehrt. Doch er zoegert wieder einen Moment, hinaus zu treten. Alles kann da auf ihn lauern. Verdammt, so nuetzlich diese Bewegungspunkte in Waenden und Mauern waren, so gefaehrlich waren sie auch, weil sie keinen Einblick nach draußen gewaehrten.    „Du musst sie befreien“ hat Eileb ihm immer wieder eingeschaerft, „und sie hier raus schaffen, das wichtig! Mit dem Keil wirst Du die Siegel aufbrechen koennen. Aber schaff sie so schnell, wie moeglich hinaus.“ Aszim hat es am Ende schon genervt vor Eileb wiederholt, und jetzt steht er hier am Ende seiner Reise und hat nicht mehr viel Zeit, vielleicht hat er schon zu viel Zeit vertroedelt. Wie lange war er hier her unterwegs? Beshmi? Oder bereits Djews? Er hat kein Zeitgefuehl mehr, er weiß nur, dass Eileb irgendwie Zeit festhaelt fuer alle, außer fuer ihn. Aber der Inghros kann die Starre nicht ewig aufrecht halten, auch, wenn der Keil ihn schneller ans Ziel bringt und seine Bewegungen beschleunigt. Aszim hat noch nicht verstanden, wie Eileb das mit den Lichtbahnen und der Zeit meint. Er sprach draußen in den Canyons von unterschiedlichen Zeiten, auf denen das Bewusstsein sich bewegen kann. Die Bewusstseine der SpielWelt denken sich staendig in die vergangene oder in die zukuenftige Zeit, waehrend die Koerper die Zeit anders wahr nehmen. Schmerz dehnt die Zeit aus, Glueck laesst sie im nu verfliegen. Aber wie er sich schneller in Aknom bewegen kann, waehrend Eileb die Zeit verlaengert, das hat er irgendwie nicht kapiert - wie so vieles, was Eileb ihm erzaehlt. Und genau das laesst ihn Zweifelnd im Bewegungspunkt verharren.      „Was, wenn er zu spaet ist? Wenn der Inghros die Energie des Kristalls nicht in die tiefsten Ecken nutzen kann? Was, wenn die Arachniden sein Kommen genauso erwarten? Was weiß er denn schon ueber dieses Volk aus dem Sueden? Sie sind wilde und sehr Gefaehrliche Krieger, die Fleisch fressen. Sie wittern ihre Gegner in sehr weite Distanzen? Wie weit? Konnten sie ihn und Eileb vielleicht schon in den Canyons wittern?“ Eine ganze Flut an wenns und abers schießt Aszim durch den Kopf bis er ihn schuettelt und versucht, die Gedanken los zu werden.    „Verdammt, was ist nur los mit mir? Ich schaff das und Eileb auch!“ Er versucht sich zu beruhigen, was ihm auch ein wenig gelingt, nachdem er die Worte laut ausgesprochen hat. Mutig tritt er hinaus in die Halle - innerlich auf das Schlimmste gefasst und wird erneut unangenhem ueberrascht. Ein ganzes Duzent dieser harriger Kahlschaedel mit schwarzen Scheiben erwartet ihn hier draußen. Sein erschrockenes Gesicht spiegelt sich ihm unzaehlige Male entgegen und es dauert ein paar Herzschlege, ehe Aszim erkennt, dass sie sich auch nicht bewegen.     „Wozu mache ich mir eigentlich sorgen?“ Nuschelt er vor sich hin, und sieht sich um, das unangenehme Gefuehl im Magen bleibt dennoch. Aszim steht unter einem Meer aus alten, rostigen Gitterkaefigen im Durchmaß von etwa fuenf bis sechs Camon, die von den Decken in der Halle baumeln. Die Meisten davon sind bereits leer, nur noch wenige aengstliche und groß aufgerissene Augen starren ihn hinter dicken Gitterstaeben an - hoffnungslos und wissend, dass sie sterben werden. Ihre Lijwhans kaum mehr, als ein leichtes Strahlen, manche flackern bereits. Die Arachniden haben ihr Futter nicht wirklich gemaeßtet, sondern gerade am Leben erhalten. Der unangenehme Geruch von Exkrementen und Angstschweiß dringt ihm in die Nase und etwas, das Aszim einen Wuergereitz bescherrt.    Fliegen kreisen um braune Haufen, die auf dem ganzen Boden verteilt sind, Maden und Wuermer graben sich durch ihr Festmal, dazwischen ueberall schwarzen Rauchfaeden und Netze.                                  „Na toll, Arachnidenkacke. Lecker!“ Aszim haelt sich die Hand vor die Nase und atmet durch den Mund, was es nicht unbedingt ertraeglicher macht. Er geht direkt  auf einen der Haken am Boden vor ihm zu, an denen die Kaefige mit dunklen Rauchfaeden fixiert sind und mit Hilfe eines Falschenzugs an dem Gewoelbe hoch und runter bewegen lassen. Er will gar nicht wissen, die die Biester dort oben die Vorrichtungen anbringen konnten und nimmt statt dessen seinen Keil aus Laisviej, dessen Spitze immer noch leuchtet und durchtrennt muehsam den Rauchstrang des ersten Kaefigs. Das stumme Flehen der Gefangenen, die in ihren Kaefigen Tumult machen, ignoriert er. Er hat zu viel Zeit vertroedelt.    „Schon gut, ich bin hier, um euch zu befreien.“ Ruft er hinauf, waehrend er an dem Strang arbeitet. An den Gestank hat er sich bereits so weit gewoehnt, dass er nicht mehr wuergen muss. Er konzentriert sich auf den Rauchstrang und trennt ihn mit auf und Abwaerstbewegungen des Keils langsam durch. Eileb hat einer Seite eine scharfe Kante verpasst, damit er ihn wie ein Messer nutzen kann. Die Gefangenen antworten nicht auf seine Worte, was Aszim zunaechst nicht weiter stoert. Dann wird er stutzi und haelt einen Moment zu schneiden auf. Sie geben nur Laute von sich, als ob ihnen der Mund ...?  Endlich reagiert Aszim und blickt auf. Die Gefangenen koennen nicht rufen, ihn nicht warnen, weil ihre Muender mit dunklen Rauch verklebt sind. Endlich erkennt er, warum er die ganze Zeit doch so ein ungutes Gefuehl hatte.  Seine Nackenhaare stellen sich auf. Als er sich umdreht sieht er, wie zehn Arachniden, die sich langsam und aeusserst beweglich ihm naehern und umkreisen. Er erkennt weiter hinten auch die zwei vom Regendurchgang, die eben aus dem Bewegungspunkt schleichen. Der vorderste der Arachniden, zischt ihn bedrohlich an und oeffnet seinen Kiefer.    „Deinnnn Schmackhafter Freund hat versagt.“ Er legt bei den Worten den Kopf in den Nacken und jault. Die Anderen stimmen mit Zischlaute ein, ehe sie ihn von allen Seiten einkreisen.    Aszims Herz setzt aus, er ueberlegt fieberhaft, ob das wahr sein kann oder ihn die Arachniden herein legen. Er hat viele Atnos mit diesem Grauen gekaempft gegen die Feindes des Reiches, Ato`s, Verbrecher, und sonstiges Gesocks, aber er hat sie noch niemals zuvor so ... hemmungslos gesehen. Stets waren es Krieger, die ihren seltsamen Pelzkragen trugen und auf Befehl von Arroc im Dienste des Reiches standen. Sie hielten sich zurueck und sorgten nur durch ihre Groeße und das bedrohliche Aussehen fuer Aufregung. Doch hier in Aknom, fernarb von der Hauptstadt des Reiches am außersten Rand, zeigen diese Wilden ein wahres Gesicht. Sie entbloesen ihre Kiefer, morden und pluendern willkuerlich, unterscheiden nicht mehr zwischen Freund und Feind. Das alles laesst sie in einem sehr beaengstigenden Licht scheinen, und es ist fuer Aszim mehr als zweifelhaft, inwiefern sie Absichten dem Reich gegenueber haben. Aszims Gedanken rasen und beginnen fast schon Akmok zu laufen.     „Das ist eine Falle! Eine verdammte Falle und Eileb hat mich mitten hinein gefuehrt! Wie zum großen Traeumer koennen Sie sich bewegen und wer hat ihnen verraten, dass Eileb nicht allein kommt?“ Die zwoelf Arachniden belauern ihn von allen Seiten, zu seiner Verwunderung lassen Sie sich noch Zeit, ihn zu ueberwaweltigen. Oder wissen sie, dass er ihnen nicht mehr entkommen kann? Er blickt hinauf zu den Gefangenen, die verstummt sind und sich ganz klein in ihre Kaefige zurueck gezogen haben. Wissen sie, was mit ihnen geschehen wird, wenn er versagt? Oder haben die Arachniden ihr Futter nur fortgezerrt und es draußen verstummen lassen? Aszim bekommt einen schrecklichen Verdacht. Nein, solche Wilden ... spielen mit ihrer Beute. Es laeuft ihm   den Ruecken runter, bei diesen Gedanken und er vesucht ihn anzuschuetteln. Noch weiß er nicht, ob es wirlich alles wahr ist, was der Arachnid gesagt hat und sein Kopfszenario hilft ihm jetzt nicht weiter. Vielleicht ist Eileb noch im Kristall?     „Du musst sie so schnell wie moeglich hier heraus schaffen!“ Eileb hat es ihm immer weider eingeblaeut und er darf sich jetzt schnellstmoeglich etwas einfallen lassen.    „Wer hat uns verraten?“   „Derrrr Ssszzwerg!“ Aszim hasst die schlechte Aussprache dieser Wilden und er muss sich stark konzentrieren, um sie zu verstehen. Der Zwerg? Welcher Zwerg? Er kennt keinen Zwerg bis auf ... ?   „Der Junge?“ Entfaehrt es ihm. Ja genau dieser Jim muss sich wohl vor Angst doch noch in die Hose geschissen haben. Der Arachnid dreht den Kopf zu den anderen, die als Antwort zischen. Verdammter Eileb, warum hat er nur dem Knirps vertraut. Zu seinen Sorgen gesellen sich Zweifel. Von anfang an hatte er bedenken, den Plan einem Jungen anzuvertrauen, den er nicht kennt. JEtzt hat er ihn doch noch verraten. Haette er doch nicht so lange gezoegert und kostbare Zeit vertroedelt, sondern ware direkt hier her gestuermt. Er haette sich mehr beeilen muess ... .     Aszim stockt einen Moment. Dann erinnert er sich, was Eileb ihm gesagt hat, das Licht das einzige ist, was Arachniden fuerchten. Er kann es nicht mit zwoelf Arachniden aufnehmen, aber er kann Zeit gewinnen, zur Not mit Gewalt. Er zweifelt und hofft zugleich, dass Eileb sein Vorhaben beenden kann. Er umschlißt den Keil in seiner Hand fest und hofft, dass er ihn als Waffe nutzen kann. Herausfordernd schaut er den Arachniden vor sich an. Sein Lijwhan umspielt ihn wie ein Umhang im Wind, wie einen Krieger.    „Nnscheien!“    Aszims Augen werden groß, ihm schwahnt etwas boeses und er verwunscht sich.  Verdammt, sie wussten gar nicht, dass Jim ihnen helfen wollte und er hat ihn jetzt verraten. Welcher Zwerg? Er sucht fieberhaft nach einer Antwort in seinen Erinnerungen, aber ihm faellt nichts ein. Wieder macht er sich Vorwuerfe und fuehlt sich immer schuldiger, versagt zu haben.     „Diiiilerrrrr!“    Aszim erstarrt und glotzt den Arachniden mit offenen Mund an. Der Daeler der Gefaelligketien ist hier? Er hat von Geruechten gehoert und war einmal einem Befehlshaber in seiner jungen Laufbahn begegnet, der seinen kleinen Finger an den Daeler verlor. Er hat ihn immer wieder gewarnt, vor der Macht dieses Zwerges, davor, sein Leben zu verspielen. Aszim merkt, dass er langsam wuetend wird, wuetend auf Eileb, der ihm offenbar nicht die Wahrheit gesagt hat. Er muss gewusst haben, dass der Zwerg hier ist und er muss gewusst haben dass es eine Falle ist. Er muss ... . „Es kommt die Zeit fuer meine Wut. Aber nicht jetzt.“ Es faellt ihm unendlich schwer, die Worte zu sprechen, seinen Anker zu nutzen, aber er will und darf jetzt nicht wuetend werden. Es hilft nimanden, in blindem Zorn bedacht gegen ein Duzend Arachniden zu bestehen. Er atmet tief, wobei er die Wilden boese anfunkelt und im Auge behaelt. Sie haben ihn immer noch umzingelt, ohne sich zu naeher. Als ob sie auf etwas warten? Dann spuehrt Aszim in sich eine waerme, als ihn die Energie von Eileb durchdringt.    „Verzeih, mein Freund. Ich habe es Dir nicht gesagt, weil Du mein Schutz bist und niemals zugelassen haettest, dass ich mich dem Daeler stelle und hier her begebe. Ich muss es tun, sonst koennen die Traeume niemals zurueck kehren. Ich wuenschte, ich haette sein Spiel eher durchschaut, doch er ist ein Meister der Taeuschung - auch fuer mich. Es tut mir leid, schließ Deine Augen.“    Aszim laechelt die Arachniden an. „Ich an Eurer Stelle wuerde jetzt schleunigst davon laufen und meine Augen schließen!“ Die letzten Worte hat er den Gefangenen zugebruellt, ehe das Licht den ganzen Raum flutet und alles in eine fast schmerzende Helligkeit taucht. Aszim haelt sich die Haende vor die Augen und schirmt sie ab. Zischlaute und Schreie dringen an seine Ohren. Furchtbare Schreie, als ob ein Tier abgeschlachtet wird.     Er wagt es und schielt zwischen seinen Fingern hervor. Vor ihm waeltzt sich der riesenhaft Arachnid am Boden und haelt sich die Unterarme vor seinen kahlen Schaedel. Er schreit, wie wahnsinnig. Die Anderen kann Aszim nicht entdecken. Auch, wenn er der stinkenden Bande momentan den Tod und die schlimmste Zelle in Nemundur an den Hals wuenscht, die schmerzhaften Schreie dieser Kreatur dort vor ihm auf dem Boden beruehren ihn mehr, als er will.     Auf einmal hoert er eine wundervolle aber verzerrte Melodie durch die Halle erklingt, im strahlenden Licht. Oder mit dem Licht getragen? Aszim kann die Melodie tief in seinem Inneren pulsieren fuehlen, ihre Staerke und Schwingung, die ihn auch ein wenig schmerzt, weil ein falscher Takt nachklingt. Sie ist warm und so klar, wie ein magisches Wiegenlied, dass er sich als kleines Kind so sehr gewuenscht haette. Er fuehlt, wie die Musik durch ihn hindurch rauscht mit dem Licht, fast schon glaubt er sie beruehren und einen Moment lang sehen zu koennen. Die einzelnen Toene, die durch die Halle tanzen. Dann ist es schlagartig Still und dunkel, als das licht aus geht. Eine Leere schwingt in ihm nach, etwas sehr wertvolles verloren zu haben. Aszim kann zunaechst nichts sehen. Vor seinen Augen tanzen tausend kleiner Lichtblitze, huepfen auf und ab wenn er sie versucht mit seinen Augen zu erfassen. Ein Pfeifen hallt in seinen Ohren nach, ehe es schwaecher wird und langsam verstummt. Er blinzelt, es dauert weitere Hezrschlage ehe er wieder in dem schwachen Schein der Waende Konturen erkennen kann und seine Augen sich erholt haben.     Ihm bleibt keine Zeit um Luft zu holen, als ploetzlich der Boden unter seinen Fueßen zu beben beginnt. Aszim schwankt leicht und muss in die Knie gehen. Hunderte veraengstigte Schreie dringen an seine Ohren, als alles zu vibrieren beginnt. Ein tiefes Donnern grollt von den Gaengen durch die Halle zu ihm herein, von der Decke rieselt Staub herab, kleine Stuecke loesen sich und krachen zu Boden. Endlich versteht Aszim, warum er die Gefangenen unbedingt vorher raus schaffen sollte. Hier wird alles gleich zusammen- brechen. Ein Krachen ueber ihn laesst ihn nach oben blicken. Er wirft sich gerade noch rechtzeitig auf die Seite, als ein Truemmerstueck an der Stelle aufschlaegt, wo er eben noch gekniet hatte. Aszim schaut sich um, die Gefangenen ruetteln an ihren Gittern und wollen raus. Trotz der herab fallenden Truemmer rennt er zur Halterung und schneidet an den Straengen weiter, was das Zeug haelt. Endlich schafft er es und der Kaefig kracht auf den Boden. Aszim rennt zu dem Gitter und oeffnet die Kaefigtuer. Voellig verdreckte und aengstliche Augen blicken ihn an. Zwei Frauen und drei Maenner ueberschlaegt er. Er kann sich nicht um sie kuemmern.     „Los, raus hier!“ bruellt er knapp, ehe er sich der naechsten Halterung zuwendet. Dort angekommen schlaegt er sich erst mal auf die Stirn und spricht ein Wort.    “Kàmi“    Sofort beginnt sein Keil hell zu strahlen und Aszim kann den Strang ganz leicht mit einem Streich durchtrennen. Er hatte das Wort vergessen, das Eileb ihm gesagt hat, um das Laisviej erstrahlen zu lassen. Kaum ist der zweite Kaefig zu boden gekracht, stuermt Aszim hin, reißt die Tuer auf und schwankt zum naechsten Halter. Der Boden zittert immer mehr und das Donnern kommt immer naeher. Die Rufe der Gefangenen in ihren Kaefig werden immer verzweifelter und schriller. Es wird nicht mehr lange dauern, bis hier alles zusammen ... .     Weiter kann er nicht denken, ehe er fortgeschleutert wird. Aszim versucht sich noch instinktiv zu drehen, um nicht auf der Seite aufzuschlagen. Er schafft es sogar und landet zappelnd auf seinen Fueßen, rollt sich ueber die Schulter ab und ueberschlaegt sich durch die Wucht mehrmals, ehe er benommen an der hinteren Wand liegen bleibt. Aszim hat die Augen geschlossen. Sein ganzer Koerper fuehlt sich wund und schmerzhaft an. Dumpfe Schreie dringen von ueberall zu ihm. Er oeffnet die Augen und fokussiert erst mal dsa, was er ueber sich sieht. Sein Lijwhan hat in eingehuellt, wie eine Decke. Ein rissiges Gewoelbe weit oben, dass nicht gerade zum Entspannen einlaedt.    Vorsichtig hebt er seine Arme umd Beine, um zu pruefen, ob er schlimmer verletzt ist. Sein Ruecken schmerzt, aber er kann sich bewegen. Aszim ignoriert die Schreie weiter und stuetzt sich vorsichtig auf seine Ellbogen. Kein Schwindel, keine Uebelkeit, dennoch atmet er mehrmals mit geschlossenen Augen tief durch. Aszim hat in den wenigen Tagen viel von Eileb gelernt, aber er muss sich noch oft bewusst an sein Lebenslicht gewoehnen und es nutzen lernen. Er hat es in seiner ganzen Anspannung auf dem Weg hier her vollkommen vergessen. Als Soldat hatte er nur schwarzen Rauch, der ... nutzlos war und alles ueberdeckt hat. Als ob das Lebenslicht ein Schandfleck ist. Er kann sich nicht mehr genau erinneren, wie er als Kind mit seinem Lebenslicht umging. Azsim weiß, dass er schon vor Aufprall am Boden seinen Lijwhan als Kissen haette nutzen koennen. Aber gut, er wird schon nicht sterben. Er oeffnet die Augen blickt sich um, dann ist er schneller auf den Beinen, als er Scheiße schreien kann.     Das strahlende weiße Licht hat die Rauchfaeden vollkommen zerstoert und aufgeloest. Die Kaefige sind alle zu Boden gekracht und die Tueren aufgesprungen oder verkeilt.  Aszim blickt auf das Ausmaß der Zerstoerung und bekommt Angst, Angst um Eileb! Hat er ueberlebt? Geht es ihm gut? Er muss ihn finden. Schon will er losstuermen, da nimmt er die lauten Hilferufe und das Wehklagen um sich erst richtig war. Verzweifelte Arme strecken sich aus geschlossenen Kaefigen raus, versuchen die vorbei fluechtenden zu greifen und festzuhalten. Ein paar von den Kaefingen sind von großen Brocken, die aus dem Gewoelbe gebrochen sind, zerquetscht worden. Die spitzen und qualvollen Schreie kommen von den armen Opfern darin.     Aszim schiebt den Gedanken an Eileb schweren Herzens beiseite und rennt zu den ersten zusammen geschobenen Kaefig, um zu helfen. Er kann die Armen hier unten nicht einfach so sich selbst ueberlassen. Er betrachtet entsetzt den flachen Felsbrocken von der Groeße eines Portals und greift die Haende, die sich im zitternd entgegen strecken.  Wer auch immer darin war, wird unter qualen sterben und er kann nichts tun. Er kann den tonnen schweren Brocken weder heben, noch die Gitter verbiegen ... oder doch? Er betrachtet die Verschobenen Gitterstaebe, die vom Rost zerfressen sind, schaut sich um und hat eine Idee. „Helft mir, Bitte!“ Die Haende des alten Mannes krallen sich an ihm fest, sein Oranges feines Lebenslicht ist nur noch ein Hauch. Aszim wundert sich im ersten Moment, warum der Gefangene spricht, da wird ihm klar, dass das Licht die Rauchnetze am Mund aufgeloest hat.    „Schon gut. Ich helfe Dir. Wie ist Dein Name?“    „Juzus“ Antwortet der Alte.     „Juzus, in Ordnung. Mein Name ist Aszim. Ich werde versuchen, das Gitter aufzustemmen. Bist Du allein, oder lebt noch jemand da drin?“  Der alte schuettelt traurig den Kopf. Aszim betrachtet die Ecke, in der der alte eingekeilt ist und stellt fest, dass er verdammtes Glueck hatte. Der Brocken hat genau ueber ihm einen Holraum, so dass er nicht zerquetscht wurde.    „Ich war der letzte in dem Kaefig.“ Erklaert Juzus, als er Aszims entsetzten Blick sieht. Innerlich atmet Aszim auf.    „Hoer zu Juzus, ich muss mir einen Ueberlick verschaffen und die Leute organisieren. Dann holen wir dich hier raus, ok?“    „Jaha.“ Angstvoll blickt der Alte Mann ihn an.    „Ich komm zurueck. Ganz ruhig.“ Azsim steht auf und schaut sich um. Die meisten Gefangenen waren bereits durch den Bewegungspunkt gefluchtet. Viele waren noch eingekeilt und er konnte seine Scherbe nicht finden. Wann hat er sie verloren? Suchend blickt er sich nach etwas leuchtenden um.    „Aehm. Aszim?“ Der Alte schaut ihn ein wenig besorgt an. „Da steckt etwas in Deinem Ruecken. Es ... es leuchtet.“    Aszims Augen werden groß, als er seinen unteren Ruecken befuehlt. Er hat seinen Keil wieder gefunden. Mit einem schmerzhaften Ruck zieht er ihn sich raus, betrachtet den Keil und betastet die Wunde. Er ist nicht tief eingedrungen. Es schmerzt, aber er wird daran nicht sterben.    „Danke.“ Ruft er dem Alten zu und geht zu den anderen Gefangenen, die noch unschluessig herum stehen, ob sie helfen oder fluechten sollen. Die meisten waren zu schwach, um ueberhaupt stehen zu koennen und muessen gestuetzt werden. „Hoert mir zu Leute!“ Ruft Aszim laut, aber die veraengstigten hoeren ihn gar nicht, sondern haben es ploetzlich sehr eilig, zu dem Bewegungspunkt zu kommen.     „Hey Leute, hoert doch! Wir muessen den Anderen helfen, die eingekeilt sind!“ Versucht es Aszim lauter. „Wir muessen die Verletzten und Schwachen hier raus schaffen, bis die Halle einstuerzt!“ Knurrt ihn eine juengere Frau an, und wendet sich ab.    „Ich helfe Dir.“ Neben Aszim war ein junger Mann erschienen, das Gesicht schmutzig, auf der Stirn eine Platzwunde. Sein dunkelbrauner Lijwhan, ein schwebender Ring um seine Brust, genau ueber dem Herzen, strahlt noch ein weniger heller, als der Rest. Aszim betrachtet den jungen einen Moment laenger, weil ihn dieses seltsame Lebenslicht vollkommen irriert. So etwas hat er noch nie gesehen.    „Danke ... ?“     „Arow.“    „Aszim.“ Aszim fixiert weitere einzelne Personen, die noch kraeftig genug waren finster und nickt. Als sie an ihm vorbei eilen wollen, hat er mit Hoeflichkeiten die Schnauze voll, packt einfach zehn von ihnen grob am Arm und zerrt sie mit.    „Hey ... was?“    „Ruhe, jetzt rede ich. Ihr werdet jetzt alle mit anpacken und die Eingekeilten befreien. Die Decke haelt das noch aus. Nehmt Euch abgebrochene Eisenstangen der Kaefige und hebelt die Gitter auf. Verstanden? Wenn, dann sollen alle hier heraus kommen.“    „Und wer hat Dich zum Anfuehrer ernannt?“    „Die Tatsache, dass ich Euch den Arsch retten wollte und jetzt los, an die Arbeit. Holt die Leute da raus.“     Ein Murren geht die Reihen, aber alle fuegen sich dem harten Tonfall von Aszim und vor allem seinem finsteren Blick, der durch ein Aufflackern seines Koenigsblauen Lijwhan verstaerkt wird. Das er sich noch in Ausbildung seiner Faehigkeit befindet braucht hier ja niemand zu wissen. Er selbst geht mit Arow zu Juzus zurueck und gemeinsam helbeln sie die Gitter auseinander. Arow zieht den alten aus seinem Gefaengnis und hilft ihm auf.    „Ich danke Dir, Aszim, der Große.“    „Las mal Juzus, so groß bin ich nicht.“ Aszim hasst uebertriebene Hoeflichkeit.    „Oh doch, Dein Name bedeutet in der alten Sprache - der Große.“ Aszim schaut den alten Mann einen Moment mit offenen Mund an, schuettelt sich und schieb ihn laechelnd in Richtung Ausgang.     „Geh schon Juzus und folge den anderen hinaus.“ Blos weg von dem Spinner denkt er sich und geht mit Arow an den naechsten Kaefig. Das Schloss hat sich hier nur verschoben und mit ein wenig Hebelkraft gelingt es Aszim, den Kaefig zu oeffnen. Zehn duerre und verdreckte Frauengestalten taumeln an ihm vorbei und bedanken sich, schuetteln ihm die Hand oder murmeln ein „Der große Traeumer moege Dich segnen.“ Aszim ist entsetzt, in welchem erbaermlichen Zustand sie alle sind. Arow an seiner Seite wirkt noch kraeftiger.    „Sie haben die, die ... hungern lassen und nicht mehr weiter zu Essen gegeben, weil sie ... .“ Arow bricht ab. Aszim fasst ihn an die Schulter. „Schon gut. Wir es ist vorbei. Ihr seid jetzt frei. Wir muessen nur noch alle hier heraus schaffen.“    Ein markerschuetternder Schrei laesst Aszim aufhorchen. Als er sich umsieht, stuermen panische Tawos an ihm vorbei und verstecken sich hinter Truemmern. Juzus war noch nicht weit gekommen und laeuft zu Aszim zurueck.    „Wir sind gefangen! Wir sind immer noch gefangen!“ bruellt er Aszim zu. Er packt Juzus am Arm und schaut zu Arow, der nur mit den Schultern zuckt.    „Juzus, beruhig Dich, was ist los?“    Ehe Juzus anworten kann geht ein bestialisches Fauchen durch die Halle. Aszim erschaudert, hat er doch gehofft, das die Wilden tod oder fort sind. Elf Arachniden kehren zurueck. Aszim entdeckt den zwoelften am Boden,  der sich nicht mehr ruehrt. Er kann nicht erkennen, ob er noch lebt.    „Juzus, was ist los?“ fragt Aszim erneut.    Der Alte schaut ihn mit großen Augen an. „Wir sind eingesperrt! Der Gang, die Flure, alles zusammen gebrochen und verschuettet.“    „Das ... kann nicht sein! Das darf nicht ... !“ Aszim glaubt den Boden unter seinen Fueßen zu  verlieren. Eilebs ermahnung, alle unbedingt vorher hier raus zu schaffen, weckt in ihm immer mehr ein tiefes Schuldgefuehl. Er traegt die Verantwortung hierfuer, weil er gezweifelt hat, weil er nicht vertraut hat, weil er Schuld ist ... .     Ein weiterer Schrei reißt ihn in die Realitaet zurueck. Aszim blickt auf, entsetzt sieht er, wie ein Arachnid sich ein junge Frau gepackt hat und an seinen goeffneten Kiefer haelt. Aus Angst, dass der Wilde ihr den Kopf abbeißt, bruellt Aszim aus Leibeskraeften. „Halt!“ und rennt auf den Arachniden zu. Zu seinem erstaunen reagiert er wirklich und laesst die Frau achtlos fallen, er hat einen neuen Spielkamerad gefunden - ihn. Aszim stellt sich wenige Schritte vor dem Arachnid auf.      „Geh zu den anderen!“ sagt er betont beilaeufig zu ihr, doch sie steht hastig und unbeholfen auf und stuermt zu den anderen zurueck.  Aszim schaut sich kurz zu den Gefangenen um, die den ganzen Wahnsinn ueberlebt haben. Er ueberschlaegt eine Zahl und kommt etwa zu 120 - 140 Tawos, die hinter ihm stehen. Die meisten sind duerr und schwach, zu viele Alte, zu wenig Maenner und gut die haelfte Frauen. Er hat keine Ahnung, ob Inghros darunter sind, oder irgendjemand Faehigkeiten besitzt, aber er sieht auf den ersten Blick, das niemand von denen einen Kampf gegen elf Arachniden bestehen kann. Und er allein genauso wenig. Selbst das Licht in seiner Hose wird dafuer nicht reichen. Aszim will es eben mit Reden versuchen, da zischt ihn der Arachnid an.     „Dzuuuuu hasssttt unszzzzzz gefanngen!“    Aszim versucht das gehoerte zu verstehen, was schwierig ist. Dieser Kerl hier spricht noch schrecklicher als der Weggetrene. „Nein.“ sagt er knapp und schmatzt.    Der Arachnid wirft den Kopf in den Nacken und Jault, die anderen stimmen ein. Er hat mehr von einem Ghalos, als einem Zweibeiner, stellt Aszim fest. Er versucht sich nicht einschuechtern zu lassen und ueberlegt, ob er ihre Dummheit ausnutzen kann.    „Nein. Ihr habt uns eingesperrt, weil ihr MICH aufgehalten habt.“ Bei den Worten zeigt er von einem Arachniden zum anderen. „Wir alle koennten schon laengst hier heraus sein und am See eine Runde Sha spielen, aber ihr musstet ja gierig sein.“ Aszim verschraenkt die Arme und hofft, dass die Worte ein wenig Gehirn finden, um anzudocken. Alle Arachniden sperren ihre Kiefer weit auf und zischen und fauchen ihn bedrohlich an. Unauffaellig steckt Aszim beide Haende in die Hosentaschen, in seiner rechten fuehlt er den warmen Keil an seinen Fingern, einen Augenblick sehnt er sich danach, zu wissen, ob Eileb lebt. Sein Blick wird finster, als er den Keil fest mit seiner Hand umschließt. Nein, kampflos wird er sich diesen Wilden nicht ergeben.     „Ihhhrrrr unnssszzzzerrr Fffsuuutttttterrrr.“ Der Arachnid knurrt Aszim an, die anderen gehen auf die veraengstigen Tawos zu, die verweifelt weiter zurueck weichen und laut um Hilfe schreien. Arow versucht zu entkommen, wird von einem Arachnid gepackt und niedergedrueckt.     “Kàmi“ Aszim zieht seinen Keil aus der Tasche und haelt dem Arachnid das strahlende Licht direkt in die Augen. Jaulend und Fauchend wendet er sich ab. Die anderen Arachniden umzingeln ihn fauchend und versuchen ASzim dem Keil abzunehmen. Er dreht sich mit dem strahlenden Licht in alle Richtungen, wendet sich flink unter Armen hindurch und haelt den Keil hoch erhoben immer in Augenhoehe der Arachniden. Aszim weiß, dass das nur ein letzter Strohhalm ist, der bald bricht. Er kann nicht ewig diese Horde von sich fern und den anderen fern halten, dazu ist das Licht zu klein und der Radius zu begrenzt. Aber er gibt nicht auf - noch nicht. Sein Blick faellt auf die anderen, aber außer Arow, der mit einer Eisenstange auf die Arachniden losgeht, versucht niemand ihm zu helfen. Sie alle haben Angst und sich in ihr Schicksal gefuegt, lange bevor er kam.    Ein Arachnid schafft es endlich Aszim den Keil aus der Hand zu schlagen und Aszim am Kragen zu packen. Er haelt ihn hoch, direkt vor seinen Kiefer. Der Arachnid wirft den Kopf in den Nacken und jault triumpfierend auf, dann senkt er langsam seinen Hauer ueber Aszims Kopf. Er schließt die Augen und ergibt sich seinem Schicksal.    „Das war es also. So ist mein Ende, mein endgueltiges Ende? Eileb? Was ist mit Eileb ...? Aszim spuert, wie er fallen gelassen wird und plumpst hart ruecklings auf den Boden auf. Er hoert Schreie, bedrohliches Fauchen und Zischen. Als er die Augen oeffnet, ist alles weiß und strahlend hell. Er schirmt das Licht mit den Haenden ab- Zunachst ist alles nur Licht, dann sieht er schemenhaft eine Gestalt in langem Gewand auf ihn zukommen. Aszims Herz huepft vor Freude.    „Eileb? Du lebst? Dem Großen Traeumer sei dank! Ich ... es tut mir leid, dass ich an Dir gezweifelt habe.“ Dann ist das Licht wieder aus. Aszim braucht ein paar Herzschlaege, ehe sich seine Augen wieder an das Daemmerlicht gewoehnen. Doch als er dieses Mal aufblickt, steht vor ihm nicht Eileb, sondern ein weißbaertiger, junger Mann. Er traegt zwar das selbe, lange Gewand, wie Eileb, sein Lijwhan hat die selbe Form, wie die von Eileb, Fluegel aus sternenstaub und vor seinem Herzen traegt er einen riesigen Brocken Laisviej, aber es ist nicht sein Freund. Dieser hier hat weiß strahlende Fluegel ... ueberhaupt ist an ihm alles weiß und licht. Aszim setzt sich auf und schaut sich um. Er erkennt acht weitere dieser seltsamen Maenner und zwei Frauen, die im Halbkreis um ihn stehen. Sie alle tragen einen großes Stueck Laisviej vor ihrem Herzen.    Ein Fauchen schreckt ihn auf. Als Aszim sich umdreht sieht er, dass die Arachniden immer noch da sind und sie bedrohlich anknurren. Sie haben mit dieser Hilfe nicht gerechnet. Aszim steht schwerfaellig auf und wirft einen Blick auf die anderen, die sich aengstlich aneinander klammern und auf dem Boden gekauert haben, aber es ist niemand verletzt. Juzus und Arow kommen auf ihn zu. Asim betrachtet den Mann, der vor ihm steht, genauer, er hat noch niemals solch ein jugendliches Gesicht gesehen, mit vollkommen weißem Haar und langen Bart. Das beeindruckenste sind seine Augen, sie wirken sehr durchdringend und ... er kann es nicht richtig beschreiben. Feuerrot, wie ein blutendes Flammenmeer.     „Danke ... aehm... mein Name ist Aszim. Das sind Juzus, Arow und der Rest an Ueberlebenden von Aknom. Und wer seid ihr?“ Waehrend Aszim den Blick von diesen intensiven Augen abwenden muss und fluechtig die anderen acht Gestalten betrachtet, ist Arow von den Augen ganz gebannt und kann sich kaum satt sehen. Juzus gibt ihm einen Stoß und raeuspert sich. Schnell schaut Arow woanders hin, zu Juzus Leidwesen zu den beiden einzigen Frauen dieser Lichtbringer. Aszim bemerkt, dass alle weißgraue Haare und, bis auf die Frauen, lange weiße Baerte und diese blutrot brennende Iris haben.    „Rhasir“ Die Stimme ist warm und unglaublich schoen, genau, wie die von Eileb.   „Und das sind ...“ Er macht eine einladende Geste mit seiner rechten Hand.    „Ahmeij, Mutwhas, Eshmo, Sahrso.“ Dann wechselt er das Laisviej in die andere Hand und hebt seine linke.     „Vontzsuk, Whadju, Rhasam, Rahwen.“ Jeder von Ihnen spricht seinen Namen selbst aus, ehe Rhasir fort faehrt.     „Wir sind die Uthsza. Die letzten inneren Hueter des Laisviej. Und bevor Du fraegst,  ja, Eileb ist unser Bruder, er ist der letzte Inghros dort draußen.“    Aszim blickt ihm genau in das Flammenmeer seiner Augen und glaubt zu ertrinken. Er wagt es gar nicht zu atmen. Eileb ist ihr Bruder? Der Bruder dieser ... gottgleichen  Wesen? Er ist ... ? Aszim schluckt mehrmals.    „Ist ... ist er ....?“    Arow und Juzus schauen ihn verwundert an. Er kennt einen dieser seltsamen Gestalten?      „Er lebt. Doch er hat ein großes Opfer gebracht.“ erklaert Rhasir.    Aszims Beschuetzerinstinkte erwachen vollkommen. „Was? Was ist mit ihm?“    „Er hat seine Gabe zu Heilen gegeben, um Euch alle zu retten. Und selbst das war ihm nicht genug.“ Asir schweigt und betrachtet die Arachniden, die wild fauchen, sich aber respektvoll im Hintergrund halten.     Aszim ist entsetzt. „Wie? Wer, was ist hier geschehen, Rhasir? Wo ... ist er?“    „Aszim, was ist hier los?“ mischt sich Arow ein, wird aber mit einer Geste von Juzus zum schweigen gebracht.     Statt zu Antworten legt ihm Rhasir die Rechte Hand auf die Schulter und betrachtet Aszim warm und mitfuehlend. Was Eilebs weiße Lichtaugen in ihm entfachen, vermag das Flammemeer dieses jungen Mannes noch intensiver. Aszim schuettelt Rhasir`s Arm ab und geht einen Schritt zurueck. Rhasir muss auch ein Inghros sein, und der Rest von diesen Heutern vermutlich auch. Er fragt sich, warum er nicht eher darauf gekommen ist. Schon Eileb hat staendig seine Stimmung mit seiner Energie beruhigt und das ist das letzte, was er jetzt gebrauchen kann. Er will Antworten und er merkt, dass Rhasir ihm ausweicht. Das Fauchen im Hintergrund lenkt ihn immer wieder ab und dabei entgeht Aszim, dass Rhasir einen fluechtigen besorgten Blick zu Whadju wirft, ehe er weiter spricht.    „Er lebt Aszim, Du wirst ihn bald sehen. Nur Geduld.“ Geduld. Das muss wohl in der Familie liegen. Schon bei Eileb hasste er diese Gedulsmomente. Und diese Augen, dieses lodernde blutrote Feuer ... er ist froh, dass das Fauchen hinter ihm einen Grund liefert, weg zu sehen. So intensiv ist er noch nie ... durchleuchtet worden? Die Arachniden schnellen immer wieder vor und zurueck, als ob sie darauf warten, dass ihre unverhoffte Hilfe wieder verschwindet. Aber sie wagen sich nicht naeher heran, sie fuerchten das Licht. Auch um dieses Problem muessen sie sich kuemmern, denn die Wilden koennen genausowenig hier heraus, wie sie.    „Wir koennen sie zerstoeren.“ Rhasir spricht es ruhig und gefasst aus.    „Ja, ja tut das sofort.“ Juzus ist sofort feuer und Flamme, ebenso Arow. Aszim will die Entscheidung noch nicht treffen und erst ein paar Antworten haben. Er merkt, dass es gut ist, dass die Ueberlebenden sich an der hinteren Wand zurueck halten und nichts mitbekommen, sonst geabe es hier einen tumult.      „NEIN! Ich meine ... vielleicht brauchen wir sie noch, wenn wir alle hier eingesperrt sind?“    „Das kann nicht Dein ernst sein, Aszim? Diese Bestien haben unsere Freunde und Bewohner von Aknom aufgegessen! Sie muessen bestraft werden!“ Juzus ist außer sich. „Sie haben meine Freunde getoetet, gepluendert und meine Schwester ... .“ Arow bricht ab. Der Lijwhanring um seine Brust rotiert.    Aszim laesst die Luft langsam entwichen und ueberlegt. Er weiß, was hier passiert sein muß, aber er war Soldat und weiß auch, dass sie essen mussten. Er haette nie ahnen koennen, dass das Essen in der Armee aus Gefangenenresten besteht. Er will selbst Gerechtigkeit, aber sie sind stark und kraeftig. Hilflos blickt er Rhasir an.     „Ich meine nicht, sie zu toeten. Aszim. Ich spreche davon, ihren niederen Willen zu brechen und sie zu ... kultivieren.“ Erklaert er ihm.    Aszim fixiert den jungen Mann irritiert. Er versteht nicht. „Was meinst Du mit ... kultivieren?“    „Sie zaehmen. Sie zu Tawos zu machen, die sich zu behmen wissen. Sie werden ihre Gestalt behalten, aber sie werden besser und zivilisierter sein, als Arroc. Und sie werden Euch helfen, statt Euch zu bekaempfen.“     Aszim leckt sich die Lippen. „Wie soll das gehen?“ fragt er zweifelnd.     „Mit der Macht des Laisviej.“    Aszim zweifelt, diese Wilden ... ihre Verbuendteten? Sie wollen sie toeten und aufessen! Er betrachtet sie, die sich lauernd in der Naehe aufhalten. „Wir sind ihr Futter. Niemand kann aus denen da einen handsamen Tawo machen! Sie werden sich erinnern, was sie sind und wer sagt mir, dass sie uns nicht aus dem Hinterhalt angreifen, wenn ... “    Zu mehr kommt Aszim nicht mehr. Er hat nicht gemerkt, dass Whadju sich langsam von hinten genaehert hat und ihm im Klammergriff am Genick festhaelt. Aszims Arme werden links und rechts von den beiden Frauen Rhasam und Rahwen gepackt. Die anderen Hueter haben sich schueztend vor sie gestellt, um die fauchenden Arachniden wieder zurueck zu draengen. Zu seinem erstaunen unternehmen Arow und Juzus nichts und der Rest bemerkt es gar nicht.    „Hey, was zum .... Was soll das?“    „Bleib ganz ruhig, Aszim. Wir tun Dir nichts, wir helfen Dir nur.“ fluestert Rhasir. Das klingt fuer Aszim wenig vertraunserwerckend. Er windet sich, kommt aber nicht los. Rhasir haelt ihm einen Moment das Laisviej an sein linkes Ohr und laesst es erstrahlen. Aszim spuehrt einen kurzen heftigen Schmerz, dann kehrt Frieden in ihm ein. Er spuehrt, wie die Ruhe, der Druck und die Zweifel von ihm Abfallen. Langsam lassen ihn Whadju, Rhasam und Rahwen wieder los.     Arow blickt ihn schuldbewusst an und Juzus zuck nur mit den Schultern.    „Er hat es uns im Geist gesagt Aszim. Aber ehrlich gesagt, es konnte jeder von uns sehen, dass Dein Lijwhan vergraut war. “ Aszim ist zu irritiert um zu Antworten. Er versteht nicht, was das bedeutet, alle konnten es sehen?    Whadju beugt sich herab und hebt etwas schwarzes, verbranntes vom Boden auf. Er haelt es ihm hin und lenkt ihn ab.    „Was ist das?“ Aszim betrachtet das verkohlte kleine Ding in der Hand des Hueters, kann es aber nicht erkennen. Fragend blickt er die anderen Hueter an. Rhasir erklaert es ihm.    „Ein Schatten. Zu Deinem Glueck ein kleiner Schatten, der sich an Deinem Ohr fest gesetzt hat und Dir lange Zeit schon diese Zweifel eingeredet hat. Sie sind sehr selten in der SpielWelt und sie sich schlimmer als Greifer, da sie nicht immer sichtbar sind. Erst das Licht kann sie erreichen.“    Aszim starrt ihn mit großen Augen an. Er hat von Schatten gehoert, aber noch niemals einen gesehen und jetzt war sogar einer an ihm dran? „Wie kam der an mich ran? Woher? Von wem?    „Es war ein Schatten hier in Aknom, der im Licht sichtbar war. Wir koennen ihn hier drin nicht mehr fuehlen und vermuten, dass er fort ist.“    Aszim ist ihm bis eben gedanklich gefolgt, dann merkt er, wie seine Gedanken zu stolpern beginnen und ein Fragezeichen auftaucht.    „Eileb kann die Schwingung der ganzen SpielWelt fuehlen. Und ihr koennt das nur hier drin?“    „Eileb kann es jetzt auch nur noch hier drin, Aszim.“ Der Blick von Rhasir ist traurig.    „Zum Viejenver, Rhasir, sag mir jetzt endlich, was hier los ist?“     Rhasir wechselt einen kurzen Blick mit den anderen, die mit ihrem leuchtenden Laisviej auf die kreischenden Arachniden zugehen. Bevor Asim Prostetieren kann hebt er die Hand. „Waehrend ich Euch alles erklaere, koennen diese Arachniden schon die Gaenge frei Raeumen. Wir brauchen jede denkende Hand hier drin.“     Jetzt starren ihn auch Juzus und Arow aengstlich an.    „Ihr hier in diesem Raum, Eileb und zwei weitere Leben sind die einzigen Ueberlebenden von Aknom.“    Arow faengt den stoehnenden alten Juzus auf, dem die Knie nachgeben und laesst ihn sanft zu Boden gleiten.    „Das ist doch nicht alles, oder?“ hackt Aszim nach, sein sorgenvoller Blick auf Juzus gerichtet.    „Nein. Niemand in Aknom kennt uns neun, niemand in der SpielWelt weiß von uns. Wir waren die Hueter des Kristalls und haben ihn erhalten.“ Rhasir macht eine Pause, sein flammender Blickt trifft Aszim tief und endlich faellt es wie Schuppen von seinen Augen.    „Ihr habt den Kristall zum Leuchten gebracht? Es war nicht Eileb allein? Das haette er niemals allein geschafft?“    „Ja Aszim. Das waren wir, wir haben ihn geholfen, Dir und allen anderen die Zeit zu ermoeglichen, doch die Macht des Dealers haben wir unterschaetzt.“    „Was ist er? Ich meine, er ist ein Clown, eine Witzfigur, ein Zwerg? Wie kann der große Traeumer ihm so große Macht geben?“    Rhasir blickt ihn einen Moment traurig an. „Nicht der Traeumer gab ihm diese Macht. Ihr alle, die ihn fuerchtet naehrt ihn. Ihr fuettert seine Macht und schwaecht Euer eigenes Licht.“    Ein elendiges Jaulen ertoent aus dem Hintergrund erinnert Aszim daran, dass die Arachniden auch nur ein Spielball des Dealers sind. Er hat sie auch nicht gewarnt, sondern in die Lichtfalle laufen lassen. Doch warum? Was hat er davon? Aszim ahnit nicht, dass das, was er gleich erfahren soll, in ins Mark erschuettern.    Rhasir spricht weiter. „Eileb hat unser Geheimnis gewahrt - jetzt ist der Kristall zerbrochen und ... tot. Das ist aber noch nicht das Schlimmste, denn wir koennen ihn wieder aufbauen und beleben. Wir haben noch diese Brocken in unseren Haenden und ein paar weitere von Laisviej, um die Arbeit zu beginnen. Selbst Nahrung ist genug hier in der Stadt vorhanden in den Felsen. Ama Emir versorgt alle ihre Kinder. Egal, wo.“ Wieder zoegert Rhasir und Aszim bekommt angst.    „Das klingt alles so, als ob Du mit einem ... laengeren ... Aufwenthalt hier unten rechnest, Rhasir?“ Aszim fuerchtet die kommenden Worte Antwort des Hueters mehr als alles andere.    „Die Arachniden haben die Lichtbahnen zerstoert. Aknom ist eine frei schwebende, ringfoermige Stadt, die von einem uralten Energiefeld in den tiefen Steinschichten unter dem See gehalten wird. Ein sehr maechtiger Inghros hat es vor vielen Zeitaltern erschaffen, als die Stadt erbaut wurde, um die Musik der Traeume in die Welt erklingen zu lassen. Seit die Traeume verschwunden sind, ist die Stadt verstummt. Der Daeler hat einen letzten Traum mit Hilfe des Kristalls erklingen lassen, ehe die Energie den geschaedigten Kristall in unzaehlige Stuecke gesprengt hat. Der unharmonische Klang durch die Zerstoerung der Stadt wird Euch nicht entgangen sein?“    „Ach, das war das graessliche Gedoens?“ Mischt sich Juzus vom Boden ein. „Mach es nicht spannend Jungelchen! Es wird mich schon nicht umbringen. Was immer so schrecklich ist, hau es endlich raus und gib einem alten Mann Frieden!“    Rhasir betrachtet den alten einen Moment mitfuehlend. „Es wird Dir nicht gefallen, Juzus.“ Sein Blick auf den sehr viel juengeren Arow, der gegen den Alten fast selbst noch ein Kind ist, ist viel schmerzhafter, als er weiter spricht. „Der Dealer ist mit dem wahr gewordenen Traum geflohen und hat Aknom von Außen versiegelt. Wir kommen nicht mehr hinaus, wir koennen nicht mit der Außenwelt kommunizieren, weil Aknom keine Verbindung zum Fels hat und fuer die SpielWelt da draußen existiert Aknom von diesem Augenblick an nicht mehr!“     Aszim weiß nicht, wie er mit diesen Informationen umgehen soll? Lachen? Weinen? Juzus laufen Traenen aus den Augen und Arow ist kalkweiß geworden. Aszim betrachtet die Ueberlebenden, die immer noch zusammengekauert verharren, fast schon apartisch. Sie haben fast dreißig Djews den schlimmsten Alptraum hinter sich, den er sich vorstellen nur kann, nicht zu wissen, ob heute der letzte Tag ist. Sie haben jeden Djews ihre Freunde und Familien verloren, fuer ein Volk, das fuer den Wahnsinn eines Dunklen Herrschers kaempft? Oder sogar fuer seine eigenen Machenschaften? Und dann erkennt er es, was die ganze Zeit vor seinen Augen war. Keiner der Ueberlebenden hat schwarzen Rauch als Lijwhan, sie alle strahlen in unterschiedlichen Farben und Formen, sie alle haben ihre eigene Farbe noch, allerdings momentan mehr oder weniger blass und flackernd. Das ist zu viel fuer sie. Aszim schaut Rhasir entschlossen ins Gesicht.    „Wir sagen ihnen noch nichts. Erst sollen sie sich ein wenig beruhigen und die Arachniden die Gaenge frei raeumen. Und Rhasir, ich will wissen, warum diese Wilden begonnen haben, den Kristall zu zerstoeren? Was wollten sie damit bezwecken?“ Rhasir nickt und schließt die Augen. Seine Lider flattern, als er seinen Wunsch den anderen mitteilt. Dann runzelt sich einen moment seine Stirn, ehe sich sein Gesicht aufhaellt und er strahlt.    „Es gibt noch einen Ueberlebenden hier - einen kleinen Saeugling.“  Juzus bekommt es in seinen Kummer gar nicht mit und Arow lacht. Nur Aszim ist sich ueber die gesamte Tragweite dieser Neuigkeiten bewusst. Nicht mal zweihundert Ueberlebe in einer zerstoerten Stadt, die Millionen beherbergte und das arme junge Leben verbringt es gleich von Beginn an in Gefangenschaft unter der Erde. Er wird nie die Wunder der Welt sehen, einen malerischen Kemelom ueber sich und die Farben der Natur. Selbst, wenn sie es schaffen, die Lichtbahnen und den Kristall wieder aufzubauen, um die Außenwelt ueber Schwingungen zu erreichen, wie sollen sie jemals wieder aus der versiegelten Stadt heraus kommen, die jetzt nicht mehr existiert? Sie alle waren lebende Tote, die dort draußen sehr bald schon vergessen sein werden... .
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Teil 1 des WebBooks neigt sich dem Ende.    Wenn es Dir gefallen hat, dann schreib uns eine Rezension und zeig deinen Freunden die SpielWelt.   Wenn Du wissen willst, wie das phantastische Abenteuer weiter geht, dann Sei gespannt auf Teil 2.
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