Unterhaltung, Persönlichkeitsentwicklung, Bildung,
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Spielwelt-Eileb-Karte
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
SpielWelt - WebBook - Teil 1  Eileb - Reise
handweiser_musik
Ondit-klein
Texthintergrundweb
Es wird Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
spielweltv3-karte
spielwelt-handweiserRand
Markenlogo-Spielweltv3

SpielWelt® ist eine eingetragene Marke.

Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
   Starr, wie ein Fels, der seit Jahrtausenden mit dem Alasmassiv verwachsen ist, steht er vor einer Felskante, unfaehig eine Entscheidung zu treffen. Seine Arme haelt er links und rechts von von sich gestreckt, mit seinen Haende beruehrt er die rauhen Felswaende, sucht tief unten in den Schwingungen der Welt Antworten. Er hat sich Stueck fuer Stueck ueber Schutt und Geroell von dem weisen, geheimnisvollen Berg Sama Amon in die Hochebene gekaempt und war dem Pfad ein Stueck weiter hinab durch eine Felsspalte gefolgt. Am Ende der Spalte war er am Scheideweg seines Lebens angekommen. Lange verharrt er dort regungslos an der Kante und blickt hinab, nach Osten auf die dunkel gewordene Spielwelt.     Vor ihm liegen die huegeligen Auslaeufer des Alasmassiv, fruchtbares Land voll sattem Gruen, zumindest hat er es so in seiner Erinnerung, bevor er den Sama Amon vor vielen Atnos betrat. Der weg links von ihm an der Felskante entlang fuehrt ihn hinab ins Tal und weiter nach Norden durch das Mokzsij zu dem, was von Akmos, uebrig ist. Er erschauert bei dem Gedanken an Mokszij, dem Mittelgebirge der SpielWelt, das einem Labyrinth gleicht und ihn seinen Verstand kosten kann. Auf den weiteren weg nach  Akmos selbst lauern unzaehlige Arachniden, um alle Fluechtenden in die toedliche Gefangenschaft zu verbannen. Er dreht seinen Kopf leicht nach rechts und starrt ins Nichts. Eine Gewitterfahne entlaedt ihre Gewalt in unzaehligen Lichtblitzen, die auf die Erde niederprasseln. Ein seltenes, einzigartiges Naturschauspiel, die sich in den milchig leuchtenden Augen des Mannes spiegeln, waehrend sein Blick weiter nach  Sueden wandert, in das Reich von Phagenia. Sehr viel groeßer waren die Kolonien der Arachniden dort unten geworden. Er kann aus der Ferne unzaehligen kleine Beben spueren, ausgeloest von tausenden von Soldaten des Reiches, die ausgesandt werden, einen Feind zu bekaempfen, der noch nicht mal in diese Welt geborend wurde.  Er atmet schwer, schließt einen Moment seine Augen, und blickt gerade aus hinaus in die SpielWelt auf das Machtzentrum, das Herz des Dunklen Reiches, Obsidijar. Keine Stadt kann sich mit ihr messen, diesem Suendenpfuhl der Macht, errichtet fuer einen Herrscher, der sich selbst  Gott ueber allen Lebens nennt. Eine Stadt, erschaffen fuer einen daemonischen Herrscher, der auf alles rachsuechtig hinab blickt und Blut und Opfer verlangt, Samrat Tenemore. Auf einer Feuerschale spottet seine Stadt ueber die Welt, geschuetzt auf drei Saeulen, die weit in den Kemelom hinauf ragen, erbaut aus Finsternis und Tod. Ihr Lijwhan ist reines Feuer, daemonische Augen blicken in alle Himmelsrichtungen hinaus und spucken regelmaessig Greifer aus, um die Welt mit aengstlichen Gedanken zu kontrollieren. Der Weg dorthin, gefaellt ihm am allerwenigsten, aber er weiß, eines Tages, muss er ihn gehen, fuer das Ueberleben der Welt.  Er senkt seinen Blick und schließt die Augen, taucht mit seinem Geist tief hinab in die Welt, und bereitet sich auf die schwerste Entscheidung seines Lebens vor. Er, Eileb, muss sich jetzt entscheiden:  Wen soll er in der SpielWelt retten, und wen laesst er sterben?  Wer soll ihr Hoffnungstraeger sein ... ?  Was ihn jedoch am meisten quaelt, ist die Frage:  Wird es die richtige Wahl sein ... ?  Denn das weitere Schicksal der SpielWelt entscheidet sich mit dem Weg, den er gehen wird... .
   Im dichten Waldgebiet faellt es Eileb immer schwerer, sich durch das Dickicht zu kaempfen und einen Weg an schmalen Felskanten entlang ins Tal zu finden ohne Aufsehen zu erregen. Je weiter er hinab gelangt, umso oefter trifft er auf Soldaten des Reiches. Mit seinem Stab bahnt er sich einen Weg an einem schmalen Felsgrat entlang. Der Blick auf die Landschaft ist atemberaubend, waere er nicht stetig mit seiner Aufmerksamkeit auf seine unmittelbare Umgebung fixiert. Alles Leben nimmt er genauso wahr, wie die Gefahren und Dunkelheiten, die ihn umgeben. Ein paar Schritte trennt ihn noch von dem Schutzenden Dunkel der Baume, als er entsetzt schwere Schwingung von mindestens zwei Soldaten direkt vor ihm erkennt. Ihm bleiben nur wenige Augenblicke, um von den Felsgrat herunter zu gelangen und sich hinter den Baeumen zu verstecken. Eileb beeilt sich und klettert eben ueber einen Felsvorsprung am Rand der Baeume, als er abrutscht und mit lautem getoese eine Geroellhalde in die Tiefe stuerzt.     Die zwei dunkel gekleideten Soldaten bleiben alamiert stehen und greifen zu ihren Energiegewehren. Sie tragen schwere Helme und fixieren mit Ihren rotgluehenden Lichtern, wo die Augen sein sollten, alles und jeden. Es sind keine Arachniden, sondern normale Tawo`s, derer sich das Reich bedient. Vorsichtig naehern sie sich der schmalen Felskante und blicken nach unten, bereit sofort alles und jeden unschaedlich zu machen und zu inhaftieren. Toeten ist etwas, das im dunklen Reich erst erfolgt, nachdem festgestellt wurde, ob es sich um wichtige Ressourcen eines Inghros handelt, oder sonstige Faehigkeiten, die nuetzlich sind. Die Soldaten starren lange nach unten, die Energiekapsel in den Gewehren auf Anschlag. Jeden noch so kleinen Winkel suchen sie ab, um heraus zu finden, was die Geroelllawine verursacht hat. Ein paar mal hebt einer der Beiden sein Gewehr an seinen Helm, weil er eine Bewegung glaubte. Aber ...      „Nichts.“ Die Stimme des ersten Soldaten klingt blechern und enttauscht.    „Bist Du sicher?“ Die des Zweiten hoffnungsvoll.    „Ja, doch, zum Viejenver! Da ist nichts! Vielleicht irgend ein Tier, oder einer dieser verdammten Energien.“ Frustration.     „Wenn aber doch etwas da war? Einer von denen? Und wir sie entwischen lassen...? Was, wen sie herausfinden, was er hier plant? Was, wenn sie es verhindern ...“    „Sie koennen gar nichts tun. Es sind nicht mehr viele Inghros bei den Rebellen. Die meisten arbeiten fuer das Reich, oder sind tot, kapier das doch endlich.“     „Man munkelt was. Von einem Maechtigen im Berg, der kommen wird. Was, wenn er hier ... ?“    „Ich sag doch zum letzten Mal, da ist nichts. Und jetzt hoer endlich auf, mich zu nerven, du daemlicher Swelom.“
Spielwelt-Archimedes-Karte-Link
Spielwelt-Ursidae-Karte-Link
Spielwelt-Eileb-Karte-Link
   Eileb nimmt viele verschiedene Schwingungen wahr, die er noch nie gefuehlt hat. Er ist in einer kleinen Senke im Fels hinein gerutscht, einen kreisrunden Kessel. Er sieht tausende Lebenslichter in Bewegungen von Graesern und Straeuchern, die an den glatten Felswaenden wuchern und an denen er sich aus dem Kesseln heraus ziehen koennte. Ueber ihn ist der klare Sternenhimmel der SpielWelt, den alle Kemelom nennen. Und dann ist da noch etwas, was ihn vollkommen den Atem raubt und in Panik versetzt.  Dort oben ist eine Station des Dunklen Reiches, oder besser gesagt eine, die erschaffen, oder, wie die Swelom das nennen, gebaut wird, kraft ihrer Haende und Muskekraft. Das Haemmern, dass durch sein Bewusstsein gedrungen ist, ertoent dort oben in luftiger Hoehe, wo die Arbeiter seltsame Schienensysteme in den Himmel errichten und wuchtige Bolzen mit schweren Haemmern in das Metalgestaenge treiben. Doch das, was ihn in Angst und Schrecken versetzt, sind die Rufe der Soldaten, die sich zu ihm in den Kessel herablassen. Eileb muss hier weg, und zwar schnellstens und er hat keine Ahnung, wie er hier heraus kommen soll.
Texthintergrundweb
spielwelt-handweiserRand
Spielwelt-Dealer-Karte-Link
EILEB
Eileb-Schrift
spielwelt-handweiserRand
Rand
Eileb-BlickaufObsidijar
SpielWeltv3-eileb-Vision
   Eileb steht starr und ruhig an der Felskante, die Augen geschlossen und betrachtet lange in seinem Geist die Vision, die sich vor vielen Atnos tief in seine Seele eingebrannt hat. Das geteilte Gesicht eines Tawo`s, den er noch nie zuvor gesehen hat. Als das Bild zum ersten Mal in seinem Geist auftauchte hat sich vieles in ihm offenbart, jedoch bleibt ihm der Großteil noch verborgen. Immer noch unschluessig oeffnet Eileb die Augen und dreht den Kopf ganz nach rechts, gen Sueden. Seine Lichtaugen durchdringen im Geiste die Tiefe von Phagenia`s Reich, und entdecken dort etwas drohendes, was jedem Tawo der Spielwelt verborgen bleiben wird. Nur einen Moment schließt er seine Augen und laesst  seinen Geist dorthin hinab gleiten, einen Moment nur, der bereits ausreicht,   dass sein Gesicht verschwitzt ist. Dort unten spuert er eine Hitze, die Boshafter ist, als alles, was er in der Spielwelt jemals gefuehlt hat. Den Blick immer noch nach Sueden gerichtet, sieht er hinter seinen Augen ein flammendes Lichtermeer tosen, seine boshaftigkeit brennt tief und laesst selbst die Erde verdoerren.     Eileb wischt sich kurz ueber die Stirn und haelt inne. An seiner Hand ist Blut, sein Blut. Er kann es nicht sehen, wie ein normaler Tawo der SpielWelt auf Grund seiner Blindheit. Aber er sieht viel mehr, schwaecher werdende Schwingungen, die auf seiner Handflaeche pulsieren und in kleine, alles verschlingende Oeffnungen ins Nichts muenden. Verwirrt reibt er seine Finger ueber den Handballen und wischt sich die Hand an seinem Umhang ab. Er nimmt seinen Schal, den er um den Hals traegt und wischt sich die Stirn ab. Eine feine Blutspur durchzieht das leinenartige Gewebe. Es war nur ein Moment am Rande des Abgrunds in Phagenias Reich, und doch war er nah genug dran, dass bereits von ihm genommen wurde. Eileb wickelt sich den Schal umgedreht wieder um den Hals, so dass das Blut fuer fremde Augen nicht sichtbar ist. Er wuerd kuenftig sehr vorsichtig sein muessen, da er es mit Faehigkeiten zu tun hat, die er noch nicht kennt. Unentschlossen dreht er den Kopf nach links, folgt der Landschaftsschwingung hinauf nach Aknom, in die gefallene Stadt. Er hadert immer mehr mit sich, ob er die richtige Entscheidung fuer die Spielwelt treffen kann. Hinauf nach Aknom, oder in den Sueden? Leben oder sterben...     Eileb seufzte tief und stuezt sich einen Moment am Felsen ab. Er droht fast unter seiner Last dieser großen Verantwortung zu zerbrechen.  „Großer Traeumer, bitte Hilf mir? Was soll ich tun?“ Eileb schließt einen Moment die Augen und beginnt, dem Großen Traeumer fuer seine Hilfe zu danken.    „Großer Traeumer, ich danke Dir, dass Du mich leitest und mir den Weg weißt. Ich vertraue Dir und weiß, Du findest fuer mich den richtigen Weg, ebnest fuer mich Pfade, baust Bruecken, wo keine sind und versperrst Wege, die in die Irre....“ In dem Moment, als Eileb diesen Gedanken laut ausspricht, stuertzt eine Handbreit neben seinem rechten Fuß ein etwa hundert Camon breites Stueck Felskante in die Tiefe. Erschrocken und mit klopfenden Herzen presst er sich ganz fest an den kuehlen Fels in seinem Ruecken und starrt mit offenen Mund auf das bodenlose, pulsierende Nichts, dass sich links von ihm erstreckt. Er schluckt mehrmals und jappst, wie ein Fisch auf den Trockenen.    „Oh... kaey... eindeutiger geht es nicht mehr.“ Sein Blick geht kurz in den Himmel  hinauf.     „D..d...danke Gr..oßer Traeumer. Das ... naechste Mal bitte weniger schreckhaft...“  Schon will er sich vorsichtig an dem Schlund vorbei schieben und den Weg nach links einschlagen, da grollt es erneut und weitere Felsvorspruenge brechen hinter ihm ab. Eileb zoegert nur noch einen Moment, ehe er deutlich an  Tempo zulegt. „Ja, ja, ist ja schon gut. Ich hab verstanden... .“ So schnell wie moeglich eilt er hinab ins Tal, um den Weg nach Aknom einzuschlagen.
   Eileb ist ein Inghros mit der Faehigkeit, Laisviej zu beherrschen und zu formen. Seine Welt sieht er nicht mit seinen physischen Augen, da das Licht seines geliebten, glasaehnlichen Materials ihn sein Augenlicht genommen hat. Fuer seine Gabe und seine Liebe ist er scheinbar bestraft worden, jedoch hat er einen viel groesseres Geschenk dadurch erhalten, das Sehen in die Tiefe der SpielWelt hinein, das Sehen in Schwingungen. Er sieht die Welt, wie niemand anderer und doch ist er im Moment ein einsamer Wanderer, der sich Kraft seiner beiden Beine durch das karge Mittelgebirge seinen Weg bahnen muss in Richtung Osten hinab. Vorbei an den Schergen des dunklen Reiches, vorbei an dem Machtzentrum des dunklen Reiches, ohne entdeckt zu werden.  Seit vielen Beshmi wandert er schon die karge, dunkle Gebirgslandschaft herab, die seit Jahrtausenden kein strahlendes Sonnenlicht mehr gesehen hat. Immer wieder verharrt er und lauscht in die Tiefen der Felsen hinein, lauscht der Armee der Arachniden, um ihnen auszuweichen. Oft hat er nur Glueck und kommt an einem Felsen vorbei, der eine Ader aus Laisviej beherrbergt. Eileb nutzt diese Lichtader als Durchgang, um sich geschuetzt vor dem Reich im Berg fortzubewegen. Jedoch, je weiter er zur Ostkueste herab gelangt, umso spaerlicher sind die verschlungen Bergpfade und um so endloser wird das Flachland, dass sich bald vor ihm erstrecken wird.     In den Bergen war er stets mutterseelen allein, keine Tawoseele ist ihm begegnet, nur Soldaten und Handlanger des Reiches. Ein paar Mal fuehlt er in der Tiefe der Berge hinab, aber alles, was er wahr nimmt, sind vereinzelte Schwinungen, die von Sweloms stammen und Schwingungen, die er noch nicht richtig zuordnen kann. Donnernd und schnell aus der Tiefe des Felsens und auch ueber dem Land. Diese Schwingungen verbreiten sich erst seit wenigen Atnos in der SpielWelt, aber anders als alles, was er fuehlen kann, sind diese kalt und fast schon leblos. Und was ihm am meisten Sorge bereitet: in ihnen sind viele leere Tawoseelen und dunkle Inghros, die in rasanter Geschwindigkeit hindurchrauschen und sie alle verlaufen von jedem Winkel der SpielWelt nach Obsidijar, der Hauptstadt des dunklen Reiches. Menschliche Augen koennen nur vermuten, wie er Schwingung zu sehen vermag ...                            Eileb verliert keine Zeit mit Gruebeleien und eilt immer weiter den Berg hinab. Je weiter er wandert, umso schwerer wird sein Herz, da er erkennt, dass er viel zu lange in seiner Hoehle gebraucht hat, um das Glas zu formen. Viel zu lange, in denen zu viele von Ihnen verloren waren. Er fuehlt, nur noch wenige Feuer von Inghros in der Weld lodern, die ihre Gabe leben. Nur noch wenige, die an die Traeume glauben und ihre Macht nutzen. Eileb erkennt in den Schwingungen, die er wahr nimmt, dass er einer der wenigen Inghros ist, der sich noch frei in der SpielWelt bewegen kann, so lange er im Verborgenen bleibt. Wie lange das noch so bleiben wird, daran wagt er nicht zu denken. Geschweige denn von den vielen weiteren, wie er, die unter der Macht des Reiches zusammenbrechen werden, ehe er an seinem Ziel angekommen ist.     Fuer einen Moment laesst er die Traurigkeit zu, ueber alle gefallenen Inghros, die in den Faengen des Reiches ihr dasein fristen oder bereits tot sind. Er erinnert sich an Archimedes, der in den Tiefen des Sama Amon gefoltert wird, bis er aufgibt oder sich auf die Seite des Reiches begibt. Einen Moment gibt er sich seiner Sorge der ausbreitenden Dunkelheit in der Welt hin. Dann schuettelt er die grausamen Gedanken ab, um nicht die Aufmerksamekeit der negativen Greifer auf sich zu ziehen und selbst in die Faenge des Reiches zu geraten. Die Greifer, gieren stets nach Gedanken der Angst und Sorge, von denen sie sich ernaehren. Das Reich nutzt sie bevorzugt zur Jagd auf Inghros und abtruennige, die ihre Gedanken nicht beherrschen koennen und so zum Opfer werden. Er bleibt einen Moment stehen und laesst seinen geistigen Blick auf die Talsole hinab schweifen. Vor ihm beginnt die Waldgrenze der rauhen Gebirgskette des Alasmassiv. Eine Zeitlang kann er sich noch im jetzt Schutz der Baeume ins Tal fortbewegen und verschlungenen Pfaden folgen, ehe er sich durch das Flachland wagen muss. Es sei denn, der Große Traeumer, weißt ihn einen Weg, einen schnellen Weg hinauf nach Arjen. Der Hafenstadt, deren kuppelartiger Lijwhan in einem feinen maigruen schimmernd bereits am Horizont ersichtlich ist, so gewaltig ist das Leben dort unten, am anderen Ende der SpielWelt.    Eileb kennt sie noch, die Adtoghans der alten Inghros. Transportoeffnungen, die einen in Sekundenbruchteilen zu seinem gewuenschten Ziel bringen ueberall in der SpielWelt verteilt, hinter einem Felsen, einem Baum, einer Tuer oder mitten im Feld. Die alten Inghros haben sie genutzt, um die SpielWelt fuer jeden erfahrbar und erreibar zu gestalten. Ein bequemes Fortbewegungsmittel. Eileb war allerdings zu lange in den Tiefen des Sama Amon abgeschottet und hat von den Veraenderungen des Reiches auf der Oberflaeche nicht viel an sich heran gelassen. Seit seinem Aufbruch aus dem Berg war er bereits an ein paar dieser Bewegungspunkten vorbei gekommen und hatte immer wieder Momentelang mit sich gehadert, ehe er vor der gierigen Schwingung, die diese Oeffnungen austrahlen zurueck gewichen und schweren Herzens zu Fuß weiter gewandert ist. Das dunkle Reich hat auch diese Wege der Inghros besetzt und zu Fallen gewandelt, um die ganze Welt nach und nach zu kontrollieren und auch den letzten freien Inghros zu beherrschen.
Spielweltv3-Eileb-Schwingung-Tal
Rand
Spielweltv3-Eileb-Tal
Rand
SpielWeltv3-eileb-patroille
Patroille-Wald-Felsvorsprung
   Eileb rutscht wenige Meter mit der Geroellhalde ueber die Felskante hinab, ehe er einen kleinen Vorsprung zu fassen bekommt und sich unterhalb in eine Vertiefung verstecken kann. Mit all seiner Konzentration krallt er sich fest und versucht gleichzeitig seinen Liwhan zu baendigen, um sich mit seinem gelben Lebenslicht nicht zu verraten. Die Augen fest geschlossen konzentriert er sich vollkommen auf die Schwingung der beiden Soldaten ueber ihn, bereit sofort loszulassen und in die Tiefe zu stuerzen, falls sie ihn entdecken. Trotz der Gefahr in der er Schwebt erstaunt es ihn, dass die Soldalten keinen Lijwhan haben, sondern nur schwarzen Rauch verstroemen. Der einzige, der keinen Liwhan besitzt ist Samrat Tenemore, der Herrscher des dunklen Reiches. Oder sollten in seiner Abwesenheit mehr Tawo`s geboren worden sein, die ebenfalls keinen haben? Eileb kann sich darauf noch keinen Reihm machen, aber er wird der Sache auf den grund gehen. Eine schiere Ewigkeit scheint er so zu haengen, als die beiden Soldaten ueber ihn endlich ihre Suche abbrechen und ihrer Wege ziehen. Eileb wartet noch einige Kajims lang ab, ehe er es wagt, sich vorsichtig an den Felsvorsprung hochzuziehen.  Doch er gibt der Vorsprung unter seinem linken Fuss nach und er rutscht endgueltig in die Tiefe.
Rand
Rand
SpielWeltv3-eileb-Talstation
Chaos. In seinem Bewusstsein herrscht nur Chaos. Alle Formen rauschen mit rasnter Geschindigkeit an seinem geistigen Auge vorbei, geben keine klare Form frei, sondern hinterlassen noch mehr Verwirrung als Vorher. Nur nach und nach glaubt er zwischen den Haemmern Rufe ausmachen zu koennen, die durch die Schlucht hallen. Er atmet erneut tief ein und aus und konzentriert sich auf Klarheit in seinem Geist. Denn lange kann er hier nicht mehr bleiben und es ist ein Wunder, dass er noch nicht entdeckt wurde. Er zieht sich in sich zurueck und versucht sich zu beruhigen. Vor seinem geistigen Auge ist er in seinem Berg, in seiner Hoehle, an seinem See, an den klaren tiefen See, in dessen Oberflaeche sich die Reinheit der Welt spiegelt. Er denkt an den klaren tiefen See, in dem das Leben pulsiert und erstrahlt. An den See, wo alles Leben beginnt und die Schwingung sich ausbreitet, wenn ein Tropfen hinein gelangt.  Langsam beruhigt sich sein Geist, je tiefer er in seinen See eintaucht und sich mit den Wellen davon treiben laesst. Er laesst sich hinaus treiben in die Welt, in das Jetzt.   Dann endlich ist er bereit und oeffnet sich erneut der Schwingung an dem Ort, wo er sich befindet.
Rand
SpielWeltv3-eileb-Talstation1

 Eilebs Blick rauscht nach oben durch den Kessel und schaetzt die Entfernung der Soldaten ein. Der erste ist noch etwa 150 camons ueber ihm, was ihm nur wenige Hundert Herzschlaege Zeit verschaft. Er zoegert nicht und kauert sich unter einem kleinen Felsvorsprung zusammen, um vor Schuessen geschuetzt zu sein. Dann legt er seine Haeande links und rechts an die Felswaende und taucht mit seinem Geist in die Kaesselwaende hinein. Er sucht nach einem Ausgang. Im ersten Moment ist er von den vielen Schwinungen zu sehr abgelenkt und nimmt immer noch zu viel unordnung wahr. Eileb zwingt sich regelrecht zur Ruhe, um der drohenden Gefahr zu entkommen. Er opfert sechs Kajims und atment bewusst langsam ein und aus, er merkt, wie er ruhiger wird.  

  Erneut oeffnet er seinen Geist und erkundet den Kessel, so schnell er kann. Als erster lokalisiert er die Positionen der Soldaten und sucht einen Weg, an Ihnen vorbei zu gelangen. Jedoch verwirft er diese Idee sofort, als er erkennt, dass sich die Soldaten ringsherum an allen Seiten ab seilen, um ihn keine Fluchtmoeglichkeit zu geben.

100 camons. Eileb sucht weiter, blendet die naeher kommenden Soldaten aus, um sich von ihrer dunklen und bedrohlichen Schwingung nicht ablenken zu lassen. Der Kessel besteht aus massiven Fels, auf dem Moos und allerhand geflecht waechst. Ideal zum heraus klettern, jedoch zu Massiv, um einen Ausgang zu graben. Er entdeckt keine einzige Lichtader, keinen Spalt oder Riss. Kein Tier hat ihm eine Hoehle hinterlassen, in der er sich verstecken koennte, um den Soldaten zu entgehen. Nur dieser massive, dunkle Fels, der ihn wie ein Grab umgibt. Eileb zieht sich erneut zurueck, um sich einen Moment zu sammeln. Wieder opfert er wertvolle Kajims, die ihn fehlen koennten.

Nur noch 50 camons, bis der erste Soldat bei ihm im Kessel ist. Die Rufe werden lauter, die Echos dringen von immer mehr Seiten zu ihm auf den Grund. Laengst haben sie erkannt, dass dort unten ein Inghros in der Falle sitzt. Eileb hoert das knisternde Summen  von Energiekugel, die in den Kammern der Gewehre lauern, bereit, jederzeit zu ihm in die Tiefe zu rauschen. Noch ist er unter dem Felsen geschuetzt, aber was ist, wenn sie vor ihm stehen? Das Gewehr direkt auf ihn richten und ... ? Eileb schuettelt sich und sucht fieberhaft nach einem Ausgang. Er rauscht im Geist durch alle Schwingungen im Kessel, nimmt aber nichts wahr, was ihm helfen koennte.

  „Oh großer Traeumer, warum hast Du mich erst hier her gebracht, wenn es jetzt schon vorbei ist? Was ist es, was Du mir hier zeigen willst?“ Seine Haende schwitzen und er reibt sie einen Kajim ueber seine Umhang, ehe er erneut die Waende beruehrt. Wieder kostbare Herzschlaege verschwendet. Doch dann erkennt er etwas.

Nur noch 25 camons.

  Vereinzelte Energiekugeln schießen zu ihm hinab und prasseln um ihn herum auf den Boden nieder. Eileb kauert sich noch weiter zusammen, eisern versucht, keine einzige zu beruehren. Unter dem Felsvorsprung genau ueber ihm ist eine dunkle, schwarze Schwingung, ein Bewegungspunkt. Er hat diese Schwingung bisher wegen den Soldaten vollkommen uebersehen. Das waere eine Fluchtmoeglichkeit, dennoch rettet  ihn das nicht. Was Eileb nicht gefaellt ist die Tatsache, dass dieser Punkt vom dunklen Reich versiegelt ist. Ein sehr altes Siegel, dass nur die Augen von Inghros sehen koennen, baumelt wie eine Kette davor herab. Gemacht in einer Zeit lange vor der Erschaffung von Nemundur, aber doch unverkennbar vom dunklen Reich. Diese Tuer kann ihn ueberall hinfuehren, selbst in Samrat Tenemores Schlafzimmer. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass er keinen anderen Ausweg hat und so immerhin ein wenig Zeit schinden koennte, muss er das Risiko eingehen.

Nur noch 10 camons.

   Eileb starrt im Geist den Bewegungspunkt an, unfaehig, diese Chance zu ergreifen. Risiko oder Verderben? Chance oder Tod? Immerzu achtet  er dabei genau auf den Soldaten, der in wenigen Kajim auf den Boden des Kessels auftreffen wird. Soll er es wagen, oder sich verhaften lassen und versuchen zu entkommen? Eileb atmet tief durch. Er sieht die Schwingung, wie der Soldat wenige camons ueber ihm ein letztes Mal die Muskeln in den Beinen anspannt, sich von der Felswand wegdrueckt und an seinem Seil herab laesst. Waehrenddessen starrt Eileb immer noch erstarrt nach oben auf den Bewegungspunkt. Langsam streckt er seine Hand nach dem Siegel aus und verharrt einen letzten Kajim, ein Stoßgebet zum großen Traeumer auf den Lippen. Mit einer heftigen Vibration, die den Kessel erschuettert, schlaegt der Soldat auf den Boden auf und rollt sich ab. Begleitet von dem zischenden Summen seines Energiegewehres, in dem mehr als eine Kugel geladen ist.

  Eileb atmet aus und senkt den Kopf. Voellig perplex starrt er einen Kajim lang auf die strahlend helle Flaeche genau vor ihm. Das hat er nun ueberhaut nicht erwartet. Er hat alles abgesucht, den ganzen Kessel, alle  Waende, aber nicht das, was sich die ganze Zeit genau vor seinen Augen befindet.

Spielweltv3-Eileb-Schwingung2

  Der Soldat ist neben ihm vor der Niesche zum stehen gekommen, angespannt blickt er ihn genau an, die Waffe vor dem Gesicht, bereit sofort zu schießen. Eileb schaut ihm mit einem mitfuehlenden Blick in die Augen. Es verwundert ihn nicht, dass der Soldat keinen Helm traegt, sondern blickt tief, unendlich tief in diese rehbraunen Augen, tief in seine Seele hinein. Er fixiert den Feind, der fuer ihn keiner ist, schenkt ihm das Lebenslicht seiner blinden Augen und eine Waerme, die alles dunkle vertreibt.  Der Soldat zoegert, nur einen Moment, aber doch zu lange. Eileb wirft sich augenblicklich hinein in den Felsen vor ihm.

  Der Soldat ist wie versteinert. Unfaehig, seinen Befehl auszufuehren, steht er still und saugt immer noch den Moment in sich auf, saugt diese Waerme des Mannes auf, der ihn angesehen hat, wie noch niemals zu vor etwas in seinem Leben. Nicht aus Liebe, sondern Wahrhaftigkeit. Zum ersten Mal in seinem Leben fuehlt er wieder sich selbst. Wie kann ihn ein blinder Mann so ansehen, so tief? Er realisiert nicht, wie die anderen Soldaten um ihn im Kessel ankommen, auf die Stelle schießen, wo der Inghros verschwunden ist. Wie sie versuchen den Zugang zu oeffnen. All das ist unwichtig fuer ihn. Nur der Moment zaehlt noch, das festhalten und einbrennen dieses Blickes in seine Seele. Er ist ein Soldat des dunklen Reiches, fuer das Gefangennehmen und Toeten von Rebellen  ausgebildet. Fast sein ganzes Leben im Dienste des großen Herrschers. Und nur ein Blick durch die Augen eines Blinden lassen sein Weltbild erschaudern. Wie ist das moeglich? Und wer ist der Kerl? Er erkennt, dass er mehr ueber ihn erfahren moechte und insgeheim hofft, ja betet, dass der Inghros entkommt.

  Irgendjemand schuettelt ihn grob an der Schulter, was er nur schwach fuehlt. Dann explodiert ein Schmerz in seinem Gesicht, der ihn zu Boden wirft. Benommen bleibt er unten, einem metallischen Geschmack im Mund. Er schnappt nach Luft und spukt, betrachtet den dunklen Fleck auf den Boden vor sich, sein Blut. Er betastet sein Gesicht und fuehlt Schmerz und eine klebrige Fluessigkeit an seiner rechten Schlaefe. Angewidert zerreibt er sie zwischen seinen Fingerspitzen und will sich aufrichten. Wut macht sich in seinem Bauch breit, Wut ueber den, der ihm den kostbaren Moment der Erinnerung geraubt hat. Als er sich halb erhoben hat, trifft ihn ein weiterer Schlag in die linke Seite. Wieder jagd ein grauenvoller Schmerz durch seinen Koeper, der ihn fast zerreißt und den Atem raubt. Nach Luft japsen und hustend kruemmt er sich zusammen und versucht sich von dem Peiniger wegzurollen. Aus den Augenwinkeln bemerkt er, dass er neben der Niesche liegt, durch die der Inghros verschwunden ist. Er versucht danach zu greifen, als ein Stiefel mit voller Wucht auf seine Hand tritt und ihn qualvoll aufbruellen laesst. Warum wehrt er sich nicht? Er ist wie gelaehmt und laesst die Schlaege einfach zu. Normalerweise haette er den Angreifer laengst zu Brei geschlagen und getoetet.

  „Was machen wir jetzt mit ihm?“ Nummer 0, ein Anfaenger, ein Gruenspan. Alle Neuen heißen Nummer 0. Die Nummer sagt den Rang aus, den du in der Armee des Reiches hast, oder um es mit den Worten des Samrat zu erlaeutern: Verhaftungen und Toetungen von Verraetern erhoehen die Zahl, den Rang, das Ansehen. Null heißt null, nada, nichts, niemanden auf dem Gewissen haben, ein Feigling sein. Die Stimme von 0 klingt verweichlicht und blechern hinter dem Helm, die blauen Lichtioden, blicken fast schon mitleidend zu ihm herab. Er muss noch viel lernen, viele toeten, will er ueberleben.

„Das, was wir mit allen Verraetern machen, Du Null.“ Verachtung und Zorn schwingt aus dem Helm von Nummer 049, die Lichtpunkte funkeln boese zu ihm auf den Boden herab. Das Reich besteht darauf, dass jeder Soldat und Offizier seine Null behaelt, um stets zu wissen, wo er in der Hirachie des Reiches trotz aller Verdienste steht. Unter dem einen Herrscher.

  „Er ist einer von uns. Jedem haette es passieren koennen. Sie sind viel zu maechtig fuer uns Sweloms.“ Beschwichtigend. Trotz seiner Schmerzen am Boden muss er schmunzeln. Der Gruenschnabel versucht immer fuer alle Partei zu ergreifen und sie zu retten. Aber er wird auch noch lernen, wie hart das Dunkle Reich ist. Besser er begreift es schnell, ehe es zu spaet ist und er selbst hier unten liegt.

  „Inghros. Pah. Dieses elende Pack, dass der neuen Weltordnung im Weg steht. Nein, dieses Stueck Dreck hat keine Macht drauf, nur Zaubertricks. Und mit so einem Trick hat er diesen Vollidioten hier geblendet. Geglotzt hat er nur, statt zu schießen und den Wuestendreckfresser zu schnappen. Sieh ihn Dir an, wie elend der Verraeter dort unten liegt und diesen Inghros anhimmelt. Solche, wie ihn kann die Armee nicht mehr gebrauchen.“

   „Nummer 068.“ Sagt die Null.

  Irritiert haelt 049 einen Moment inne und packt Null am Kragen. „Wie war das?“

  „I... Ich ... sagte, Nummer 068. Das ist seine ... .“

  „Ich weiß, was das bedeutet, Du Null. Aber das heißt auch, dass ich ab sofort der Kommandant bin, da ich jetzt die hoechste Nummer von Euch Pfeifen habe. Ihr Jungspunde hier, noch frisch und gruen hinter den Ohren koennt hier noch einiges lernen.“

  Er stoeßt Null von sich, der sich nach Luft japsend den Hals reibt. Halb benommen lauscht Nummer 068 am Boden den Worten seiner Leute, die sein Schicksal gemaeß dem Protokoll bereits besiegelt haben. Er hat sie schon unzaehlige Male gehoert, als er selbst eine Null war und sich hochgekaempft hat, Zahl um Zahl, Toter um Toter. Noch viel oefter hat er sie selbst gesprochen, seitdem er der Kommandant ist. Allen anderen vor ihm, die Versagt haben hat er diese Worte vor die Fuesse geworfen. Allen hatte er es gesagt und sie dann emotionslos und eigenhaendig erschossen. Das ist das Gesetz des dunklen Reiches. Verrat wird nicht geduldet und wer einen Fehler macht, ist ein Verraeter. Geglaubt und ausgefuehrt hat er es bedingungslos, bis eben. Bis er just selbst daran glauben muss. Nur fuer einen Moment Wahrheit, fuer einen Moment Frieden.

Wieder starrt er die Felsniesche an, durch der Inghros entkommen ist. Er glaubt kaum, dass er ihm folgen kann. Sicherlich hat er den Durchgang laengst versiegelt und ist weiß gott wo in der SpielWelt unterwegs. Hat verdammtes Glueck gehabt, ueberhaupt noch auf einen alten Bewegungspunkt zu treffen, der nicht zum dunklen Reich gehoert. Aber was hat er schon zu verlieren? Vorsichtig waelzt er sich herum, stoehnt nicht zu uebertrueben genug und spielt einfach mit, nur um naeher an die Niesche heran zu kriechen.

  „Da, sieh Dir doch mal dieses Stueck Dreck an. Das soll unser Kommandant gewesen sein? Du kommst hier nicht raus, also versuch es erst gar nicht.“ Das boese zischende Summen ertoent, als 049 eine ganze Salve an Energiekugeln in den Lauf seines Gewehres laedt.

  Nummer 068 weicht weiter in die Niesche zurueck, bis er im Ruecken die kalte und rauhe Rueckwand spuehrt. Dann hieft er sich langsam in eine knieende Position, die unterwuerfig genug erscheint, ihn aber immerhin erlaubt, sich zu bewegen und zwar sehr, sehr schnell. Und das muss er, sollte der Bewegungspunkt noch offen sein. Falls nicht, ertraegt er es wie ein Kaempfer und stirbt einen ehrenvollen Tod. Erschrocken ueber seine eigenen Gedanke stellt er fest, wie widerstandslos er sein Schicksal erduldet. Ja, wie hart und stetig er vom Reich beherrscht und geformt ist. Sein Verhalten im Tode laeuft fast schon genauso nach Protokoll ab, wie alles bisherige in seinem Leben. Hatten alle vor ihm ebenso gefuehlt? Nichts? Einfach das Sterben zulassen? Fuehlten Sie Schuld? Oder gar Unrecht? Oder glaubten sie an die Wahrheit ihrer Handlung?

  Nummer 049 ueberprueft pfeifend seine Waffe und geht seelenruhig ein paar Schritte zurueck. Wohlwissend, dass seine Beute nicht mehr entkommen kann.

  Fast wie in Zeitlupe laeuft alles fuer 068 am Boden ab, waehrend er erkennt, wie wichtig ihm die Frage nach der Wahrheit im Augenblick ist. Jetzt, nach den vielen Toten, die den Weg seines Lebens gepflastert haben, fraegt er sich allen ernstes, ob sie an die Richtigkeit ihrer Handlungen glaubten. Was fuer einen Witz der Verstand doch in solchen Momenten ausspucken kann. Und doch tut er es, den Sinn seines Lebens hinterfragen. Es fuehlt sich richtig an, den Inghros gehen gelassen zu haben. So verdammt richtig, diese einzige gute Tat in seinem Leben zu haben. Er wird es wieder tun, haette er die Chance. Vielleicht ist er tief im Herzen doch ein Verraeter, ganau wie seine Eltern.

  Nummer 049 legt sein Gewehr an und ziehlt auf ihn. Auf Hoehe von seinem Bauch erscheint ein blauer Lichtpunkt auf seinem Anzug, der langsam nach oben zu seiner Brust wandert, dorthin, wo das Herz ist. Fuer einen Moment erinnert er sich an sie. Wie sie am Tisch beim Abendessen saßen, Vater und Mutter, kurz bevor das Reich sie verhaften und nach Nemundur bringen lies, vor vielen, vielen Atnos. Er erinnert sich an den koestlichen Geruch des einfachen Essens, das seine Mutter aus allem zubereiten konnte. Er spuehrt immer noch das waermende Feuer im Kamin auf seinem Gesicht, als er damals abends davor saß und die Geborgenheit in seinem Zuhause in sich aufsog, wie ein Ertrinkender. Sein Hafen, bis die Tuer unter derben Schlaegen erschuetterte, als Ihr Freund Jahcobus sie warnte. Vor allem aber erinnert er sich an den hoffnungsvollen und starken Blick seines Vaters im Angesicht der Grausamkeit, als er ihn zwischen den Bodendielen vor dem Reich versteckte. Seine letzten Worte, ehe ihn die Dunkelheit umfingen und fest hielt, waehrend seine Eltern verschleppt wurden und er stille Traenen weinte und versuchte stark zu sein.

  „Glaube niemals dem Reich. Glaube immer nur Deiner eigenen Wahrheit und hoer auf Dein Herz. Es kommt eine Zeit wieder ohne Angst, ohne Dunkelheit. Eine Zeit, in der Inghros und Sweloms friedlich miteinander leben werden, beschuetzt im Licht.“

Er wird jetzt auch so stark sein.

Mutig und Stolz hebt er seinen Kopf und blickt zu Nummer 049 auf. Er braucht das Gesicht unter dem Helm nicht sehen, dass dahinter lautert. Er kennt es nur zu gut, diese frettchenartige, furchendurchzogene Fratze der Niedertracht, die ihn schon viel zu lange begleitet und nach seinem Platz giert. Mit festen Blick sieht er seine Maenner an, die alle nach und nach den Kopf weg drehen und nutzt unscheinbar den Moment, um seine Position zu pruefen. Er ist jetzt genau neben dem Durchgang und braucht nur die Hand hinein zu strecken. Aber er wagt es nicht, noch nicht.

  Das Frettchen 049 fixiert ihn, das Gewehr angelegt, weiße lichtblitze zuengeln aus den Energiekugeln in der Kammer. Der Gruenschnabel neben ihm wendet zuletzt auch den Blick ab. Niemand will damit etwas zu tun haben und doch machen alle stillschweigend mit. Immer schon, wenn einer verschwinden soll, der ihrem weiteren Rang im Weg steht. Die Leiche wird irgendwo zurueck gelassen, der Laden laeuft weiter und das Reich ist zu frieden.

  „Noch ein paar letzte Worte, Verraeter?“ Er glaubt es regelrecht zu spueren, wie sich dieses Frettchen gierig wie ein Raubtier die rissigen Lippen unter dem Helm leckt.

  „Ja.“ Er ist erstaunt, wie hart und fest seine Stimme klingt, trotz seiner Anspannung.

  „Ihr werdert noch merken, dass das alles ein einziger Fehler ist. Alles, das ganze Reich ist der Verraeter an der gesamten SpielW ... .“

Weiter kommt er nicht. Zu seinem Erstaunen hat ihn bereits ein Arm gepackt und mit Wucht durch den Bewegungspunkt gezerrt, bevor ihn Nummer 049 erschießen kann.

Rand
Spielwelt-Arjen-Karte-Link
Spielwelt-Tczarles-Karte-Link
Aus der Ferne hoert er ein Haemmern. Es droehnt tausendfach durch sein Bewusstsein, gemischt mit einem Echo, dass durch ihn durch erhallt. Ein pochender Schmerz, der rythmisch in seinem Kopf pulsiert. Vorsichtig versucht er sich zu bewegen und verzieht seine Mundwinkel als ein weiterer Schmerz durch seinen Koerper schießt. Er atmet mehrmals tief und bewusst ein und aus, ehe er sich einen weiteren Versuch gestattet und sich langsam bewegt. Immer noch schmerzt es ueberall, aber er schafft es langsam, sich in eine halbwegs sitzende Position zu bringen. Immer noch vernimmt er das Haemmern und diesen seltsamen Hall, aber er kann sich noch nicht richtig orentieren. Er erinnert sich, dass er auf eine Patroille des Reiches gestoßen war und ueber die Felskante gerutscht ist. Er glaubt sich noch an den Felsen haengend zu sehen, ehe er einer rasaten und schmerzhaften Rutschpartie gleich hinab in die Tiefe geglitten ist. Eileb fasst sich an den Kopf und stellt fest, dass er nur ein paar Schrammen abbekommen hat. Vorsichtig und mit zusammengebissenen Zaehnen bewegt er seine Glieder, aber es scheint nichts gebrochen zu sein. Immer noch dringt der seltsame Hall in sein Bewusstsein, klopft stetig an, aber er versteht es einfach nicht. Benommen lehnt er sich an den kuehlen Felsen zurueck und versucht die Schwingungen in seinem Geist zu ordnen.
Bloglink
Bloglink
Bloglink
Spielweltv3-Eileb-Aszim
Bloglink
v3
Dealer-Schrift