Unterhaltung, Persönlichkeitsentwicklung, Bildung,
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Spielwelt-Jim-Karte-Aknom
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Spielwelt-Aknom-Karte1
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
SpielWelt - WebBook - Teil 1  Jim
handweiser_musik
Ondit-klein
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
spielwelt-handweiserRand
spielwelt-handweiserRand
Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen und  zu den anderen zurueck zu kehren.
Markenlogo-Spielweltv3

SpielWelt® ist eine eingetragene Marke.

Wie oft schon hatte „es“ in Deinem inneren Angst?
ICH LIEBE MICH!
AKNOM
Spielwelt-Aknom-Karte2
   Als Jim erwacht hat er zunaechst keine Ahnung, wo er sich befindet. Er sieht eine Art Blaetterdach ueber sich mit seltsamen Veraestelungen. Wie von Baeumen nur dicker, irgendwie wuchtiger … und aus Stein. Vorsichtig dreht er seinen Kopf. Er blinzelt mehrmals, dann spuert er eine warme Hand auf seiner Stirn.    „Jim? Wie fuehlst Du Dich.“    Die Stimme klingt vertraut, er kann sie momentan nicht zuordnen.     „Hey Schiffsjunge, schoen dass Du lebst.“    Jim laechelt, als er das Gesicht des Befehlshabers erkennt.   „Balsar!“ Seine eigene Stimme klingt schwach und ungewohnt. „Wie lange war ich weg?“ Jim versucht sich aufzusetzen.   Balsar ignoriert die Frage. „Hey, hey ruhig Junge.“ Jim blinzelt mehrmals. Langsam kehren die Erinnerungen zurueck, sein Puls beginnt schlagartig zu rasen. In einer schnellen Abfolge tauchen vor seinem Geist Bilder auf. Bilder, die er am liebsten vergessen wuerde. Der Dealer in seinem Verstand, sein Koerper an der Felskante baumelnd, die Arachniden, das Herzlicht und … Eileb. Jim kaempft sich hoch. „Ja, ich weiß … Wir haben keine Zeit.“     Balsar will ihn wieder auf die Matte am Boden zurueckdruecken. Die Arachniden haben den Trupp und Jim in einem Wohnbereich am anderen Ende von Aknom untergebracht. Weit weg vom Eingang. Die Raeume sind noch etwas besser erhalten, zerstoerte Moebelstuecke in einer Ecke aufgetuermt. Eine Matratze liegt auf dem Boden im Raum. Raf und Balsar knien neben Jim. Ohf hat es sich auf dem Truemmerhaufen gemuetlich gemacht.    „Jetzt mal langsam, Jim.“ versucht ihn Balsar zu beruhigen. „Du hattest hohes Fieber und waerst fast gestorben. Du musst Dich ausruhen!“ Jim wehrt seine Hand ab. Erstaunlich kraeftig, wie Balsar feststellt. „… wir haben keine Zeit. Sie sterben, waehrend wir hier reden.“    Balsar blickt alarmiert zu Raf und Ohf. Irgendetwas geht hier vor und Jim scheint mehr zu wissen, als die Arachniden ihnen die letzten Beshmi vorgezischt haben. Er fasst ihn an beiden Schultern und schaut direkt in seine grauen Augen. Der klare und entschlossene Blick des Jungen, der vor wenigen Djews noch mit dem Tod gerungen hat, erstaunt ihn. Sie haben keinen Heiler auftreiben koennen und jede Hoffnung aufgegeben. Als wie durch ein Wunder sein Fieber sank und seine Verletzungen innerhalb von Kajims heilten.     Balsar waere nicht der Oberbefehlshaber, wenn er nicht erkennen wuerde, was hier vorgeht und das kann Jim ihm ansehen. Niemand in der SpielWelt kann aus der Ferne binnen Herzschlaegen heilen von dem sie wussten. Dieser Unbekannte muss ein sehr maechtiger Inghros sein, der sich bisher vor dem Reich verborgen hielt. Warum tritt er jetzt in Erscheinung? Um einen Niemand zu rettet? Einen einfachen ersetzbaren Schiffsjungen? Auf die Gefahr hin gefasst zu werden?   Jim kann Balsar ansehen, dass der Oberbefehlshaber sich eins und eins bereits zusammen gerechnet hat.   „Was ist los, Jim? Was hast Du in Deinem inneren gesehen?“ Balsar spricht sanft, will ihn nicht bedraengen.   „Er hat mich gerettet, vor dem Dealer. Er sagt, er braucht dafuer meine Hilfe sie zu retten.“ Jim schaut verunsichert in die braunen und sanften Augen in dem vernarbten Gesicht. Er sucht ein Versprechen, von dem er weiß, dass Balsar es ihm nicht geben kann. Ein Inghros ist das Eigentum des Dunklen Reiches oder ein gefangener in Nemundur. Aber niemals frei.    „Wer Jim? Wer hat Dir geholfen? Wen sollst Du helfen?“   Der Junge schweigt und beißt sich auf die Lippe. Er waegt ab. Eileb sagte ihm, dass er dem Swelom vertrauen kann. Woher will er das wissen? Statt dessen stellt er eine Frage: „Die Arachniden haben sich versammelt, nicht wahr?“    Balsar entgleiten seine Gesichtszuege. Besorgt blickt er zu Raf und Ohf. „Woher …“    „Er sagt, sein Name ist Eileb!“ Jim spricht laut und bestimmt.    Balsars Augen werden groß. „Das ist unmoeglich. Bist Du sicher?“   Ein Nicken. Ohf stoeßt einen Fluch aus und geht zur Eichentuer um hinaus zu spaehen, ob sie jemand belauscht. Draußen warten zwei Soldaten, Derk und Inman. Ohf schließt wortlos die Tuer und lehnt sich mit verschraenkten Armen dagegen.    „Du kennst ihn?“ Jim blickt nervoes einem nach den anderen der drei Soldaten an. Raf schuettelt den Kopf, als Balsar weiter spricht.    „Nein Jim. Ich kenne Legenden meines Großvaters, die von einem Inghros erzaehlen, der das Licht beherrscht und vor vielen Atnos verschwand.“ Er wechselt einen Blick mit Raf und Ohf. Fluechtig, unsicher. Der einzige Inghros der Laisviej beherrschen kann, ist zurueck gekehrt. Ausgerechnet hierher, als Aknom gefallen ist. Wo die pure Macht ab jetzt das Dunkle Reich in Haenden haelt. Dieser Inghros wuerde ihn zum Befehlshaber ueber die Armee des gesamten Reiches machen, wenn er ihn verhaftet. Balsar blickt Jim in die Augen, sieht seine Angst darin. Er zoegert nicht lange und trifft eine folgenschwere Entscheidung.    „Bist Du deswegen in die Gewalt des Dealers gekommen?“    Jim glotzt ihn lange mit offenen Mund an. Dass er dem Dealer gefolgt ist, weil er Ursidae helfen will, kann er Balsar niemals verraten.     „Hey, schon gut. Du bist in Sicherheit.“ Balsar deutet sein Schweigen zum Glueck anders und so spielt Jim das arme Opfer und nickt mit einem erstickten Saeufzen.    „Jim, ganz ruhig. Rede weiter. Was hat Eileb vor?“    Er wird unsicher, ob er es wirklich verraten kann und dreht den Kopf in Raf`s Richtung. Der Soldat nickt  ihn aufmunternd zu. „Er will die Arachniden ablenken, damit wir die Tawo`s vor dem Sterben und gefressen werden bewahren.“    Balsar wendet sich Raf zu. Schweigt. Er ist sein engster Vertrauter und Berater, der die Lage stets besonnen und korrekt einschaetzt. Raf nickt erneut. Die Worte sterben und fressen haben bei Balsar seit dem Vorfall draußen mit dem Dealer einen faden Beigeschmack auf die Arachniden bekommen. Er ahnt, wovon Jim da spricht und wappnet sich innerlich.    „Die Ueberlebenden von Aknom werden von den Arachniden als lebendes Futter gehalten. Sie fressen einen nach dem anderen auf. Auch unregistrierte Inghros mit einfachen Faehigkeiten sind darunter. Sie sind … besonders schmackhaft.“ Er senkt den Blick und versucht die Bilder aus seinem Kopf zu vertreiben.    Balsar unterdrueckt einen Fluch, in seinem Kopf rechnet es. Nach ein paar Kajims fragt er. „Wie viele?“ Innerlich will er die Antwort gar nicht wissen. Jim versucht das grausame Bild in seinem Kopf zu betrachten, obwohl er es wegdruecken will. Sieht genau hin, geht alles durch, was Eileb ihm gezeigt hat.    „10 jede Beshmi“ Balsar und Raf werden kreidebleich. Das bedeutet das jeden Djews 240 verspeist werden und das seit fast 30 Djews.     „Wie viele Leben noch?“    „Nicht mal tausend.“ Balsar wird klar, dass sie keine Zeit haben.     „Ok, Jim. Ich glaube Dir. Vielleicht weil dieser Inghros Dich geheilt hat mit einer Kraft, die weit maechtiger ist, als alles, was wir kennen. Vielleicht, weil ich es an Deinem Gesicht sehe. Ich glaube Dir. Erklaere mir genau, was dieser Inghros vorhat.“    Jim fasst sich kurz. Mit jedem Wort blitzt die Angst in Balsars Augen auf. Er hatte bisher ebenfalls keine Ahnung, was die Arachniden wirklich sind und wie sie sich ernaehren. Jim weiß, dass Rebellen das Recht auf einen Prozess haben und die Wahl, fuer das Reich zu dienen oder in Nemundur zu laden.     „Die muessten jetzt alle auf den Weg nach oben sein und auf Eileb warten.“ Beendete Jim seine Erklaerung.    „Also Gut, dann hoffen wir, dass es funktioniert.“ Balsar erhebt sich und geht voran durch die Tuer. Raf hilft Jim auf, der im ersten Moment ein wenig unsicher auf den Beinen steht, dann folgen sie. Draußen unterhaelt sich Balsar mit seinen Leuten und informiert sie. Wie Jim vermutet hat, waren keine Arachniden mehr hier. Fuer eine Schrecksekunde bleibt ihm das Herz stehen. Er will sich nicht ausmalen, was mit ihm und Balsars Leuten geschieht, wenn der Inghros scheitert und die Arachniden sie entdecken. Schnell verscheucht Jim den Gedanken, denn Greifer koennen sie jetzt gar nicht gebrauchen. Als der Trupp losmarschiert, bleibt Balsar noch einen Moment stehen und wendet sich Jim und Raf zu.    „Du bringst ihn nach Aknom.“    „NEIN!“ Jim protestiert lautstark. „Ich muss hierbleiben!“    Balsar bleibt hart. „Keine Widerrede. Du hast uns genug auf Trab gehalten. Wenn es schief geht und Dich die Arachniden in die Finger bekommen, kann Dich niemand mehr schuetzen.“     „Und ihr? Ihr seid doch Soldaten des Reiches! Sie koennen uns doch nicht einfach …“     Balsar faehrt Jim ins Wort. „Was glaubst Du, was geschieht, wenn sie rausfinden, dass wir ihr Geheimnis kennen? Uns am Leben lassen? Ich frage mich sowieso die ganze Zeit, warum das Dunkle Reich unseren kleinen Trupp hierher geschickt hat?“    „Weil …“ Jim spricht nicht weiter und Balsar kommt ihm sehr nahe.     „Weil was?“   „Nein. Ich bleibe hier und dann bekommst Du die Informationen.“ Balsar ist kurz davor die Beherrschung zu verlieren. Der Junge beißt sich auf die Lippe und versucht trotzig zu bleiben. Er sieht, wie der Oberbefehlshaber seine Haende zu Faeusten ballt.    „Bring ihn weg.“ Dann geht Balsar mit seiner Truppe davon.    Jim geht langsam in die entgegengesetzte Richtung mit. Als Balsar weit genug weg ist, versucht er sich loszureißen. Raf ist schneller und haelt ihn an seinem Hemdkragen fest. Und dreht ihn den Arm schmerzhaft auf den Ruecken.     „Du tust jetzt endlich, was er Dir gesagt hat. Er hat immerhin Dein Leben gerettet.“ Zischt er.    „Au, Raf … lass mich gehen, bitte. Ich muss etwas tun, sonst seid ihr alle Tod. Das hat Eileb mir aufgetragen. Ich muss …„    „Wo musst Du hin? Bist Du sein Handlanger? Will er uns in eine Falle locken?“ Raf`s Tonfall ist wuetend.    „Was? Nein! Aua, verdammt. Lass mich los.“ Der Soldat reagiert nicht. Er verdreht ihm die Hand noch mehr. „Raf! Du tust mir weh! Ich bin es Jim.“ Langsam laesst Raf ihn los. Er atmet schwer unter seinem Helm und geht ein paar Schritte zurueck. Dem Jungen wird jetzt erst bewusst, dass er noch nie das Gesicht dieses Mannes gesehen hat. Ohf weigert sich einfach einen Helm zu tragen und Raf behaelt ihn stets auf. Seltsam. Auf seiner linken Brusttasche ist eine Schrift auf der sein Name steht. 01598 Raf. Jim schuettelt den Gedanken ab und wartet einen Moment. Er hat keinen Grund Raf zu misstrauen. Der Soldat stemmt seine Haende in die Hueften und wirft den Kopf in den Nacken. Dann fixieren die blauen Lichtpunkte an seinem Helm Jim.     „Die Wahrheit, Jim. Was hat dieser …“ Der Junge spuehrt eine ploetzliche Kaelte aufsteigen. Seine Nackenhaare stellen sich auf. Nicht schon wieder, denkt er sich und stuertzt sich auf Raf.    „Weg hier!“ Er draengt ihn in den Raum dahinter. Die Tuer ist halb aus den Angeln gebrochen und baumelt schraeg auf einer Seite.    „Jim verdammt, was soll das?“ Raf versucht ihn abzuschuetteln, ohne ihn zu verletzten.    „Pscht, sonst kann er uns hoeren.“ Er haelt den Zeigefinger an die Lippen und presst sich mit Raf eng an die Wand neben den Eingang. Die Luft ist noch kaelter geworden, fast klamm. Sein Puls rast. Der Soldat steht vor ihm und schweigt. Auf dem Flur hoeren sie Trippelschritte. Jim haelt den Atem an. Raf zueckt seine Energiewaffe und laedt einen Lichtimpuls. Beide verharren in der Kaelte. Ein schnupperndes Geraeusch ganz nah an ihrer Tuer. Jim will am liebsten schreiend davon laufen. Alles in ihm ist bis zum Zerreißen angespannt. Er presst sich beide Haende auf den Mund, um sich mit seiner Atemwolken, die in der Kaelte aufsteigen, nicht zu verraten. Dann ertoent die quietschende Stimme.
Spielwelt-Jim-Karte-AknomLink1
Rand
Spielweltv3-Jim-Baum
Bloglink
Jim weiß nicht, wo er sich befindet. Seit Eileb ihn in seinem Geist verlassen hat, geht er durch eine magische Seenlandschaft. Ueppige Waelder und endlose weite Felder, ein Kemelom, den er noch nie gesehen hat in einer herrlichen Farbe blau. Weiße Sternennebel tummeln sich dort oben. Eine harmonische, ruhige Welt, in der er sich erholen und Kraft tanken kann. Leider ist es keine Realitaet, sondern eine Erinnerung in seinem Geist an eine Zeit, die er nicht kennt. Eileb hat ihm viel erklaert, seit er in seinem Geist aufgetaucht ist. Jedoch bezweifelt Jim, dieses Wissen spaeter jemals wieder in sich zu finden.  „Balsar, was zum Viejenver geht hier vor?“  Erschrocken bleibt Jim in dem hohen Gras stehen. Die Stimme hallt laut durch seine Welt es wird fuer ihn Zeit aufzuwachen.   „Was meinst Du?“  Jims Herz macht einen Satz, als er Balsars tiefe Stimme erkennt. Er glaubt auch eine Richtung erahnen zu koennen, woher sie kommt und rennt so schnell er kann dem Horizont entgegen.  „Die Arachniden haben die Stadt eingenommen. Unsere Leute wurden fast vollstaendig abgezogen und wir paar Swelom Hampelmaenner sollen Zehntausende Wilde ueberwachen? Arroc erlaubt uns in diesem Trakt freie Bewegung, spricht nicht mit uns. Angeblich wegen des Vorfalls draußen mit dem Jungen zu unserem Schutz. Hier wird ueberhaupt gar nichts fuer die Ankunft des Dunklen Reiches vorbereitet. Die Truemmer versperren weiterhin den Weg und was die Arachniden dort drinnen treiben weiß nur Samrats Vater, der Dealer und die stinkende Bande selber. Ich sag Dir was, Balsar. Wir alle werden hier gruendlich verarscht!“  Jim beschleunigt seine Schritte und spurtet auf das strahlende Sonnenlicht zu, den Stimmen entgegen.  „Ganz zu Schweigen, dass die Meute da draußen seit Beshmi irgend etwas ausheckt. Die Truppe sammelt sich da oben zu Tausenden. Kein gutes Zeichen und ich will definitiv nicht hier sein, wenn der Tanz beginnt.“  Die Stimme wird klarer und lauter um Jim. Die Landschaft loest sich in einem strahlenden Licht auf. Alles um Jim wird heller.  „Das alles gefaellt mir auch nicht, aber wir haben Befehle. Und so lange wir keine gegenteiligen Anweisungen vom Reich erhalten, bleiben wir hier, verstanden! Das ist ein Befehl Soldat!"  Jim spuert eine Erschuetterung. So, als ob er in sich selbst hinein stolpern wuerde.  „Pah, Befehle. Die Wilden da draußen haben mehr Macht und scheißen auf Befehle. Wir sollten …“ 






















 „Hey, er wacht auf.“
Rand
Jim-Schrift
Spielweltv3-Jim-Balsar
Spielweltv3-Jim-Dealer
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
„Famos, famos. Meine Show geht gleich los. Ein Licht gegen 10000 Finsterlinge, ob er sich wohl befreit aus dieser Schlinge?“      Die Trippelschritte kommen noch naeher durch den Tuerrahmen. Der Dealer ist ihnen so nah, dass er nur ein wenig seinen Kopf drehen muss, um sie links von sich an der Wand zu entdecken. Raf ist angespannt, die Waffe auf den Kopf des Dealers gerichtet. Jim fragt sich, warum er nicht einfach schießt und ihn erledigt. Der Dealer legt den Kopf schief und betrachtet einen Punkt an der gegenueberliegenden Wand. Jim folgt seinem Blick und sucht die Wand ab, doch er kann nichts entdecken waehrend Raf ihn keinen Herzschlag aus den Augen laesst.    „Das, was ihr sucht, vergeblich wird es sein.  Denn ich habe sie geladen in mein Reich hinein. Vielleicht koennen sie meinem Labyrinth entwischen, und ihr die Wuerfel neu mischen …“      Sein boshaftes Lachen dringt durch die Flure, als er davon taenzelt. Jim ist schweißnass. Er lehnt sich an die Wand zurueck und atmet hektisch ein und aus. Hyperventiliert fast. Raf hat sich mit der Waffe in der rechten Hand ein wenig hinaus gewagt, um zu sehen, ob die Luft rein ist. Er wagt einen fluechtigen Blick und weicht sofort zurueck. Bedeutet Jim mit einer Barschen Geste, still zu sein. Der Junge wird erneut blass und haelt sich sofort beide Haende vor den Mund. Die Kaelte ist kaum merklich gewichen, doch es ist nicht mehr der Dealer, der dort draußen lauert.    Raf haelt seine Waffe fest auf den Tuerrahmen gerichtet, bereit sofort zu schießen. Anders, als eben beim Dealer, ist dieses Mal auch der Soldat nervoes. Er zittert leicht. Jim bemerkt es mit schaudern und fragt sich, was hier vorgeht? Er wendet den Kopf nach rechts und spitzt an Raf vorbei. Will einen Blick erhaschen. Als er feine schwarze Rauchfaeden in den Raum wabern sieht, bekommt er Angst. Sofort presst er sich an die Wand und schließt die Augen. Er kann regelrecht spueren, wie dort draußen etwas lauert. Etwas sehr Dunkles. Eine schiere Ewigkeit harrt er in Panik aus, ehe Raf ihn vorsichtig antippt. Vor Schreck haette Jim fast aufgeschrien.    „Hey, hey, ganz ruhig. Er ist weg.“ Jims Atem geht stoßweise. Die staubige Luft inhaliert er regelrecht, um sich zu beruhigen.    „Was … was war das?“ fragt er den Soldaten.    „Das?“ Raf wirft einen kurzen Blick zur Tuer. „Das war ein Schatten, Jim.“    Der Junge rutscht an der Wand herab und sackt zusammen. „Ein … ein Schatten?“ Er quiekt fast.    „Du kennst Schatten?“ Raf dreht den Kopf schief. Die blauen Lichter weiter auf Jim gerichtet.     „Mein … also … Artifice hat mir mal davon erzaehlt. Schauermaerchen … und so`n Zeug.“ murmelt er.    „Ich verstehe. Du hast es bisher als Mythos gehalten?“     Ein Nicken. „Ich hatte ja keine Ahnung, dass die Dinger wirklich existieren!“    „Jim?“ Vorwurf liegt in der Stimme. Er will nicht den Kopf heben. Er weiß, was Raf jetzt fragen wird und er weiß nicht, wie er es erklaeren soll?“    „Der Dealer hat Dich nicht zufaellig erwischt, oder? Du bist ihm gefolgt, stimmt`s?“     Schweigen.     „Es reicht mir, wenn Du nickst.“     Jim wartet einen Moment, dann gibt er auf und nickt mehrmals.    „Und Du willst dem Dealer wieder folgen, nicht wahr?“     Erneut ein nicken.    „Warum Jim? Warum bist Du abgehauen?“     Jim hebt den Blick und schaut den Soldaten an. Er hat Angst.    „Kann ich Dir vertrauen?“  Raf betrachtet ihn lange. Dann tut er etwas, was er vor Jim noch nie getan hat. Er nimmt den Helm ab. „Ja, kannst Du.“ Die Stimme ist weich und samtig.    Jim glotzt mit offenen Mund und bringt keinen Ton heraus. Vor ihm steht – eine junge Frau. Sie fasst sich an den Hinterkopf, loest ein Band und schuettelt ihre halblangen dunkelblonden Haare auf, die ihr ins Gesicht fallen. In das wundervolle schmale Gesicht, bemerkt Jim. Doch das, was ihn am meisten verzaubert, sind ihre Augen. Bernsteinfarben, und sie laechelt ihn an.    „Jim?“ Raf runzelt die Stirn. „Halloho?“ Sie schnippt mit den Fingern vor seinem Gesicht herum. Langsam erwacht er aus seiner Benommenheit.     „Aeh, also … wieso?“ Ist alles, was er heraus bringt. Nervoes reibt er sein Kinn an der rechten Schulter.    „Wieso ich eine Frau bin? Keine Ahnung, frag das den großen Samratsvater.“ Antwortet sie sarkastisch.    „Nein, wieso Du bei den Soldaten bist? Du bist eine … wunderschoene Frau!“ Jim merkt, dass seine Wangen heiß werden. Er schaut zu Boden.    „Ach das. Nun ja, ich hatte keine Lust als Gebaermaschine herzuhalten und da ich mit dem falschen Geschlecht raus bin … Tja.“ Sie zuckt die Schultern.    Jim ueberlegt einen Moment. „Niemand weiß es, außer Balsar und Ohf, richtig?“    Sie laechelt noch strahlender. „Und jetzt Du!“    Er weiß nicht, ob er sich darueber freuen oder Angst haben soll? Dieses Wissen kann ihn Toeten. „Und jetzt erschießt Du mich, oder?“    Sie lacht. „Aber nein. Ich mag Dich und ich vertraue Dir. Die Vorstellung, dass Deine Dummheit Dich nach Nemundur bringt, behagt mir nicht.“    Jim reibt sein Kinn noch energischer an seiner rechten Schulter. Er ist verlegen.    „Damit zurueck zum Anfang. Warum folgst Du dem Daeler? Ich glaube einfach nicht, dass du ein perverser Verzweifelter bist, der auf Folter steht.“ Sie hat die Arme verschraenkt.    „Ursidae lebt.“ platzt er heraus und merkt dass ihm endlich eine Last abfaellt. Raf laesst erstaunt ihre Haende sinken. „Was?“     „Ja, es … der Dealer hat das gesagt als er bei Seiks war und ich hab es …“     „… mitbekommen“ beendet Raf. „Das wuerde ja bedeuten, dass uns Seiks angelogen hat. Und dass er mit dem Dealer verhandelt.“     „Jim springt vor und fasst Raf an den Oberarmen. „Bitte. Sag es nicht Balsar. Seiks … wollte Ursidae vor irgendetwas retten.“    Sie schiebt Jim sanft zurueck. „Glaubst Du das oder weißt Du das?“     „Ich hoffe es.“     Raf schuettelt den Kopf und saeufzt. „Ach Jim. Du bist ein gutglaeubiger Vollidiot.“ Sie dreht ihm den Ruecken zu und ueberlegt. „Und jetzt willst Du dem Dealer hinterher. Und lass mich raten, der Inghros hat Dir gesagt, wie Du das schaffst?“ Jim starrt flehentlich ihren Ruecken an. Er ist sehr schlank, zu schlank fuer einen Mann. Das haette ihm eigentlich selber auffallen muessen.     „Was erhoffst Du Dir davon? Warum, Jim?“ Raf dreht sich um und fixiert ihn.    „Ich … es sind die Worte, die er am Ende zu Seiks sagte. So aenlich wie … gebraucht wird nicht laenger ein Waechter als Held … Ich weiß nicht, was es bedeutet, ich fuehle, dass es wichtig ist.“    Raf ueberlegt. „Waechter … Waechter …? Glauben die Inghros nicht an einen Waechter oder so? Was sagt denn Dein neuer Inghrosfreund?“    „Eileb hat mir darauf keine Antwort gegeben. Er sagte mir, wie ich zu Ursidae komme und dass es meine Bestimmung ist, ihm zu helfen.“     In Raf geht eine winzige Veraenderung vor. Fuer einen kurzen Moment, aber es entgeht Jim nicht. Er sieht … Neid in ihren strahlenden Augen. Ein Stirnrunzeln. Sie ueberlegt, beißt sich auf die Unterlippe. Und ploetzlich ist etwas anderes in ihr. Fluechtig. Ihre Augen strahlen und er koennte schwoeren, dass er einen gelben Schein darin aufblitzen sah. Dann ist er weg und ihre bernsteinfarbene Iris strahlt heller als zuvor. Sie schuettelt sich benommen und betrachtet ihn.     „Jim. Sieh Dich an. Als Du das gesagt hast, hat Dein Leuchten sich verstaerkt und Dein Lijwhan ist groeßer geworden.“     Jim betrachtet sich kurz. Ihn fesselt der Blick von Raf mehr. Sie ist traurig. Ihr dunkler Rauch flackert. Als Soldat hat sie ihr Lebenslicht eingetauscht gegen den schwarzen Tod.    „Ich helfe Dir.“ Sagt sie bestimmt und schluckt. Gibt sich hart. „Wo muessen wir hin?“     Er blinzelt mehrmals, kann das Gehoerte erst nicht richtig zuordnen. Nicht zum ersten Mal fragt er sich, ob Eileb hin und wieder auch in anderen Koepfen nachhilft?    „In die Architektenkammern unter dem See.“ Antwortet er paralysiert.    „Gut, dann los.“ Raf bindet die Haare zusammen, setzt ihren Helm auf und wendet sich dem Tuerrahmen zu.    „Warte.“ Jim wird den Gedanken an den Dealer nicht los. Warum hat er die gegenueberliegende Wand angestarrt? Er geht hinueber und betrachtet sie genauer.    „Was ist los?“     „Ich will wissen, warum der Dealer diese Wand angestarrt hat und diese seltsamen Worte sprach.“     Raf geht durch die Tuer und spaet nach draußen. „Keine Ahnung, der Kerl ist verrueckt. Zum Glueck hat er uns nicht entdeckt, denn mit dem Ding hier haetten ich auch nicht viel ausrichten koennen.“    Jim dreht sich erstaunt zu ihr um.     „Bis zum Tod mit allem verteidigen. Der Kodex der Armee. Beeil Dich. Wir muessen weiter.“ Sie geht in den Flur hinaus und wartet.    Jim tastet die Wand ab und sucht nach Geheimfaechern. Irgendetwas. Nichts. Dann geht er ein paar Schritte zurueck und betrachtet die Wand großflaechiger. Außer Risse und Schmutz ist nichts. Er will zu Raf eilen, da faellt sein Blick auf den Boden. Ein feiner gelblicher Schein taucht unter den Brocken auf. Fluechtig kaum sichtbar. Neugierig geht Jim naeher.    „Jetzt mach endlich“ ruft sie vom Flur herein. Jim klettert ueber den Haufen und greift mit seiner Hand nach dem Schein. Er ertastet weiche Faeden und schluckt seinen Ekel runter. Die haarigen Viecher mag er gar nicht. Er fuerchtet, eine zu beruehren, da ertastet seine Hand schweren Samt. Unbeholfen zieht er es unter dem Felsen hervor. Es ist staubig und dreckig, er wischt mit seiner Hand darueber. Das Strahlen wird klarer. „Ein Buch?“ Jim ist verwundert?          strahlt ihm in großen Buchstaben entgegen. Jim ist kein Freund von Buechern und ein schimmerndes hat er noch nie gesehen. Die Wortsammlungen im Dunklen Reich haben keinen Schein mehr, nur noch schwarzen Rauch, wie alles, was dem Reich gehoert. Er bemerkt seinen eigenen grauen Schein. Jetzt erst wird ihm bewusst, was er fuehr ein Glueck hat, unter den Inghros auf der Laisviej zu arbeiten. Es ist ihm noch gestattet, sein Lebenslicht zu behalten, dafuer haben Artifice und Cura an Bord gesorgt. Jim schlaegt das Buch auf und ueberfliegt ein paar Seiten. Es ist ein Tagebuch von einem gewissen Lievan. Er schaut zur Tuer und klappt es zu. Er hat jetzt keine Zeit es zu lesen oder mitzunehmen. Schon will er es fallen lassen, da wird das Buch zu einer Lichtkugel.     Vor ein paar Djews haette Jim das Ding vor Schreck weggeworfen. Nach allem, was ihm bisher geschehen ist, schnappt er sich geistesgegenwaertig die Kugel, stopft sie in seine Hosentasche und eilt zu Raf hinaus, dem Dealer und dem Schatten hinterher.
Bloglink
Rand
Rand
BdL-Link
SpielWeltv3-Lichtkugel-BdL
spielwelt-handweiserRand
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Spielweltv3-Aknomplan-Jim
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
Texthintergrundweb
   Jim wechselt einen Blick mit Raf, die ihn genauso angsterfuellt und ratlos anstarrt. Ihre Waffe ist auf den Durchgang gerichtet, wo der Dealer sein Unwesen treibt. Auch sie zittert leicht. Dennoch muss er wissen, wer hier in der Falle des Dealers sitzt. Ob Eileb in seinen Faengen ist? Jim schleicht sich weiter. Raf versucht ihn an der Schulter zu packen, er entschluepft ihr. Einen stummen Schimpflaut auf den Lippen stiehlt sie sich ihm hinterher. Jim ist so leise, wie moeglich an dem Durchgang zu der Kammer angekommen, ihn der der Dealer sitzt. Tunlichst darauf bedacht, den Fingerabdruck nicht zu beruehren, beugt er sich ein wenig vor und spitzelt um die Ecke. Ihm stockt der Atem.    Waere die Situation nicht verdammt heikel waere es ein atemberaubender Anblick fuer ihn. Er hat bisher nicht viel von Aknom erahnen koennen. Das meiste ist zerstoert, eingefallen oder liegt in Truemmern. Aber das hier war atemberaubend. Eine riesige Halle, nahezu unversehrt mit unendlich vielen kleinen Becken. Nein, nicht Becken, Wolkenkissen ist das Wort, was ihm in den Sinn kommt. Alles ist voller Wolken, die kleine Woelbungen formen. Von oben dringt sanft das Licht durch die Rosette hinein. Wie Jim auf der Rosette bereits vermutet hat, steht das Wasser oben und faellt nicht herab. Und noch etwas erkennt er, ueber ihnen ist eine kleine, filigrane Form an der Decke, die das einfallende Licht unterbricht. Sie taucht das roséfarbene Strahlen des Sees zu einem wundervollen Muster, dass in die Halle auf die Wolkenbecken faellt. Wenige Schritte vor ihm steht der kleine Zwerg an einem Becken und fuehrt scheinbar Selbstgespraeche. Sein ausgestreckter Arm ueber das Becken erhoben, die Hand zur Hohlfaust, in der er irgendetwas haelt. Er ist vollkommen auf sich fixiert und spottet. „… auf die Stadt und die alten Wassermeister, die hier großartiges erschaffen haben, dass es ausgeloescht gehoert.“ Jim hoert die Worte des Dealers und Wut keimt in ihm auf. Wut ueber das Reich und diesen miesen Zwerg dort vorne. Er ist entschlossener denn je, es zu verhindern.    Da geschieht es. Die Wut lenkt ihn ab, einen winzigen Moment, doch der reicht aus, in dem er nicht aufpasst. Der Putz, unter seinen Hand bekommt den letzten Schub, den er braucht, um zu fallen. Das leise Rieseln klingt in der Gefahr wie ein Donnerschlag. Hilflos muss Jim zusehen und wird von der eisblauen Kaelte zweier Augen erfasst, als der Dealer mit einem wuetenden Fauchen seinen Kopf herum wirft und erstarrt. Jims Herz setzt aus. Es vergehen Kajims ehe er den Unterschied bemerkt. Er dreht seinen Kopf leicht nach links in das Gesicht von Raf. Sie ruehrt sich nicht, ist auch mitten in der Bewegung erstarrt. Was zum?    „Ich habe nicht viel Zeit Jim. Hoer mir zu.“    „Eileb?“    „Ja, hoer mir zu. Wir sind in Deinem Geist. Du allein kannst mich wahrnehmen. Ich muss Dir Wichtiges sagen.“    „Was? Wieso …?“    „Hoer zu. Du musst jetzt gleich Deine Augen schließen, bevor das Licht kommt. Verstehst Du? Und schuetze ihre Augen. Der Dealer wird Dir ein Hilfsmittel hinterlassen. Vertrau mir und folge dem Dealer hinaus. Du musst raus aus Aknom!“ Eilebs Stimme klingt gepresst, anstrengend. In keinster Weise weich und warm, wie sonst. Jim bekommt ein ungutes Gefuehl.    „Ja, aber …!“    „TU ES, JIM!“     Dann dreht sich seine Welt weiter. Der Dealer legt den Kopf schief und belauert ihn. Nickt einen winzigen Moment und bedeutet Jim einzutreten.    „Nicht so schuechtern, junger Herr, ach Gottchen, mit einem Weibsbild schleicht er daher.“      Jim wechselt einen Blick mit Raf und geht langsam zu dem Dealer in die Kammer. Er hat Angst und zu seiner Verblueffung nicht um sein Leben. Der Daeler fixiert sie beide grinsend, dreht seinen Kopf wie ein Irrer. Er spielt mit ihren Emotionen. Raf haelt ihre Waffe nutzlos in der Hand. Jim sieht, dass ihre Hand zittert, sie sich wehrt. Ihr Gesicht ist eine Maske der Anstrengung. Sie wird den Kampf verlieren. Ihre Hand oeffnet sich und die Waffe faellt auf den Boden. Unweigerlich muss Jim bei dem Klang an eine Totenglocke denken.    „Der junge Jim hat wohl noch nicht genug. Dennoch viel faszinierender waere es, die Dame, zieht ihren Hut.“     Jim schluckt und wirft einen Seitenblick auf Raf. Verdammt, warum hat er sie da mit hinein gezogen? Warum ist sie nicht einfach gegangen und hat ihn laufen lassen? Er wird wuetend ueber alles, dass er erneut in dieser Situation ist und nichts fuer sie tun kann.     „Lauf.“ fluestert er ihr verzweifelt zu. Raf beruehrt ihn kurz am Arm und schuettelt den Kopf. Mit einer langsamen Bewegung setzt sie ihren Helm ab und laesst ihn zu Boden fallen. Der dumpfe Aufschlag klingt lauter als die erste Totenglocke.    „Du hast es gewusst, oder?“ Fragt sie den Dealer, der amuesiert mit ihr flunkert.    „Niemals - doch wenn es genau bedacht, solltest Du jetzt lieber geben auf die Arachniden acht. Balsar schuldet noch einen Preis, und dieser hier ist besonders … heiß.“       Der Dealer leckt sich ueber seine rissigen Lippen. Gelbe, faulige Zaehne blitzen auf und er fixiert Raf wie ein Raubtier. Ihre Augen werden groß, als Arroc sich mit drei Arachniden ein Stueck hinter dem Dealer langsam erheben und auf sie zugehen. Jim will sich schuetzend vor sie stellen, als der Dealer ihn mit einem Gedanken gegen die Wand drueckt. Wo zum Teufel waren die? Fragt sich Jim.     „Du mieser kleiner …!“ Zu mehr Beschimpfungen kommt Raf nicht. Mit einem einzigen Wimpernschlag hat sie der Dealer bewegungsunfaehig gemacht und leckt boshaft seine Lippen in der Hoffnung, dass sie hier an Ort und Stelle verspeist wird.    Jim unterdrueckt den Impuls, ihr zu helfen und versucht ruhig zu bleiben. So lange er sich bewegen kann, haben sie noch eine Chance. Er bekommt das ungute Gefuehl, dass alles hier eine einzige Falle ist. Nicht nur fuer sie, sondern auch fuer Eileb. Ich muss ihn … der Junge stoehnt auf und fasst sich an die Schlaefen, als ein Schmerz seinen Geist durchzuckt und das Lachen des Dealers in seinem Kopf droehnt. Mit gepeinigten Gesichtsausdruck schaut er direkt in die Fratze des Grauens, dass ihn lauernd angrinst.    „Was dachtest Du denn, was das hier ist? Dass Dein Freund sich einfach so verpisst? Mich um meinen Lohn betruegt und den Arachniden um ihren Preis beluegt?“        Jim schielt in seiner Panik zu Raf. Sie ist auf die naeher kommenden Arachniden fixiert, ihr Gesicht eine einzige Maske der nackten Panik. Sie versucht sich zu wehren, mehr als ein klaegliches Zittern ihrer Haende gelingt ihr nicht. Jim kaempft gegen den pochenden Schmerz in seinem Kopf und zwingt sich, den Clown direkt anzusehen. Es erfordert all seine Willenskraft dagegen anzukommen. Sein Mund oeffent sich zu einem Wutschrei und schwer keuchend schafft er es langsam, sich aufzurichten. Sein Gesicht ist schweißnaß, Speichel tropft aus seinem Mundwinkel. Wuetend, fast hasserfuellt, stiert er den Dealer ins Gesicht - statt ihn anzusprechen richtet er seine Worte auf einen verbluefften Arroc, der kurz zoegert und stehen bleibt.    „Wie hat er es geschafft? Wie hat er Dich hereingelegt?“ Jim ist lanegst klar, dass das hier eine Show des Dealers ist und alle, einschließlich der Arachniden genau das tun, was der Clown will. Jim hat keine Ahnung, woher er das weiß. Ihm ist nicht entgangen, dass der Dealer den Gegenstand in seiner Hand seit er und Raf hier aufgetaucht sind mit Argusaugen huetet. Eileb hat es ihm nicht gesagt, weil der Dealer sonst das Wissen in seinem Kopf entdeckt haette.    „Dzsuu  schleinerrrr WIssscht! Niemands Arrroc betzruegt!“ Er geht weiter auf Raf zu, die hilflos ihr Unheil ansehen muss. Ihr Mund oeffent sich, nicht mal ein Schrei entfaehrt ihren Lippen. Der Daeler klatscht mit seiner Faust in die freie Hand. Irrt sich Jim oder ist da ein wenig Bewunderung erkennbar? Der Schmerz in seinem Kopf laesst ein wenig nach und der Clown macht eine auffordernde Geste.   „Schlaues Buerschchen, der Du bist. Doch genauso dumm wie Eileb`s List. Toerricht von ihm, mich aus seinem Spiel auszuschließen, deswegen werde ich es ihm richtig vermiesen. Laengst in seinem Geist er ist verirrt, jegliche Kontrolle auf und davon geschwirrt.  Niemand hier ist mehr erstarrt, bis auf Dich, weil Eileb regelrecht Deiner vernarrt.“      Jim kann das gehoerte kaum glauben. Er schielt zu Raf, sieht ihre nackte Angst in den Augen. Alles hier war ein Spiel des Dealers. Alles, weiß Eileb es auch? Er kramt in seinen Gedanken. Fieberhaft sucht er nach der Antwort, die Eileb ihm vor einer Ewigkeit in seinem Geist gesagt hat. Was er tun soll, wenn …?     „… Du wirst es wissen, wenn es soweit ist. Glaube an dein Licht!“    Arroc bleibt genau vor Raf stehen, groß und maechtig ragt er vor ihr auf. Sein seltsamer Pelzkragen bebt. Er stinkt nach Tod und irgend einem widerlichen Gestank, den Jim nicht einordnen kann. Mitleidig sieht er Raf an, ihr Blick ein einziger Ausdruck des Grauens, wehrlos dem schrecklichsten Volk der SpielWelt ausgeliefert. Die anderen Arachniden naehern sich Jim.     „Duuu bisszzzt nnurrrrr Futterrrrrrrddassszzzz, dassszzzz Lisszccht issst, wwwasszzzz wwirrrrrrr wolllennnn. Deeenk daranzssss Dealerrr!“     Jim schielt zu dem Clown, der sich dem Becken zugewandt hat und mit dem Ruecken zu ihnen steht, das Ding in seiner Hand erhoben. Entsetzt sieht er, wie Arrocs Pelzkragen aufklafft und zwei monstroese Hauer darunter zum Vorschein kommen. Raf entweicht ein flehentlich unterdruecker Schrei, als der Kiefer des Arachniden sich langsam ihrem Gesicht naehert.     Jim nimmt alles zeitlupenartig wahr. Seine Augen huschen hektischer zwischen Arroc, Raf und dem uninteressierten Dealer hin und her, der am Becken ausharrt, als ob er … wartet? Worauf? Arroc wird jeden Moment Raf auffressen und der Abschaum der SpielWelt sieht bei diesem Grauenspektakel nicht zu? Welches Spiel spielt er wirklich? Jims Gedanken rasen.     Die anderen drei Arachniden sind fast bei ihm selbst angelangt. Jim interessiert sich nur fuer den Clown. Irgendetwas stimmt hier nicht. Er hat diese vier Suedlaender hierher gefuehrt, warum? Wegen ihn und Raf? Als Preis, als Futter? Damit sie alle enden wie alle anderen, als abgenagte Knochen irgendwo in den Canyons und der Kristall seelenruhig zerstoert wird? Jim spuehrt ein Ungleichgewicht, eine feine Disharmonie, die er sehr selten erlebt. Nein, das ist nicht der Grund. Eileb will die Arachniden vertreiben mit Licht. Die Arachniden wollen es verhindern und dafuer hoffen sie auf den Dealer. Was will der Zwerg dort am Becken? Jim hat genug ueber ihn gehoert und selbst erlebt, dass dem Clown nicht zu trauen ist. Er ist so auf diesen Zwerg fixiert und die stille Hoffnung auf ein Wunder, dass er alles ausblendet und eine Antwort sucht. Nur am Rande nimmt er wahr, wie Arroc langsam seine Hauer senkt, wie Raf wimmert und innerlich stirbt.
Rand
Spielweltv3-Jim-Dealer1
Rand
Aszim-Titel-Karte-Link
Akka-Titel-Karte-Link
Raf-Titel-Karte-Link
Rand
Spielweltv3-Jim-Traum1
Bloglink
Bloglink
Bloglink
Bloglink
v3
   Die beiden sind dem Dealer und dem Schatten durch ein Labyrinth aus Gaengen gefolgt. Immer weiter zum obersten Zentrum von Aknom hinein. Aus der Ferne hoeren sie seltsame Laute, die tierartig durch die Gaenge hallen und leiser werden. Die Arachnidenarmee. Jim und Raf befinden sich auf der obersten Ebene, die Kahlschaedel eine Ebene tiefer. Sie werden hier oben keinem von denen begegnen – hofft er zumindest. Kein Gang verlaeuft gerade, die Flure vor ihnen verzweigen sich wahllos. Mal sind sie endlos langgezogen und enden in einer kleinen Kammer, die von Geroell und Schuett vollkommen zerstoert ist. Manchmal laufen sie auch in eine Sackgasse, die sich dann als Bewegungspunkt entpuppt. Als es vor ihnen ploetzlich hell wird bleiben sie stehen. Die Decke ist hier eingestuerzt und ragt schraeg vor ihnen auf. Durch die Oeffnung koennen sie den Kemelom ueber sich sehen in seinen schoensten Farben. Jim ueberlegt nicht lange und klettert auf der schraegen Plattform nach oben.    „Jim, was … warte verdammt!“ Fluchend klettert ihm Raf hinterher. Schwerfaelliger als der Junge in ihrer schweren Soldatenkleidung und Bewaffnung. Oben angelangt bleibt sie schwer atmend neben Jim stehen und schaut sich um. Sie befinden sich mitten auf dem Visiossee auf der Rosette. Die feine filigrane Verstrebungen sich sind Wege, die in alle Richtungen fuehren. Jetzt versteht Jim, wo sie sich die ganze Zeit befinden.    „Ich habe es die ganze Zeit vermutet.“    „Was?“ Raf ist auf die Umgebung und Feinde bedacht, um hier locker zu plaudern.    „Dass wir uns in der Rosette befinden.“    „Aha. Komm jetzt, bevor …“    „Da, sieh mal. Das Wasser laeuft nicht in die zerstoerten Gaenge hinab. Es … bleibt stehen, genau, wie in Arjen.“ Raf folgt durch die blauen Linsen ihres Helmes seinem Arm. Die Stadt muss alt sein, viel aelter, als sie vermutet haben. Ob das Reich weiß, was es hier anrichtet?    „Komm jetzt weiter.“ sagt sie bestimmt und schiebt ihn die Schraege hinab in den Gang.                                Jim bewegt sich mit absoluter Sicherheit durch das Labyrinth und fuehrt sie beide tiefer ins Zentrum der Rosette, was Raf die ganze Zeit irritiert. Die Gaenge werden kuerzer und verwinkelter. Im Grunde unmoeglich fuer den Jungen, sich hier zurechtzufinden - ohne Hilfe. Er war noch nie zuvor in der Stadt. Langsam erahnt sie, was hier vor sich geht, packt den Jungen am Arm und zieht ihn zurueck.    „Spricht er mit Dir?“    Jim`s Augen werden groß. Er fuehlt sich ertappt, senkt den Blick und nuschelt ein in den Boden.    „Verdammt Jim. Warum sagst Du mir das erst jetzt? Er hoert Dich, mich, uns?“    Jim nickt mit großen Augen. „Er sagt mir den Weg. Aber …„    „Was aber?“ fordert Raf schaefer, als sie beabsichtigt hat.    „Es ist nicht wie sprechen … Also nicht so, wie wir beide jetzt. Ich … weiß einfach, wo ich lang laufen muss. … intuitiv.“    „Du kannst nicht mit ihm sprechen?“    „Nein. Er kommt zu mir, wie er will und wenn ich hier … Schwierigkeiten habe.“ Jim kann ihr ansehen, dass sie nicht weiß, was sie damit anfangen soll. Er wird selbst das Gefuehl nicht los, dass Eileb irgendetwas mit ihr macht. Einen Moment ein gelber Schein in den blauen Lichtioden ihres Helmes auf.   „Schoen, geh weiter. Wir muessen aufpassen. Der Daeler kann hier irgendwo sein.“ Jim nickt und eilt weiter. Seine Haende zittern und er schwitzt. Im Grunde will er nicht hier sein und merkt jetzt erst, wie viel Angst er vor dem Daeler dennoch hat. Ob Eileb dafuer gesorgt hat, dass Raf deswegen bei ihm ist? Er ahnt nicht, was der Dealer vorhat und hat allein keine Chance. Zu seinem Bedauern ist dieser Schmierentyp der Einzige, der ihn zu Ursidae bringen kann – zumindest hat ihm das alles Eileb gesagt und er vertraut diesem Licht.    Waehrend er rennt, geht Jim im Geiste nochmal alles durch, was Eileb ihm anvertraut hat. Obwohl alles fuer ihn wie in einem Traum war, kann er sich an fast jedes Wort erinnern, bis auf eines. Was er gegen den Dealer unternehmen soll, wenn er ihn begegnet? Eileb hat es ihm gesagt, daran erinnert er sich absolut. Nicht mehr, was es war? Und das macht ihm nicht nur Sorgen, sondern laesst seine Haende inzwischen zittern. Schnell ballt er sie zu Faeusten, um es vor Raf zu verbergen.    „… Du wirst es wissen, wenn es soweit ist. Glaube an dein Licht!“ Toll, an sein Licht glauben. Er, der als einziger ein graues Lebenslicht hat. Nicht kraftvoll und leuchtend, wie das Feuer von Artifice oder lebendig, wie Curas Doppelschlange. Selbst Ursidae hat ein schoenes gelbes Licht gehabt. Und er? Einen grauen Schein. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Niemand bewundert ihn fuer sein schwaechliches Glimmen, alle schicken ihn herum. Wie soll ihm dieses graue Leuchten helfen?    Jim versucht seine Gedanken zu ordnen, waehrend er den Weg durch die leeren Gaenge zu den Architektenkammern im Zentrum mit zielsicherer Praezision geht. Ihm bleibt nicht viel Zeit. Eileb wird vermutlich bereits unterwegs oder schon hier sein. Er allein gegen tausende Arachniden aus dem Dunklen Reich? Jim glaubt nicht, dass ein Mann das schaffen kann – auch wenn er das Licht in Person ist. Er wird geradewegs in eine Falle laufen und dann wimmelt es hier vor …? Jim bleibt abrupt stehen. Starrt ins Leere. Raf hat nicht geschalten und prallt gegen ihn. Bevor er faellt, packt sie ihn reflexartig am Hemd und haelt ihn aufrecht.    „Was ist los Jim?“     Er nimmt sie gar nicht wahr. „Was zum Viejenver mache ich hier eigentlich?“ Ich hoere mir das Geschwaetz eines Mythos an und mache denselben Fehler erneut, mich in die Haende des Dealers begeben. Die Arachniden werden Aknom zerstoeren und das Reich hat gesiegt, weil die Traeume nicht zurueck kehren koennen. Und niemand in der SpielWelt bekommt das mit. Alle sind bereits Sklaven der Dunkelheit und die Welt wird in Angst und Chaos untergehen. Und ich? Ich will meinen Kapitain hinterher? Ich, das kleine Licht, der kleine Schiffsjunge, den alle wie ein Kind behandeln? Wer bin ich den eigentlich?“    „Jim, hoer auf damit!“ Raf hat ihren Helm abgenommen und schweigend zugehoert. Das alles ist eine Wahrheit von der sie bisher keine Ahnung hatte und sie erschrickt innerlich. Dennoch laesst sie es sich kaum anmerken, bleibt die touffe Soldatin und fasst Jim am Arm.      „Jim. Hoer bitte auf. Wir keonnen jetzt keine Greifer …!“     Mit einem lauten Geistesblitz in seinem Verstand wird es schlagartig dunkel um ihn. Sein Herz rast und er bekommt nackte Angst. Nicht schon wieder. Jim will weg, er wappnet sich vor dem Schlimmsten, dreht sich um ... und steht ploetzlich vor seinem eigenen grauen Herzlicht. Jim ist zu perplex und bleibt erstarrt stehen. Schwer atmend betrachtet er das schwebende und pulsierende Licht vor sich ein wenig misstrauisch. Unsicher schaut er sich um. Es ist Stockdunkel um ihn.    „Bist Du ich?“ Fragt er zaghaft.     „Ja, ich bin Du.“     Jim ueberlegt, wo es bisher in seinem Leben gewesen ist. Eileb hat es ihm in seinem Geist gezeigt. Niemals zuvor hat er selbst eins im echten Leben erzeugt.    „Wie habe ich Dich erschaffen?“ Ich bin immer da, nur siehst Du mich nicht. Erst, wenn Dein Geist sich sorgenvoll verdunkelt, kann ich auftauchen.   Verdunkelt! Jim erschrickt. „Wir muessen hier weg, bevor die Greifer Raf …“ Dann wird es wieder hell um ihn. Verwirrt und voller Panik blickt er sich im Flur um. „Das kann nicht war sein. Das kann nicht ich gewesen sein? Das kann ich nicht!“ Jim ist weiß wie die Wand und unsicher, ob er sich freuen oder noch mehr Angst haben soll. Es dauert eine Ewigkeit, ehe er bemerkt, wie jemand ihn grob schuettelt und Ohrfeigen gibt. Schwach wehrt er den Angriff ab, kneift seine Augen fest zusammen bis er Sterne sieht, dann oeffnet er sie und sieht sich unsicher um. Erst jetzt realisiert er, dass Raf ihn die ganze Zeit versucht hat, wach zu bekommen. Zwei sorgenvolle Augen fixieren ihn, suchen Antworten in den seinen, die nicht da sind.   „Jim, wie hast Du … wie hast Du das gemacht?“    Er blinzelt die Benommenheit weg und faehrt sich ueber das Gesicht. „Was gemacht?“ Sein Blick faellt auf den Boden. Um sie herum sind lauter zuckende Greifer, die aufbrechen und zu Lichtern werden. Zu viele Greifer, der ganze Flur ist mit ihnen uebersaeht. „Oh …!“ ist alles, was er hervor bringt, ehe ihn der Anblick ueberwaeltigt.  Raf schuettelt ihn erneut. „Hey, wach bleiben.“ Sie fixiert sein Gesicht, starrt ihm tief in die Augen. „Jim? Wir waeren fast in die Haende des Dunklen Reiches gefallen. Du laesst eine Armee Greifer einfach so vor mir platzen,  zu Boden stuerzen und sagst - Oh!“    Er kommt endlich vollends zu sich und begreift, was da eben geschehen ist. Er schlaegt Rafs Hand weg und damit auch den Vorfall. „Ja, Oh. Ich war das nicht, das war der Inghros. Und jetzt komm. Der Dealer hat dort vorne Schlimmes vor und wir muessen da sein, ehe er es tun kann!“    Rafs Pupillen schießen hin und her. Ihre bernsteinfarbene Iris strahlt. Jims Knie drohen fast nachzugeben bei diesem Anblick. Entschlossen loest er sich von ihr und rennt los. „Was? Jim, verdammt!“ Fluchend stuelpt sie ihren Helm ueber und eilt ihm hinterher, weiter durch die schmaeler werdenden Gaenge einem ihnen unbekannten Ziel entgegen. Jim spuehrt, dass es ihr sehr schwer faellt, keine Kontrolle zu haben und auf ihn angewiesen zu sein. Das gefaellt ihm. Bei dem Gedanken muss er sogar schmunzeln. Endlich kann ich jemanden kommandieren. Nach unzaehligen weiteren Abzweigungen in das Herz von Aknom hinein bleibt Jim ploetzlich stehen und haelt den Finger an die Lippen. Raf zieht alarmiert ihre Waffe. Vor ihnen im Halbdunkeln ist der verraeterische Fingerabdruck des Dealers am Boden sichtbar. Zu Jims und Rafs Verblueffung zuckt er am Boden auf und ab, wie der Schwanz einer Katze, die vor der Maus sitzt und weiß, die Beute kann nicht mehr entkommen. Ihm wird mulmig und Raf muss ihm kurz gegen die Wand druecken, damit er nicht umkippt.      „Ein Ziel, mein Deal.“      Hallt die kraechzige Stimme an ihnen vorbei und verliert sich irgendwo in dem Gewirr aus Fluren. Jim erschaudert. Oh mein Traeumer, wer ist da mit ihm drin? Er haelt den Atem an, lauscht konzentriert, er kann niemanden sonst reden hoeren.   „Zu retten, alle, die hier verblieben  und zu bringen ihn raus, zu den Himmelsdieben.“
Spielweltv3-Jim-Traum
   Jim ist kurz davor, seiner Angst nachzugeben. Er ueberlegt fieberhaft, was der Dealer vor hat. Wieder und wieder kreist ein Satz in seinem Geist:    „… Du wirst es wissen, wenn es soweit ist. Glaube an dein Licht!“ Dann endlich versteht er alles.     „Raf, schließe Deine Augen! SOFORT!“ Bruellt er noch, als das gleißende weiße Licht in die Kammer dringt. Immer noch nimmt er alles zeitlupenartig wahr. Das weiße Hell, dass Menos fuer Menos in die Kammer fließt. Raf, die neben ihm die Augen schließt und wimmert, die Arachniden, die hasserfuellt zischend und fauchend zurueck weichen. Am meisten nimmt er den Dealer war, der angefangen hat, zu summen. Langsam oeffnet sich seine Hand und laesst etwas Winziges in das Becken fallen. Er kann nicht genau erkennen, was es ist, er sieht ein kleines Licht, das groeßer wird. Dann endlich schließt er seine Augen und wirft sich auf Raf. Es geschieht instinktiv, ehe er bemerkt, dass er sich bewegen kann.     Er spuehrt sie unter sich wimmern und bruellt, dass sie ihre Haende vor ihre Augen halten soll, waehrend er seine vor dem gleißenden Licht abschirmt und dennoch irgendwie versucht, den Dealer im Auge zu behalten. Der Boden beginnt langsam zu beben, Brocken krachen von der Decke herab. Die Energie des Lichts ist fuer die angeschlagene Stadt zu viel. Endlich erwacht Raf aus ihrer Angst und will Jim zum Ausgang zerren, er wehrt ab.    „Los, wir muessen hier raus, Jim. Die Stadt wird endgueltig einstuerzen.“    „Nein, ich muss wissen, was er vorhat!“ Raf kann nicht glauben, was Jim da sagt. „Der da hat vor dich zu foltern und zu toeten, genauso, wie beim letzten Mal. Also komm jetzt endlich Jim.“    „Versteh doch, ich muss es wissen. Alles war bisher sein Spiel. Warum?“ Jim sieht, wie der Dealer am Becken steht, inmitten der Helligkeit, als ob es das natuerlichste der Welt ist, voll und ganz auf sein tun konzentriert. Jim ueberlegt nicht mehr lange. Er reißt sich los und geht naeher an das Becken heran, staendig die Hand vor Augen, innerlich auf das Schlimmste gefaßt. Er bleibt moeglichst weit weg von dem Zwerg weg. Der Dealer laechelt irre, als er ihn neben sich sieht. Raf flucht und geht ihm mit vorgehaltenen Haenden hinterher, in der Hoffnung die Brocken moegen woanders von der Decke krachen.     Am Becken kann sie ihren Augen kaum trauen. Darin ist ein riesiger Nebel in dem Lichtblitze tanzen und funkeln.   „Wunderschoen, einfach wunderschoen. Ja, so wird es sicher gehen.“      Erschrocken schielt Jim einen Moment zu Raf. So haben sie das Monster noch nie erlebt. Er ist fast wie ein kleines Kind vergnuegt, klatscht in die Haende und lacht.  Das Beben in Aknom nimmt bedrohlich zu. Der ganze Boden vibriert, um sie herum krachen mehr und mehr Truemmer von der Decke. Dann ertoent eine wunderschoene Melodie in der Halle. Die Becken beginnen zu vibrieren und zu schwingen. Als ob sich die Toene aus ihnen erheben und in der Halle zu einer Symphonie zusammen finden. Jim schaut zu Raf, die vollkommen gebannt lauscht und dann schmerzhaft das Gesicht verzieht. Mehrere Toene aus den hinteren Becken klingen unrund und vollkommen aus dem Takt.      Ein tiefes Beben, dass ganz Aknom erneut in seinen Grundfesten erschuettert, gefolgt von einem ohrenbetaeubenden Krachen und das Klirren tausender Scherben hallt durch die Gaenge. Jim und Raf werden von einer Druckwelle aus Splittern gegen die Becken geworfen. Benommen bleiben sie liegen waerend um sie  Truemmer herab segeln. Den Dealer beeindruckt das nicht. Er steht felsenfest und uninteressiert wie ein Fels, das Gesicht vollkommen gebannt und fiebrig glaenzend.     Dann wird es schlagartig dunkel und der Spuk ist vorbei. Stille umfaengt sie, unterbrochen von einem irren Lachen. Die Augen von Jim muessen erst neu gewoehnen. Im ersten Moment sieht er nichts außer Dunkelheit und grauen Schein. Vorsichtig tastet er sich ab und lauscht einen Moment in sich hinein. Nein, ihm schmerzt der Ruecken ein wenig von dem Aufprall, aber er fuehlt sich in Ordnung. Langsam dreht er sich um und sucht Raf.     Seine Augen beginnen nach und nach leichte Konturen zu erkennen. Er ueberlegt einen Moment, was da eben geschehen war, woher die Druckwelle kam und die Splitter. Dann erfasst er in seinem Verstand das ganze Ausmaß - der Kristall ist zersplittert und Aknom wurde schlagartig Dunkel. Das spaerliche Licht, dass er noch wahrnehmen kann, kommt von den Felsen. Er hat keine Ahnung, wie lange dieser das Restlicht noch abstrahlen wird oder ob es der Fels selbst war, der schwach leuchtete. Er entdeckt mehr Konturen und dann sieht er sie ein Stueck weit von sich auf den Boden liegen.    „Raf? Ist Dir was passiert?“ Er rutscht zu ihr an den Beckenrand, ruettelt sie am Arm, sie ruehrt sich nicht. „Raf? Was ist mit Dir? Komm, wach auf!“ Vorsichtig streicht er ihr ueber das Gesicht, fuehlt ihre Stirn. Jim hat keine Ahnung, was er tun soll, kurzentschlossen beugt er sich ganz nah ueber ihr sie und lauscht. Er spuert einen feinen Lufthauch an seiner Wange, also atmet sie. Wieder schuettelt er sie am Arm, Raf wacht nicht auf. Er wendet sich an den Dealer.    „Kan…kannst Du ihr helfen?“ fragt er aengstlich, weil er weiß, was das bedeutet. Ein Deal mit dem Monster. Ihm ist das im Moment egal, er will nicht, dass ihr etwas geschieht, weil sie seinetwegen in diesem Chaos gelandet ist. Zu Jims erstaunen, wuerdigt der Clown ihn keines Blickes, als er spricht.   „Dummer Junge, dummer Junge, weiß gar nichts von dieser Welt. Ist nur laestig fuer es, was die Macht behaelt.“      Jim schuettelt mehrmals den Kopf und versteht gar nichts mehr. Er hat sich eben dem Dealer angeboten und wird von ihm … abgelehnt? „Bitte, hilf ihr! Du kannst alles haben!“ versucht er es erneut. Der Dealer reagiert nicht.   „Es ist verdammt nervig, aber wenn es dann still. Sie wird schon, wenn sie will.“      Jim will erneut sprechen, da merkt er, dass er vom Bewusstsein des Dealers brutal hoch gehoben und an das Becken gedrueckt wird. Er wird von jetzt an schweigen, verspricht er im Geist hoch und heilig, vollkommen verunsichert, was hier geschieht. Wieso will er keinen Deal von ihm haben? Und wieso foltert er ihn nicht erneut.     Er merkt, wie der Daeler von ihm ablaesst und noch fasziniert das Becken betrachtet. Er hat das Monster noch niemals so erlebt, vollkommen gefesselt. Er will undbedingt wissen, was das ist. Still und mit einem seltsamen Gefuehl betrachtet er den Rauch in dem Becken. Lange Zeit geschieht nichts, dann blitzen Lichter darin auf. Als der Dealer das bemerkt, jauchzt er verzueckt und klatscht in seine Haende. Jim wirft einen kurzen Blick auf Raf, die noch bewusstlos ist. In dem Becken blitzt es immer wieder hell in der Mitte auf. Feine weiße Aederchen bilden sich, werden laenger und laenger wie feine Wurzeln eines Pilzgeflechts. Sie vermehren sich, bis sie an den Beckenrand reichen. Das ganze Gebilde beginnt zu pulsieren, kleine Lichtblitze schießen aus der Mitte durch die Adern, pumpen Energie hindurch, Leben, das bald antwortet. In der Mitte dehnt sich ein durchsichtiger Wassertropfen aus, darin ein hauchzarter Strang, der pulsiert und aufleuchtet, wie ein Herzschlag. Jim ist vollkommen fasziniert, er kann den Blick gar nicht mehr abwenden.                                 So etwas vollkommen Reines und Schoenes hat er noch nie gesehen. Die Intensitaet nimmt zu, der Strang in dem Wassertropfen, der auf zwei Menos angewachsen ist, verdichtet sich. Schneller und schneller pulsiert er bis eine kleine Lichtkugel am unteren Ende erstrahlt, sich in dem Tropfen ausdehnt, heller und strahlender, bis Jim die Augen abwendet.     Sein Herz haemmert in seiner Brust vor Aufregung ... doch halt. Es ist nicht sein Herzschlag, der ihm in den Ohren rauscht. Jim schaut erneut auf den Tropfen, der zu einer durchsichtigen Wasserblase angewachsen ist. Das Licht beginnt langsam schwaecher zu werden und gibt den Blick frei auf das, was sich in der Blase gebildet hat. Erschrocken erkennt Jim darin einen Saeugling liegen, in Licht gebadet.    „Was zum Viejenver …?“ entfaehrt es seinen Lippen.   „Helfen kann der Dir vielleicht, diesem Wicht … wird es nicht leicht.“      Der Dealer hat das Schauspiel vollkommen gebannt verfolgt und sich keine Sekunde abgewendet, als er diese Worte in normalen Tonfall spricht. Jim ist diese Situation einerseits ein Wunder, andererseits erlebt er den Dealer auf eine intime Weise, von der er noch nicht weiß, ob es ihm spaeter schaden wird. Er will schon fragen, was die Worte bedeuten und kann sich gerade noch auf die Lippen beißen – besser nicht.     Jim wendet den Blick vom Dealer ab und ist erschrocken, wie groß der Strang inzwischen geworden ist. Armdick ragt er weit in die Halle hinauf und endet in einen …    … riesengroßen Schirmflieger!    Er muss den Kopf in den Nacken legen, um das riesige Ding, das ueber ihm schwebt, erfassen zu koennen. Der Schirmflieger ist noch mit einem Strang an der Blase verbunden. Sanft schwingt er leicht hin und her, bereit zu starten. Entsetzt sieht er den Dealer an. Was ist das fuer ein Ding hier? So werden keine Tawo`s in der SpielWelt geboren?    „Dummer Junge, dumm wie Stroh. Zweifelhaft, wie Du wirst Deines Lebens nimmer froh. Aus Traumsamen einst die Waechter waren geboren, wegen Dummheit sind heute alle verloren.“      Jim versteht nicht, was der Dealer sagt. Bei dem Wort Waechter wird er hellhoerig. Er hat es auf der Laisviejda schon gehoert. Jim zoegert und wagt es. Wer weiß, wann er noch einmal ungestraft dem Dealer auf diese Weise begegnen kann.    „Ist Ursidae ein Waechter?“ fragt er den Zwerg.    „Das musst schon selbst heraus finden, bevor die Samenflieger schwinden.“      Jim erstarrt. Der Dealer hat ihm den Satz in seiner fipsigen, grausamen Stimmen gesagt. Boese funkelt er den Jungen an. Ehe Jim reagieren kann, ist er erneut in seinen Haenden gefangen. Er merkt, dass er sich nicht mehr bewegen kann. Muehelos verfrachtet ihn der Clown mit einem Blick an den Strang des Schirmfliegers und bindet ihn dort mental mit feinen Adern fest. Jim versucht mit aller Kraft sich zu wehren. Er dreht den Oberkoerper, um die Haende freizubekommen. Keine Chance. Er ist dick eingepackt und haengt hilflos an dem Samen. Verzweifelt wirft er einen Blick auf Raf, die immer noch bewusstlos auf dem Boden liegt.     „Was hast Du mit mir vor? Was soll das?“     Der Dealer ignoriert ihn. Ein Licht streift Jim`s Gesicht. Als er den Kopf hebt, sieht er, dass eine Glasscheibe der Rosette sich geoeffnet hat. Zu seiner Verwunderung bleibt die Wassermasse des See`s aus. Jim haette dort oben am See, als er durch das zerstoerte Teilstueck mit Raf hinauf geklettert ist, schwoeren koennen, dass alles mit Wasser bedeckt war? Alles nur eine Taeuschung. Als er hinab schaut auf den Dealer begegnet ihm ein eiskalter und irrer Blick eines Wahnsinnigen. In seiner Hand ein leuchtender Gegenstand – eine Scherbe Laisviej. Der Dealer leckt sich die rissigen Lippen und haelt das Glas an das untere Ende des Strangs, der in die Blase muendet. Er wird wohl nicht …?    Mit einem lauten Platschen zerreißt die Blase und das ganze Wasser ergießt sich in das Becken, waehrend Jim mit einem Ruck von dem Schirmflieger nach oben mitgerissen wird. Erschrocken strampelt er einen Moment in der Luft, weil er das Gefuehl hat zu fallen, doch der Strang an den er verschnuert ist, haelt ihn fest. Langsam steigt der Schirm hoeher der Oeffnung entgegen. Panisch blickt er nach unten auf Raf. Er fixiert den Dealer. „Was tust Du mit ihr?“, bruellt er. Ein grausiges Schweigen. Der Clown legt den rechten Zeigefinger erst an seine Blutverschmierten Lippen und haelt dann die Hand an sein Ohr. Er lauscht gebannt. Jim versteht nicht und wartet.  Da hoert er einen lauten Schrei durch die Halle erklingen. Der Dealer haelt sich die Hand vor den Mund, stapft schnell auf und wedelt mit den Armen. Freudig greift er in das Becken und haelt einen Saeugling an den Fueßen hoch. Er grinst hinauf zu Jim und ist dann von einem Moment auf den andern verschwunden.    Jim zappelt am Strang und kommt nicht frei. Der Schirm steigt hoeher der Oeffnung entgegen. Wieder wurde er ausgetrickst und er hat ein ungutes Gefuhel, wenn er hilflos hinab schaut in die Schatten am Boden.     „Raf! Raf, wach endlich auf! RAF! Du musst hier raus! RAF! VERDAMMT!“ Erneut geht ein Ruck durch Jim, als der Schirm die Oeffnung erreicht, oben von einem Wind erfaßt und ein Stueck hochgerissen wird, ehe er sanft weiter steigt. Jim blickt sich in alle Himmelsrichtungen um und kann es kaum glauben. Der Dealer steht an einem Steg ganz entspannt, den Saeugling wie ein Insekt weit von sich gestreckt. Neben ihm der dunkle Schatten. Eben greift das finstere Boese nach dem Kind, dem ein qualvoller und aengstlicher Schrei entweicht und sich an dem Felswaenden des Kessels bricht. Dann erstickt der Schrei, als der Schatten mit dem Kind verschwindet.  Mit einem boshaften und breiten Grinsen im Gesicht dreht sich der Daeler zu Jim um und winkt ihm zum Abschied frech grinsend zu. Jim fuehlt ein letztes Mal einen stechenden Schmerz in seiner Stirn, als der Dealer in seinen Verstand eindringt und Worte spricht, die er nicht versteht. Er haelt einen kleinen Gegenstand in seiner rechten Hand und streckt den Arm aus.  „Dimar damalvar Salamat“       Im ersten Moment geschieht nichts. Dann beginnt das Kleinod in der Hand des Dealers zu Leuchten und zu strahlen. Heller und Heller schwillt es zu einer Lichtkugel an, dehnt sich aus und flutet den gesamten Kessel. Das Licht schmerzt ihn in den Augen. Jim wendet einen Moment den Blick ab und wartet, bis es vorbei ist. Als er dann hinab schaut, auf den Kessel ist alles verschwunden – die Steinrosette, der Dealer und ganz Aknom. Da ist nur noch Fels, als waere hier nie etwas anderes gewesen.    „NEIN! RAF! EILEB!“ Er bruellt, strampelt und windet sich, versucht loszukommen von dem Strang, vergeblich.    „Du Scheißkerl, Du verdammter Haufen Wuestendreckfresser. Wenn ich wieder komme, dann bist Du derjenige, der endlich leidet!“    Jim schnauft schwer, fuehlt tiefen Hass in sich und eine Wut, die ganze Welt zu zertruemmern. Gut, dass er sich nicht ruehren kann, sonst wuerde er den Schirm attackieren. Er schwoert sich, alles zu lernen, um den Dealer zu besiegen und vorher wird er leiden. Genauso schrecklich, wie alle seine Opfer. Der Schirmflieger steigt hoeher und gleitet hinaus auf`s Weltenmeer. Er nimmt Jim mit, irgendwohin in das Unbekannte.