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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Jim
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Es wird Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
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Wie oft schon hatte „es“ in Deinem inneren Angst?
ICH LIEBE MICH!
AKNOM

  Jim ist ins Vergessen getaumelt. Seine Welt besteht seit einer Ewigkeit nur noch aus Dunkelheit, grellen Lichtblitzen und Schmerz. Ganz tief hinab in die wattige Masse seiner selbst hat er sich verkrochen. Die Gedanken fest verschlossen, um den grausamen und hinterhaeltigen DEALER zu entkommen. Doch vergeblich. Immer wieder reißt er ihn aus seinem Daemmerzustand heraus, bedraengt seinen Geist, und zerrt ihn in seine wahnsinnige Welt des Irrsinns, um an seinen wertvollsten Besitz zu gelangen, sein Lebenslicht.

  Jim kann sich nur Schemenhaft erinnern, was nach seiner Flucht von der Laisvijeda geschehen ist. Verschwommene, Fratzengesichter, entsprungen einer bizarren Welt aus schraegen Farben und bunten Toenen. Toenen die aus Bildern kriechen, das Bunte mit sich schleppend und leeres Nichts hinterlassend. Stimmen aus einem blauen Fluss, der Jims Gedankenwelt untergehen laesst. Ueberall Irrsinn, Chaos und Zerfall.  Er taumelt durch des Dealers Welt, ewig auf der Flucht, ohne jemals zu entkommen. Findet er ein Versteck, wird die Sicherheit zu seiner Falle und schnappt mit spitzen Zaehnen nach ihm. Jim taumelt weiter, immer weiter. Spuert noch, wie er stolpert. Und dann der Fall ins Nichts. Tief hinein in die Vision der brennenden Stadt Aknom und dann … Dunkelheit. Scherzhafte Dunkelheit des Dealers, der auftaucht und geht, wie er will.

  „Es ist verdammt nervig“ schreit er ihm von der Ferne zu und ein weiterer Schmerz explodiert in seinem Kopf. Benommen taumelt sein Verstand durch die wattige Masse vor ihm. Weg, nur weg von der Macht dieses Monstrums. Doch er findet ihn, wieder und wieder. Zerrt seinen mueden Geist hervor und beginnt von vorn, sein Lebenslicht zu jagen. Der Dealer lacht und klatscht sich in die Haende, wie ein boeses Kind, dass langsam seinem Hund verkrueppelt. Spielt sein Spiel im Nebel des nichts, stetig hinter seinem Geist her. Doch dann ist der Dealer ploetzlich fort. Stille in seinem Geist, von einem Moment auf dem anderen. Jim nimmt es nur am Rande seines Bewusstseins war. Taumelt, stolpert und laesst sich entkraeftet tiefer in das wattige Vergessen fallen. Fort, nur fort von ihm und immer weiter in die Tiefe hinab. Das weißlichgoldene Licht hinter ihm, hell flackernd, strahlend schoen, sieht er nicht mehr.

  Er hastet durch eine Welt des Zwielichts und der Unfarbigkeit. Alles verschwimmt zu dunkelgrauem Einheitsbrei, konturlos und matt. Laengst hat er seinen Auftrag vergessen und den Grund, warum er hinter dem Dealer her wollte. Weg, immer weg von ihm, ist alles, woran Jim denken kann. Vor dem boesen Monster. Bis ploetzlich, vor ihm buntes Leuchten auftaucht. Schwach nur, doch hell genug, um Jim im Nichts eine Orientierung zu verleihen. Er stolpert weiter, erkennt truebe Farben. Schemenhaft scheinen sie durch die neblige Welt, dass Jim schon auf ein Wunder hofft. Endlich erkennt er, woher die Farben kommen.

  Durch ein Fenster, riesengroß, wie ein Haus. Trueb und verschmutzt verzerrt es das leuchten jenseits zu einem pastelligen Brei. Doch alles was fuer Jim zaehlt ist, ein Blick in die bunte Welt hinaus. Endlich erkennen, wo er hier ist in diesem Wahnsinn? Jim zoegert ein paar Kajims lang, haelt aengstlich inne. Zu lange schon ist der Dealer fort, kann jeden Moment erneut auftauchen und ihn quaelen. Doch er hat keine Wahl. Er muss, will er hier raus. Er wagt es und rennt auf die Scheibe zu. Seine Sinne angespannt, der Blick gehetzt, seine Augen wirr hin und her huschend, waehrend er seinen Koerper verbiegt und streckt. Um nur einen Moment Klarheit zu bekommen. Stetig die Angst im Nacken, dass er wieder da ist. Mehrmals wendet er sich erschrocken um, als er einen Hauch in seinem Nacken spuert. Sucht nach ihm, dem Monster. Doch nichts. Niemand. Er ist allein. Jim entspannt ein wenig, betrachtet die Scheibe genauer. Sie ist schmutzig und trueb von altverkrusteten Dreck und Staub. Er wischt mehrmals mit seinem Hemdsaermel ueber das Glas. Als sich kaum Schmutz loest, spuckt er auf seinen Aermel und schrubbt fester. Nimmt beide Arme zu Hilfe. Muehevoll schafft er sich eine kleine Ecke frei, durch die er endlich hinaus sehen kann. Rosafarbener Schein, durchzogen von schwarzem Rauch brennt sich auf seine Netzhaut ein. Eine Wohltat fuer seine Augen, die sich in den Kontrasten verlieren und ein wenig entspannen koennen. Gierig huschen sie hin und her, saugen jedes Bunt auf. Jim sieht kahle, steile Waende, die in den Kemelom hinaufragen. Weit am Boden unter ihm eine Masse aus zuckendem schwarzen etwas, auf der kahle weiße Koepfe treiben. Ein ueberdimensionaler Arm ragt weit ueber ihm aus dem Fels, greift nach dem schwarzen Tod am Boden des Nichts  ... .

  Und da endlich trifft ihn der Schock mit voller Wucht. Panisch realisiert Jim , wo er hier ist in dieser grauen, wattigen Masse. Nackte Angst kriecht an seiner Seele empor. Verzweifelt haemmert er mit seinen Faeusten auf die Scheibe ein. Bruellt um Hilfe und sieht sich in alle Richtungen seiner wattigen Welt des Zwielichts um. Sein Schrei hallt in seinen Ohren, doch verstummt augenblicklich um ihn herum. Als ob das graue Nichts alles Lebendige schluckt auf auffrist. Seine Faeuste krachen gegen die Scheibe, fester, wollen sie zerstoeren. Und doch bleibt sie still. Kein Laut dringt nach außen. Kein Zucken im Glas, keine Vibration. Hilfslos in den hintersten Winkeln seines Bewusstseins muss er zusehen, wie sein eigener Koerper ueber an einer Felskante baumelt. Unter ihm eine Armee von Menschenfressern, die nur darauf warten, ihn zu erreichen. Dann sieht er ihn, das Monster. Dort unten steht der Dealer. Taenzelt und spielt mit den Grauen, wie ein Freund. Mit seinem feuerroten Haarkranz und dem schmutzigen Clownskostuem steht er einer Meute hungriger Monster gegenueber, denen er lachend sein junges Fleisch als Braten verspricht. Jedes Wort des Monsters dringt zu ihm in sein geistiges Gefaengnis hinauf. Panisch schreit Jim seinen Kaerper an, seinen faulen Hintern zu bewegen und aufzuwachen. Aufwachen aus diesem Alpraum. Er bettelt und fleht. Starrt entsetzt hinab auf die Arachniden, die dort unten mit ihren Kiefern flackerten. Gierig, beginnen sie bereits, sich gegenseitig zu zerfleischen im Kampf um die versprochene Beute.

  Doch alles Flehen verpufft an der trueben Scheibe aus Glas. Sein Koerper bleibt leblos und Jim darin gefangen. Weinend verflucht er seine naive Dummheit, dem Dealer gefolgt zu sein und sackt auf seine Knie zusammen. Er ist verdammt dazu, alles mitanzusehen als Ehrengast am Bankett des Dealers. Bei lebendigen Leib verspeist zu werden, waehrend sein Verstand hilflos zusehen muss. Seine linke Hand kratzt nur noch schwach ueber die Scheibe. Wissend, dass er nichts mehr ausrichten kann. Von weit unten hoert er das grausame Kampfgebruell der Arachniden, das in Zischen und Hass untergeht. Jeden Augenblick ist der Erste bei ihm und wird seinen Koerper zerfleischen. Ihm Arme und Beine ausreißen, seine Hauer in sein Fleisch rammen, seine Knochen brechen.

Ein knackendes Geraeusch ganz in der Naehe seines Koerpers laesst Jim vor Angst schlottern. Es ist so weit. Sie holen ihn. Und nichts kann sie aufhalten. Er laesst los. Laesst seinen Geist tiefer fallen, hinein in das Vergessen. Hinein in sein ... .

  „JIM!“

   Die Stimme klingt weit weg. Vergessen. Er will nur noch vergessen. Reagiert nicht mehr, glaubt an eine Illusion. Zu oft hat der Dealer in seinem geistigen Gefaengnis seinen Namen in allen Stimmfarben gerufen. In der seines Vaters und seiner Mutter. Durch ihr Antlitz gesprochen. Ihn einen Niemand genannt, den keiner liebt. Der hier sterben wird. Hier im Nichts des Vergessens ... .

  „Jim, oh mein Gott. Jim.“

  „Was ist mit ihm? Ist er …?“

  „Nein. Sein Herz schlaegt schwach, sehr schwach, aber er lebt.“


  Jim haelt inne. Diese Stimme… aus der Ferne. Er kennt diese Stimme. Kann es vielleicht doch wahr sein? Vorsichtig hebt er den Kopf und lauscht. Die Scheibe ist verschwunden und mit ihr der Hauch eines rosafarbenen Scheins. Erneut ist er von dem grauen kontrastlosen Nichts umgeben. Ploetzlich schwangt der Boden, auf dem er sitzt. Jim springt auf und schaut sich um. Alles vibriert. Er versucht einen festen Stand zu bekommen, doch Jim taumelt hin und her, faellt. Erneut schlingt er seine Arme um seinen Koerper und verkricht sich. Dann wird es ruhiger und der Boden hoaert auf, zu schwanken. Jim bleibt noch Herzschlaege liegen, ehe er es wagt, die Augen zu oeffnen und sich umsieht.

  Er erschrickt, als vor ihm ein kleines gelbes Licht auftaucht. Weicht zurueck. Das Licht umkreist ihn mehrmals und rauscht dann in die Graue Masse hinein.

  „Hey, so warte doch.“ Schreit er dem Licht hinterher, rappelt sich auf und beginnt zu rennen. Er weiß nicht warum, aber er vertraut diesem gelben Schein, diesem Licht. Jim rennt durch das Grau, bis er das Licht erneut sehen kann. Es flattert auf Augenhoehe hin und her, so, als ob es auf ihn gewartet hat. JIm bleibt stehen und streckt seinen Arm aus, will es beruehren. Doch sofort flitzt es weiter und der Junge hinterher. Nach einer Weile taucht eine weitere Scheibe auf. Kleiner als die andere, sehr viel Kleiner, nur Fenstergroß. JIm hatte sie in dem matten Einheitsgrau nur durch zufall entdeckt. Wieder ist der Blick hindurch trueb und verschwommen, wie in einem Nebel. Jim faehrt mit dem Finger ueber das Glas, doch es ist sauber und klar. Der Nebel liegt auf der anderen Seite.

  „Kannst du ihm helfen?“

  „Er wacht nicht auf. Ich habe alles versucht, Balsar, aber ohne einen Heiler… .“

Schrill und verzerrt dringen die Stimmen an Jim`s Ohr.

Doch als er den Namen Balsar hoert macht sein Herz einen Sprung. Jim haemmert gegen die Scheibe und ruft den Namen des Oberbefehlshabers.

„Balsar! Ich bin hier! Hier drueben!“ Jim ist verwundert, dass er, ober besser gesagt sein Koerper noch lebt und nicht verspeißt wurde. Doch er kann seinen Koerper immer noch nicht bewegen und ist in ihm gefangen. Er haemmert und bruellt … , doch wieder keine Reaktion von draußen.

  „Ich gehe nochmal nach Arjen, Raf. Irgendein Heiler muss doch zu finden sein … .“

  „Bis dahin ist es zu spaet Basar. Er braucht jetzt Hilfe.“

  „Die Laisviejda ist vielleicht schon von Nemundur zurueck, sie haben eine Heilerin auf dem Schiff … .“

Jim lässt die Händen sinken, als er das hoert. Er ist gefangen in der Welt hinter der Scheibe, irgendwo in seinem Körper. Verzweiflung macht sich in ihm breit, Verzeiflung, nie mehr aufzuwachen aus diesem Alptraum.

  „Alles ist gut.“

Jim schreckt auf. Bisher drang jede Stimme dumpf und matt an sein Ohr in diesem undurchdringlichen Schleier. Diese Stimme jedoch ist hell und klar. Jim schaut sich nach allen Seiten um, sieht aber nichts, außer dem goldgelben LIcht, dass immer noch bei ihm ist.

  „Hab vertrauen, Jim. Alles ist gut.“

Er dreht sich schnell um seine Achse. Versucht die Quelle ausfindig zu machen. Seine Augen huschen hin und her. Doch da ist niemand.

  „Wer bist Du? … Und … wo bist Du?“

Ein freundliches Lachen ertoent. „Aber ich bin doch hier.“

Jim dreht sich erneut, aber er ist allein.

  „Wo denn, verdammt? Wo bist Du?“ ruft er.

  „Ich bin hier, neben Dir. Das Licht. Siehst Du mich?“

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   Erschrocken weicht Jim vor dem Licht zurueck. Starrt es mit offenen Mund an, Schluckt mehrmals. Er hat noch nie ein sprechendes Licht gesehen, geschweige denn mit ihm gesprochen. Langsam geht JIm um das Licht herum, betrachtet es ein wenig mißtrauisch von allen Seiten. Es ist eine kleines goldschimmerndes Herz aus Lichtfasern, dass sich mit sanften auf und Abbewegungen treiben laesst. Am unteren Ende zieht es einen Lichtschleier mit sich, der sich wie die Tentakeln einer Qualle aussieht und sich rauchig bewegt. Ein strahlendes Leuchten geht von seiner Mitte aus. Offenbahr geht keine Gefahr von dem Licht aus. Doch es koennte auch ein neues Spiel des Dealers sein.    „D… Du kannst sprechen?“ fragt Jim vorsichtig.    „Aber ja doch.“ Antwortet das Licht freundlich. Jim legt den Kopf schief und kneift die Augen zusammen. „Was bist Du?“    „Ich bin ein Herzlicht.“    „… ein was?“ Ein Lachen. „Ja, Unsereins habt ihr schon lange nicht mehr gesehen, seit die Greifer uns vertrieben haben.“    Jim schuettelt verwirrt den Kopf oder glaubt es zu tun. „Mo.. moment mal? Du willst mir nicht allen ernstes weiß machen, dass Du ein Licht bist, dass vor langer Zeit mal in der SpielWelt gelebt hat?“   „Nicht ganz. Aber immerhin bist Du bist einer der wenigen, die uns noch kennen.“    „Ich lese viel.“ antwortet Jim knapp und verschweigt, dass er nur geraten hat.    „Aber das meine ich nicht. Ihr… ? Euch .. Du … ? Wie kommst Du in meinen Koerper?“ Er schaut sich um. „Und wo zum Vijenver bin ich hier ueberhaupt?“ Das Herzlicht fliegt ganz nah an Jim heran. „Ich bin ein Teil von Dir.“    Jim erstarrt und blickt einen Moment ausdruckslos vor sich hin. Er kann das gehoerte nicht begreifen, hebt den Finger und setzt zu einer Antwort an. Bleibt jedoch verwirrt mit offenen Mund stehen und schuettelt erneut den Kopf. Das alles ist zuviel fuer ihn.    „Schau. Jedes Leben besitzt sein eigenes Lebenslicht, den Lijwhan. Richtig?“ Jim nickt nur stumm.    „Und den Lijwhan kann jeder sehen … ja, ich weiß, der Samrat hat keinen … aber vergiss den mal.“ Jim hat den Finger zum zweiten Mal erhoben, doch er nickte erneut stumm.    „Der Lijwhan ist ausserhalb Deines Koerpers, richtig?“ Jim nickt erst, schuettelt mit gerunzelter Stirn den Kopf und nickt dann doch.    „Und wie sieht die Quelle deines Lijwhans innen drin aus?“ Jim ueberlegt lange, ehe er antwortet. „Ich habe keine Ahnung.“    „Aber ich. Ich bin ein Teil der Quelle, dem Dein Lijwhan entspringt. Das Herzlicht, das Licht innerhalb Deines Koerpers. Es gibt viele von uns in jedem Koerper, winzig klein. Wir helfen Dir und geben Dir Kraft in schweren Zeiten.“     „Kraft in schweren Zeiten...?“ wieder holte Jim, doch das Licht spricht weiter.    „Jim. Du hast Dein eigenes Herzlicht vergessen, wie viele andere Sweloms im Dunklen Reich auch. Du hast vergessen, dass in Dir eine ewige Quelle des Lichts erstrahlt. Wir Herzlichter sind Dein Freund. Doch viele Tawos haben Angst vor uns und fluechten sich in diese dumpfe matte Welt ihres Verstandes.„    Jim ist immer noch verwirrt, bekommt aber langsam eine Ahnung, wovon das Licht da spricht. „Du bist ein Herzlicht.“ Das Herzlicht nickt.    „Und warum kommst Du dann so spaet?“ fragte Jim ein wenig erbost. „Immerhin bin ich hier in einem Alptraum gefangen!“    „Du hast es verhindert.“ antwortet das Licht. „Weil Dir das Dunkle Reich da draußen beigebracht hat, dass es uns nicht mehr gibt. Du fuerchtest die Greifer mehr, als alles andere. Du hast vergessen, dass in Dir auch Licht ist. Der Daeler hat das ganz einfach ausgenutzt und Deinen Geist verwirrt. Dich in Deinem eigenen Koerper eingesperrt, weil Du an dieses Licht nicht mehr glaubst. Er hat Dir vorgegaukelt, dass Du schwach bist und hilflos. Dein Herzlicht fing an zu verblassen, und mit ihm wurde Dein Lijwhan immer schwaecher.“    Jim schluckt mehrmals und denkt ueber die Worte nach. Sein selbst fuehlt sich immer noch wattig an. Doch er spuert auch die Wahrheit in den Worten des Herzlichtes. Eine Klarheit, die sich ausbreitet und ihm ein wohl sein vermittelt. Ganz anders als das Drueckende Schwere vom Dealer.    „Wie hat der Daeler das geschafft?“     „Oh Jim. Hast du wirklich geglaubt du kannst es mit diesem Monster, aufnehmen, das weitaus maechtiger ist, als ein Inghros? Du als Swelom?“    Jim schließt die Augen und holt tief Luft. Nein, er war dumm und naiv. Er haette auf Cura und Phagus warten sollen, statt sich in sein Verderben zu stuerzen.    „Der Daeler der Gefaelligkeit ist ein Wesen, dass von Deinem Herzlicht lebt und sich davon ernaehrt. Je mehr Angst Du vor ihm hast, umso mehr Macht hat er ueber Dich. Das alles hier, ist eine Illusion, die Du glaubst.“ Sprach das Licht weiter.    „Was ist dann mit dem Gedankenlicht?“ will Jim Wissen. „Kann sich der Dealer nicht davon ernaehren?“    „Das Gedankenlicht ist eine positive Energiekugel, die jeder Tawo erschaffen kann. Auch Du. Wie? Ganz einfach, indem Du positiv denkst. Versuche es und denke einen schoenen Gedanken.“ forderte das Herzlicht Jim auf.    „Jetzt? Hier?“ Jim schaut sich verstohlen in dem grauen Dunst um.    „Wann ist Dir denn recht? In der naechsten Schwierigkeit?“ fragte ihn das Herzlicht.    Jim seufzt. „Ok, ich habs kapiert.“ Er schließt seine Augen und versucht an etwas Schoenes zu denken.
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Zunaechst ist Dunkelheit in seinen Gedanken. Doch dann taucht ein Bild von Artifice auf. Er liebt den rauhen Feuerwerker. Fast, wie einen Vater und erinnert sich an dem Moment des Glueckes. Eine kleine Gedankenenergie nimmt vor seinen Augen Gestallt an, verdichtet sich. Sein Lichtschein breitet sich aus, umspielt es. Wie ein Rochen bewegt es sich wellenfoermig vorwaerts, immer schneller und entschwindet im grauem Dunst.
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   „Gut gemacht Jim.“ lobt ihn das Herzlicht. „Das ist Deine Gedankenenergie. Es hat eine gewisse Kraft und Macht. Stark genug, Dich ein klein wenig zu erhellen. Viel zu Schwach, um ein paar Schattengreifern zu widerstehen. Du kannst jederzeit Gedankenkraft erzeugen, um Dich kurzfristig zu schuetzen. Nicht gegen den Daeler. Er verspeißt diese kleinen Appetithaeppchen binnen Kajims. Das Herzlicht allerdings ist eine tausenfach staerke Kraft, Jim. Jeder Tawo hat in sich eine unbesiegbare Armee an Herzlichtern, wenn er will. Du als Swelom kannst sie in Deinem Koerper aktiviern. Manche Inghros, besonders Heiler, sind in der Lage, sie aus ihrem Koerper heraus zu leiten und ihre Kraft zu nutzen. Die meisten Inghros durchschauen den Daeler. Um an das Herzlicht zu gelangen, bedient sich allerhand schmutziger Tricks beim einfachen Volk.“    Jim denkt eine Weile ueber die Worte nach. Versucht es zu behalten. „Also gibt es Gedankenenergie und Herzlicht. Herzlicht ist die fette Wumme, waehrend Gedankenenergie kaum Saft hat. Oder?“     „So kannst Du es ausdruecken ja.“ antwortet das Herzlicht.    „Und ich kann es ohne Hilfe nicht erzeugen?“ hackt Jim weiter.    Das Herzlicht schweigt einen Moment. „Im Moment ja. Weil Du es vergessen hast.“     „Wieso bist Du dann jetzt hier? … ich meine. Hat Dich jemand geschickt?“ will Jim wissen.    „Ah, Du bist ein schlauer junger Mann. Dir hat jemand geholfen. Jemand, der will, dass Du von Deinem inneren Herzlicht erfaehrst.“    „Wer?“ will Jim wissen.     „Hab Geduld, Du wirst ihn bald kennen lernen.“    „Ihn? Ein er? Ist es Balsar? Hat er Dich geschickt? Ich … hab ihn … durch die Scheib … ?“ Jim blickt sich um, „Wo ist sie hin?“ Das verschwommene Fensterbild ist verschwunden. Statt dessen sieht er etwas ganz anderes. Etwas, dass ihn schaudern laesst.    „Nein, es ist nicht Balsar.“ Antwortet das Licht, doch Jim hoert nicht hin. Er bekommt erneut Angst. Vor ihm ist eine große Halle. Der Boden ist mit Schmutz, Blut und Dreck uebersaet. Vereinzelt liegen abgenagte Knochen herum. Es stinkt bestialisch nach Exkrementen, Schweiß, Angst und vor allem Tod. Flinke Schatten huschen an den spärlich beleuchteten Wänden entlang. Erheben sich und geben hohe Fiplaute von sich, die von allen Seiten beantwortet werden. Von der schimmligen Decke hängen Käfige. Sehr viele Käfige und darin sind viele verängstigte Tawos eingesperrt. Alte Männer, Frauen und Kinder. Sehr viele Kinder. Jim will weg, weg von dem grausigen Anblick. Nicht noch mehr Leid und Tod.    „Sein Name ist Eileb und er braucht Deine Hilfe Jim.“    „Ich… meine … moment mal.“ Jim weicht vor dem Licht zurueck.    „Haelt er mich hier fest? Ist es das? Wenn ich ihm nicht helfe, dann bleibe ich Gefangener hier?“    „Nein Jim.“ Das Herzlicht verharrte einen Moment regungslos in der Luft, pulsierte, wie ein Herzschlag. „Du selbst hast Dich hier eingesperrt, zu Deinem Schutz.“ antwortete es dann.    „Ich selbst … ach … hoer doch auf.“ Und doch spuerte er, dass es der Wahrheit sehr nahe kommt. All der Schmerz und die Qual des Dealers, der er nur in der wattigen Dumpfheit des Vergessens entkommen konnte. Die Welt da draußen ausblenden und sich ganz tief in das Vergessen seiner Selbst zurueck ziehen. „Soll das heißen, ich bin in meinem Koerper gefangen?“    „Nein, Jim. Du bist nicht gefangen. Sehr weit von Dir selbst entfremdet hast du Dich. Aus Angst vor dem, was da draußen mit Dir geschehen ist. Was der Daeler Dir angetan hat.“    Jim schnaubt, wirft die Haende in die Luft. Er ist wuetend, stinkwuetend auf sich selber. Auf seine Unfaehigkeit. Und er hat Angst. Angst vor dem Daeler und dass er erneut zurueck kehrt. Unruhig, wie ein gefangener Tiger trottet er hin und her. Den Kopf soweit gedreht, dass er nur aus den Augenwinkeln die Kaefige zu den Kindern am Rand seines Sehfeldes erkennen kann.    „Wer sind die da?“ fragte er das Licht barsch. Er will das nicht. Will damit nichts zu haben. Er will in seine matte Wattigkeit zurueck, wo Nichts ist.     „Wenn Du ihnen nicht hilfst, werden sie sterben.“ Abrupt bleibt er stehen.    „Warum? Was haben sie denn getan?“ fragt er das Licht.    „Nichts. Sie haben nur in Aknom gelebt, bis das Reich entschieden hat, dass es falsch ist. Jetzt dienen sie als Mahlzeit fuer die Arachniden.“ Das Licht schweigt einen Moment. Gibt Jim Zeit, die Worte zu verstehen. Worte, die er nicht hoeren will. Die sein Koerper nicht kennt und seine Seele leiden laesst.    „Du hast es hier drin, in deinem Geist laengst erkannt, was das dunkle Geheimnis des Volkes aus dem Sueden ist. Das Geheimnis, was niemand erfahren darf. Doch die Welt da draußen, dort, wo Dein Koerper ist, hat keine Ahnung. Niemand weiß, dass es diese Kammer gibt. Auch nicht Balsar und seine Leute.     „Hoer auf ...“ fleht Jim, doch das Licht spricht weiter.    „Es gibt in den Canyons ein Feld, wo sie die verbrannten Knochen wegwerfen. Hunderte, Tausende, gestorben, um eine Armee des Todes satt zu bekommen.“    „Es reicht. Schluss.“ Jims Haende sind zu Faeusten geballt. „Was kann ich denn schon tun? Ich kann ja nicht mal meinen Koerper bewegen.“ jammert er.    „Mach Dein Licht nicht kleiner, als Du bist, Jim. Du kannst Dein selbstgewaehltes Gefaengnis verlassen und Balsar davon uebezeugen, was hier unten geschieht.“    „Balsar? Er … wird mir kaum zuhoeren. Ich bin doch nur … .“ verzweiflung spricht aus Jim. Warum gerade er? Warum soll er sich in Gefahr bringen? Wofuer?    „Er hat Dir das Leben gerettet Jim. Er und seine Leute haben Dich gerettet. Er wird Dir zuhoeren.“    Jim fuhr sich nervoes durch seine Dunkelblonden Haare. „Aber wie komme ich hier raus?“    „Wir helfen Dir.“  Drei weitere Herzlichter schwebten hinzu. Sie strahlen hell in einem grauem Schein. Jetzt endlich versteht Jim auch, warum seine Gedankenwelt so matt und grau ist. Grauer Schein ist die Farbe seines eigenes Lebenslichtes. Der Dealer musste im nur eine matte, graue Welt vorgauckeln. Schon ist sein eigenes Licht, seine Kraft fuer ihn nicht mehr sichtbar. Alles verschwimmt in einem Farbton, waehrend das Monster sich an seinem Licht laben konnte.     „Auch wir helfen Dir.“  Immer mehr graue Lichter erstrahlen heller um Jim, loesen sich aus dem dunkelgrauen Dunst, der nach und nach schwindet und sich in Dunkelheit verliert. Ein Meer aus grauen Herzlichtern taucht um ihm herum auf. Jim wird von einer neuen Kraft durchflutet, die er laengst vergessen hat. Das goldgelbe Herzlicht schwebt immer noch nebem ihm her. Pulsiert im Rythmus seines Herzens.    „Es wird Zeit, dass Du jemanden kennen lernst.“ sagte es schließlich. Vor Jim erscheint ein Strahlendes Gitternetz in hellem weiß und zarten rose. Heraus tritt eine schlanke Gestalt. Ein baertiger Mann in einem langem Umhang. Sein Lijwhan ist Engelsfluegel aus weißgoldenem Sternenstaub. Zumindest will Jim das in seinem Retter sehen. Doch seine Augen... . Seine Augen sind pures, weißes Licht.    „Du? Aber Du bist ein Mythos!“ sagt Jim zu dem laechelnden Eileb.  Er kann nicht glauben, was er sieht. Artifice hat ihm viel erzaehlt, ueber einem einsamen im Berg, der mit seinem Laisviej wahnsinnig wurde. Doch er soll laengst verschwunden sein.    „Ein Mythos, der endlich wieder Wahrheit werden muss.“ spricht Eileb in einer warmen Stimme. „Wir haben viel zu tun und wenig Zeit, Jim. Wir muessen die Arachniden daran hindern, Aknom zu zerstoeren. Ich weiß, es ist viel verlangt. Hoer auf Dein Herz und entscheide, ob du bereit bist, oder nicht. Bereit bist, mir dabei zu helfen?“     Jim hat viel ueber diesen Mann gehoert. Mehr Schlechtes, als Gutes, viele Behauptungen, die in den Winkel der SpielWelt gefluestert werden. Doch dieser Mann, der jetzt mit seinem Licht vor ihm steht ist alles andere, als Schlecht. Jim hat noch niemals zuvor so eine reine und klare Aura gesehen. Nicht mal bei Artifice. So eine unglaublich herzliche Macht geht von Eileb aus. Der Daeler kam brutal ueber ihn und drang gewaltsam in seinen Geist ein. Schlug ihn und vernebelte seine Sinne. Doch Eileb, Eileb hat die Macht, das Chaos vom Dealer zu beenden und ihn zu vertreiben. Er dringt nicht einfach in das Innere eines Tawo ein. Nein, er hilft und wartet geduldig, bis er eingeladen wird. Nach allem, was Eileb ihm mit seinem Herzlicht vermittelt hat, vertraut er ihm. Vertraut seinem reinen Licht. Er muss nach allem nicht mehr in sein Herz hoeren. Die Lichter um ihn herum sprechen bereits. „Ja, wir helfen Dir.“
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