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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Seiks
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URSIDAE
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   Ein schnelles, aufeinanderfolgendes Platschen hallt durch die endlose Rauchsaeulen- halle im Nihaijsthar, begleitet von einem stetigem, unheimlichen Fluestern. Es klingt nach Hetze, gejagd werden und retten, was zu retten ist.    „Ich hatte keine andere Wahl.“ murmelt Seiks in einem endlosen Mantra, waehrend  er atemlos mit großen, schnellen Schritten durch das stinkende Brackwasser hetzt, von einem stetigen Bruellen in seinem Kopf begleitet. Der Schweiß rinnt ihn in Stroemen an seinem Ruecken herab, sein Atem geht stoßweise. Er will weg, nur noch weg von dem Ort. Weg von der schrecklichen Tat, die er seinem Capitain und besten Freund angetan hat. Er fuehlt sich schuldig und versucht verzweifelt, das Bild aus seinem Kopf zu bekommen. Das Bild eines kleiner werdenen Urisdaes, der sich vor seinen Augen in ein hilfloses Felltier verwandelt. Das Schlimmste ist jedoch, der schmerzverzehrte Blick, mit dem ihn Ursidae bis zuletzt vorwurfsvoll und flehentlich angeblickt hat.    Er stolpert ueber irgendetwas hartes in dem Brackwasser und stuertzt. Ein Stein, oder vielleicht sogar ein paar verwesenden Knochen, so genau will er das gar nicht wissen. Die Spiegelscherbe entgleitet ihm aus seiner Hand und verschwindet in der Tiefe. Er flucht und greift mit der linken Hand in das Wasser hinein, nach dem gelblichen Lichtschein, der sich langsam ins gruenliche wechselt. Er betastet etwas schlammiges und weiches. Ekel befeallt ihn, er will nicht wissen, was es ist und wuelt verzweifelt nach dem Licht der Scherbe. Als seine Hand sich darum, rappelt er sich so schnell, wie moeglich auf und hetzt weiter. Weiter zu der Oeffnung in der Wand, durch die er gekommen ist, irgendwo in der Dunkelheit vor ihm. Wieder sieht er das gequaelte Gesicht vor sich, dass sich entfernt. Lange war er dort gestanden, nach dem Bannspruch, gestanden vor dem Be- wusstlosen und hat auf ihn herab geschaut. Schweigend, mit einem seltsamen Gefuehl, das wie eine Spinne langsam und vorsichtig ueber seine Brust krabelt. Lauernd und kaum merklich, um dann, auf dem Herzen, blitzschnell und eiskalt zuzupacken und es auf ewig, wie eine Beute festzuhalten.          „Ich hatte keine andere Wahl,“ schrie er entsetzt und war zurueck gewichen. Der Drache sah in die ganze Zeit ueber stumm an. Sein Blick spiegelte den Schmerz wieder, den er Ursidae angetan hatte, den er selbst nun ewig mit sich tragen wuerde. Er hatte das getan.     „Ich hatte keine andere Wahl,“ fluesterte Seiks und suchte verzweifelt Vergebung in den großen Wasseraugen. Doch sie kam nicht. Statt dessen gab ihm der Drache etwas viel schlimmeres,          „Ich hatte keine andere Wahl.“ murmelt Seiks in einem endlosen Mantra vor sich hin, waehrend er schweißnaß weiter auf den Ausgang zueilt, der ihn hoffentlich von diesem schrecklichen Ort fort bringt.
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Spielwelt-Seiks-Karte
Spielwelt-Seiks-Karte-Linktitel
Seiks-Titel
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MITLEID
SCHULD
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   Seiks kommt an einer leuchtenden, gruenlichen Markierung an der Steinwand vorbei und waehre in Gedanken versunken beinahe weiter gelaufen. Er war intellegenter, als Ursidae und hat eine Spur seines Lijwhans an dem Ausgang verankert, um ihn wieder zu finden. Schwer atmend bleibt er jetzt vor seiner Spur stehen und schaut zurueck auf das, was dort hinten in der Finsternis lauert. Er macht einen zoegernden Schritt auf die Mauer zu, um kurz darauf wieder zurueck zu weichen. Er atmet schwer und geht unruhig hin und her.    „Was soll ich blos tun?“ Seiks dreht seinen Kopf immer wieder in die dunkle Tiefe und zurueck zur Wand. Wieder erklingt ein Bruellen in seinem Geist. Er glaubt schon Ursidae`s Schmerzensschrei zu hoeren, schuettelt es ab, will alles einfach nur vergessen. Seiks geht einen Schritt auf die Wand zu und weicht wieder davor zurueck, wie ein veraengstigstes Kind. Er streckt die rechte Hand nach seiner Markierung aus, ein rau- chiger Lichtschein, der sich sanft an der Wand bewegt. Doch statt sie zu beruehren, ballt er seine Haende zu Faeusten, faehrt sich ueber seinen Kopf und dreht sich mit lautem Seufzen um. Wenn er seine Markierung entfernt, ist Ursidae hier fuer immer gefangen. Laesst er sie hier, kann er entkommen und ihn verraten. Er will ihn nicht toeten, aber er kann auch nicht riskieren, dass er weiterhin eine Gefahr darstellt.    „Was soll ich blos tun?“ fluestert er und steht einen Moment still. Versucht sich zu beruhigen. Vor seinem Augen taucht das Gesicht von Ursidae auf, die gemeinsame Zeit, die gute Zeit. Dann Bilder von einem dunklen Ursidae, selbstsuechtig, verschlagen und nur auf seinen Vorteil bedacht. Seiks jongliert mit den Erinnerungen hin und her, bis ...           Mit fester Stimme und zusammen gebissenen Zaehnen reißt Seiks seinen Lichtschein von der Mauer und laesst ihn gedanklich wieder mit seinem Lijwhan verschmelzen. Er schaut ein letztes Mal zurueck in die Tiefe, den Ort seiner Schuld, und zieht sein Krummschwert. Die Scherbe in seiner linken Hand hat jetzt vollends den gruenen Schein seines Lebenslichtes angenommen und ihn als neuen Capitain akzeptiert. Gefasst auf das Pak jenseits der Mauer springt er mit finsteren Gesichtsaudruck durch die Oeffnung auf das Deck der Laisviejda hinaus, das ab jetzt sein Schiff ist.    Seiks rollt sich ab und stellt sich aufrecht mit erhobenen Schwert vor seine Leute hin und erwartet schon einen Kampf. Aber zu seiner Verwunderung weichen alle vor ihm zurueck. Die Mannschafft, zu erschrocken ueber den Moment, ist erstarrt und glotzt ihn mit offenen Muendern an, ehe sie alle ihre Waffen fallen lassen und vor ihm zurueck weichen.     „Verdammte Scheiße.“ Selbst Artefice starrt wenig begeistert ueber diese neue Wendung drein und behaelt seine Haende erhoben und ganz weit von seinen Waffen entfernt. Er legt den Kopf schief und runzelt die Stirn, schweigt jedoch. Niemand sagt ein Wort zu ihm. Die Stille ist unheimlich. Seiks versteht es nicht, er steht einfach nur da, unsicher, was er tun soll. Er hat Kampf erwartet, Schwierigkeiten, eine Meute, die ihn Lynchen will, aber das? Er schaut jeden einzelnen in die Gesichter. Wieder ertoent in seinem Geist dieses Bruellen, das er nicht zuordnen kann. Seiks ignoriert es.    „Will irgendjemand noch etwas sagen?“   Die Mannschaft starrt ihn Kajims lang regungslos an. Dann oeffnet Cura unter den entsetzten Blicken der anderen den Mund. Yronette neben ihr reagiert schneller und gibt ihr einen heftigen Stoß in die Rippengegend. Cura verzieht das Gesicht und schuettelt den Kopf. Seiks wartet noch weitere Kajims und starrt finster in die Runde, ehe er weiter spricht.    „Gut. Dann alle auf ihre Posten, wir segeln so schnell wie moeglich nach Arjen zurueck.“ Niemand ruehrt sich.    „Los jetzt, verdammt!“ Seiks fuehlt eine Hitze in sich aufsteigen und eine unbaendige Wut. Wieder bruellt es ihn ihm und er will dagegen angehen, doch dieses Mal ist es staerker als er. Er stapft mit dem Fuß auf und sieht hilflos zu, wie weißliche Licht- flammen aus seinen Tatovierungen schießen und sein Lijwhan zu wachsen beginnt. Seiks dreht den Kopf in den Kemelom hinauf und sieht ueber sich einen gigantischen gruenen Stier aus Licht aufragen. Panisch stobt seine Mannschaft in alle Richtungen davon, allen voran Seiks, der sich schreiend in seine Kajuete fluechtet. Kaum ange- kommen verschließt er das Glas hinter sich und laesst sich verstoert zu Boden sinken.     „Ein Feigling geht einen Feigling erledigen und zurueck kehrt ein schreckliches Monster!“ Sein Herz rast in seiner Brust, seine Haende Zittern, er hat die Augen geschlossen und versucht das Bild an den gruenen Stier zu verdraengen.     „Das kann unmoeglich ich sein!“ Er schlaegt die Haende an den Kopf und versucht sich zu erinnern, was in dem Turm mit ihm geschehen war? Mit Muehe unterdrueckt er ein Schluchzen. Wieder und wieder lauffen die Ereignisse im Turm in einer Endlos- schleife fuer ihn ab. Ursidaes schmerzeverzehrte Gesicht und der mitleidige Blick des Wasserdrachens. Dazwischen die Unterhaltung von Rashold und Tczarles. Und jetzt dieser Stierlijwhan. Ursidae, Wasserdrache, Rashold, Tczarles, Stier. Ursidae, Wasser- drache, Rashold, Tczarles, Stier. Ursidae, Wasserdrache, Rashold, ... . In seinem inneren erwacht der Stier und ueberwaeltigt in.    „Wuahhhhhhh“ Seiks bruellt seinen Schmerz und seine Wut hinaus, bis das gesamte Schiff erzittert. Die Manschaft auf Deck, erstarrt mitten in der Bewegung, ehe sie noch emsiger an die Arbeit geht. Jim uebtrifft sich foermlich in Kartoffeln schaelen und schneidet vor lauter Hetze einen Finger nach dem anderen blutig, bis er aengstlich das Messer weglegt. Nur die Inghros spueren dieses Mal eine Veraenderung. Es ist nicht Macht, die das Schiff erbeben laesst - sondern Angst. Phagus ruehrt unbeeindruck in seinem Kochtopf, waehrend Cura ihm neben sich einen stummen Blick zu wirft, doch er schuettelt nur mit dem Kopf. Yronett auf Deck betrachtet den sich entfernenden Sternenturm, als ob sie sein Geheimnis ergruenden will. Nur Reschina klammert sich angstvoll an Artifice fest, der es im Moment nicht ueber sich bringt, diese vollkommen veraengstigte Nervensaege abzuweisen und sie troestend festhaelt.     All diese Informationen klopfen ueber das Glas an Seiks Gedanken und bittet um seine Aufmerksamkeit. Doch er nimmt es nur am Rande wahr, sitzt einfach weiter vor der Glastuer und fasst sich mit beiden Haenden an den Kopf. Er will alles ausblenden und vergessen.    „Ich hatte keine andere Wahl!“ Ein stetiges Mantra in seinem Kopf, um die Bilder los zu werden. Verdammt, er hat getoetet und gemordert. Warum nimmt ihn seine Tat an Ursidae so sehr mit? Er mochte den Knilch im Grunde gar nicht und hat ihm immer den Arsch retten muessen. Diese Arachnoidenrotz...? Ploetzlich taucht ein neuer Gedanke in seinem Erinnerungskarusell auf und Seiks reißt seine Augen auf.    „Warum zum Klabauter musste dieser elende Trottel auf den Boden spucken? Warum habe ich zugelassen, dass wir ueberhaupt zum Sternenturm gesegelt sind? Wie konnte ich nur ... den Drachen vergessen?“ Ehe er diese Gedanken weiter fassen kann, versinken sie erneut im See seiner Erinnerung, unereichbar fuer ihn - im Moment. Und sein Ge- dankenkarussel dreht sich weiter. Muede hebt Seiks den Kopf und betrachtet den kolossalen Kemelom durch die Durchsicht des Hecks. Leuchtende Farben zeichnen sich dort oben ab, ein ewiger Kampf zwischen Leben und sterben, wenn Welten im Sternen- nebel vergehen und neue geboren werden. Er liebt es, den Himmel zu betrachten, seine Wunder zu staunen, doch auch das gibt ihm in seiner Not keinen Trost. Ruhe, er will nur Ruhe in seinem Geist, statt dessen tobt ein Orkan zwischen seinen Ohren.  Ursidae, Wasserdrache, Rashold ... und der Dealer ... ?    Eine dunkle Szene huscht vorbei, eine, die er ganz tief in sich verbannt hat. Weit weg, um ihn nicht daran zu erinnern. An damals und dem, was er getan hat, lange davor. Seiks Atmung beschleunigt sich, die Brust schmerzt ihm, seine massigen Haende um- klammern seinen Kopf, als ob sie die Gedanken am fließen hindern koennen. Gnaden- los erwachen laengst vergangene Erinnerungen von einer dunklen Welt, einer alten Welt, wo Elend, Schreie, Schmerz und Qual herrschen. Er war schon unzaehlige Male dort, mit Ursidae, mit den Gefangen und kam immer wieder  zurueck. Dieses eine Mal aber war es anders, grausamer, beangstigender und auswegloser. Eine versteckte Hoehle in Eiseskaelte, Wueste, ueberall Tod und Verderben, kein Leben, ein Clown in verwahrlosten Zustand. Er fror so gotterbaermlich, sein Atem wurde dort sofort zu Eis. Er hoert noch immer die Worte, die dieses Monster zu ihm sprach. Wie konnte er so dumm sein, sich auf diesen Betrueger einzulassen?  „Ein Deal, ein Ziel. Capitain wirst Du sein, in des Samrats Heer allein.“     Und dann kam der Schmerz, der brennende und fast schon sterbende Schmerz, wenn ein Stueck der Seele aus Dir selbst heraus gerissen wird und Du vortan dazu verdammt bist, unvollkommen durch die Welt wanden. Seiks sitzt allein in seiner Kajuete und verflucht sich fuer das, was er brenned wollte. Konseqzenzen waren ihn immer schon fremd, erst jetzt erkennt er, dass er fuer alles, was er will, den Preis zahlen muss. Fuer alles, auch mit dem Leben seines Freundes ... .
ichhattekeinewahl
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Seiks-Ursidae-Gesicht
   Sie allen sind im Dienst des Samrat. Er haette ihm gehorchen und Ursidae als Ge- fangenen nach Nemundur bringen muessen, als er seine Gedanken und Ideen von Freiheit erkannte. Oder spaetestens als Feind im Turm toeten. Freiheitsgedanken verbreiten die Ato`s, um alle gegen das Reich aufzubringen. Sie sind gefaehrlich und muessen ausgemerzt werden. Aber er konnte es nicht, weder ihn toeten, noch dem Reich ausliefern. Nur mit Muehe hatte er die Mannschaft ueberzeugen koennen, bei dem Wagnis mitzumachen, um Ursidae verschwinden zu lassen. So, dass das Reich ihn niemals finden wird, sonst sind sie alle am Arsch. Aufgehetzt von Kumos und Silkra, die ganz begeistert von der Idee waren. Er betet, dass Ursidae wenigstens einen Weg finden kann, zu ueberleben. Er muss einfach, sonst ... ? Seiks wagt nicht weiter zu denken. Gleichzeitig hofft er aber auch, dass dieser Trottel sich lange Zeit nicht in der SpielWelt blicken laesst, sonst lebt er nicht mehr lange. Ansonsten wird er selbst, Seiks, ihn eigenhaendig erschlagen, wiederbeleben und zum Sternenturm zurueck schleifen.  Seiks erwacht langsam aus seiner Lethargie. Ihm bleibt jetzt nicht mehr viel Zeit.            Spaetestens bei ihrem Eintreffen in Arjen muss er dem Reich einen Bericht abliefern,       1. warum er Kapitain ist?       2. was aus dem alten Kapitain geworden ist?       3. warum er die Gefangenen nicht nach Nemundur gebracht hat?      4. wo zum Viejenver sie so lange gewesen sind?     Seiks seufzt und erhebt sich schwerfaellig. Er wagt immer noch nicht seinen neuen Lijwhan anzuschauen, und er hat keine Ahnung, wie er ihn Baendigen soll? Er stuetzt sich mit seiner rechten Hand an der kuehlen Glaswand ab und atmet ein paar Mal tief durch. Das sind alles Fragen, auf die er keine Antwort hat und vielleicht gar nie finden wird? Er dreht sich um und macht sich daran, die Kajuete zu durchsuchen. Vielleicht findet er hier ja etwas brauchbares, was ihm hilft ... ? Weiter kommt er nicht, als das Schiff ihm gedanklich alle Informationen ueber Ursidae und die Mannschaft in kajim- schnelle uebermittelt. Er hat das Gefuehl, von einer Informationswelle ueberrolt zu werden, so umfangreich sind die Daten des Schiffes und er muss sich erneut abstuetzen, da er unter der energetischen Last schwankt. Ursidae sprach oft davon, dass er mit dem Glas „kommuniziert“, aber Seiks hatte bis eben keine Vorstellung davon, was das genau bedeutet? Vor allem hatte er keine Ahnung, dass denken so ... anstrengend ist.     Jetzt bekommt das Wissen nicht nur, sondern spuert es auch in Gefuehlen und sieht eine schnelle Bilderfolge vor seinen geschlossenen Augen ablaufen. Er erfaehrt in den wenigen Augenblicken alles, was Ursidae ueber das Schiff und seine Mannschaft weiß und, was viel wichtiger ist, was das Glas ueber Ursidae an Informationen besitzt. Aeusserst wertvoll, doch im Moment ist die Masse fuer ihn einfach zu viel. Ihm droht bereits nach kuerzester Zeit der Kopf zu platzen, so starke Schmerzen stellen sich ein und er ist vollkommen ueberfordert mit dieser Situation. Wie soll er das nur alles hinkriegen?    Seiks schielt zur Schlafkoje hin und entscheidet sich, einen Moment die Augen zu schließen. Schwerfaellig wankt er zu dem bequemen schmalen Bett und setzt sich hin. Die Mattratze ist weich und der Stoff fuehlt sich angenehm an, ganz anders, als seine harte Pritsche unter Deck. Sehr verlockend, wie er seiner auflodernden Muedigkeit erkennt. Die Hetzjagd der letzten Beshmi, die Anspannung, alles bricht ueber ihn herein. Er wuerde am liebsten sofort schlafen und vergessen. Aber er weiß ganz genau, dass er sein flehentliches Gesicht sehen wird, sobald er die Augen schließt. Stattdessen bekaempft er die Muedigkeit mit ein paar Ohrfeigen und schaut sich weiter im Raum um. Das Glas hat den Raum nach Ursidaes Vorstellung erschaffen. Ein rechteckiger, komfortabler Raum, der zum Deck hin stets trueb bleibt, damit niemand hinein sehen kann. Ueber ihm ist der Steuerraum, unter ihm Phagus Kueche.     Seiks realisiert jetzt erst, dass er niemals diesen Raum von oben aus sehen konnte, wenn er zusammen mit Ursidae navigiert hat. Ursidae hat ihn stets unsichtbar ausblenden lassen und niemanden Einblicke gewaehrt. Gewieft, das gefaellt ihm. Er wird es ebenso handhaben. Eben fragt er sich noch, ob er nicht direkt nach oben in den Steuerraum gelangen kann, da verformt sich auch schon das Glas an der gegenueberliegenden Wand und eine Treppe erscheint. Schlau, denkt er sich und freut sich auf die vielen Ueber- raschungen, die das Glas noch fuer ihn ermoeglicht. Ein Laecheln huscht ueber seinen Lippen und langsam entspannt er sich. Voller Begeisterung lehnt er sich nach hinten, auf das Bett ...  und schlaegt sich hart den Kopf an. Mit einem lauten Fluchen betastet er seinen Hinterkopf, stellt aber ausser einer wachsenden Beule nichts ernsthaftes fest. Veraergert reibt er sich die schmerzende Stelle und verlucht seine Groeße. Zu seinem erstaunen reagiert das Glas augenblicklich und vergroeßert alle Dimensionen seiner Koerpergroeße entsprechend, auch seine Schlafkoje. Zumindest hat der Schmerz seine Muedigkeit vertrieben und er beginnt seine Kajuete zu erkunden.    Der Raum ist erstaunlich leer. Nur eine filigraner, aber doch massive Schreibtischform schwingt sich in der Mitte des Raumes aus dem Glasboden empor. Seiks ueberlegt eine Weile. Warum hat Ursidae seinen Raum stets vor allen verborgen? Hier ist nichts be- sonderes? Kaum hat er zu Ende gedacht, erscheint neben dem Schreibtisch eine strah- lende Form aus Licht mitten im Raum. Erschrocken geht er zurueck. So etwas hat er noch nie gesehen. Dank der schnellen Kommunikation seines Schiffes erkennt er eine raeumliche Kartendarstellung der Spielwelt, die ihm alles oberhalb des Weltenmeeres zeigt. Das Festland mit all seinen Gebirgen und Erhebungen, die freien Inseln im Osten, selbst der Nijhaistar und das Wolkenmeer dahinter. Die Karte leuchtet in der selben gruenlichen Farbe, die die Laisviejda von ihm angenommen hat. Verschiedene Punkte in anderen Farben strahlen oder blinken kurz auf und verschwinden wieder. Seiks geht langsam auf das kunterbunte Lichtermeer zu und betrachtet es genauer. Vieles auf der Karte kennt er gar nicht, was ihn erstaunt und erschreckt. Aber er wagt nicht, die Karte zu beruehren - noch nicht. Er hat wichtigeres zu tun, vor allem aber hat er durst. Er leckt sich ueber die trockenen Lippen und schaut sich weiter um. Er braucht Rum. Dringend. Viel Rum, um sich zu entspannen. Da oeffnet sich ein kleines Fach hinten in der Steuerboardwand, in dem er genau das findet - jede Menge davon.    Zielstrebig geht er auf die Glaswand zu und oeffnet sie. Darin ist ein kleines verbor- genes Fach eingelassen, was nur der Capitain kennt. Ein paar kunstvoll geschmiedete Dolche und so eine seltsame schaufelartige Waffe, die Ursidae stets trug liegen darin verteilt. Seiks ignoriert alles und krallt sich erst mal beherzt die offene Flasche Rum. Ein feuerrot brennender Lijwhan umspielt sie lockend, lodert in Seiks Iris auf und verfuehrt ihn nahezu. Er kippt sich den restlichen Inhalt in einem Rutsch weg. Das wohlige, warme Brennen, das seine Kehle herab rinnt tut ihm gut, sehr gut sogar. Eine angenehme und vertraute wattigkeit macht sich in seinem Kopf breit und vertreibt nach und nach seine Gedanken. Schon will er sich die zweite Flasche vornehmen und vollkommen in das Vergessen eintauchen, als seine Hand an der Flasche erstarrt. Er zoegert. Die Flasche kann ihm den Schmerz und die Erinnerungen rauben und Cura koennte ihn mit ein paar Mittelchen wieder auf Vordermann bringen. Er leckt sich die Lippen, schmeckt den Rum nach, die Hand immer noch auf der Flasche. Dann laesst er los. Er muss wach und vor allem nuechtern bleiben, wenn er das alles wieder hinbiegen will.     Seiks greift statt dessen nach einem der golden schimmernden Dolche und bewundert die feine Schmiedekunst. Das Glas erklaert ihm, dass die Dolche nicht von einem Swelom geschmiedet wurden, sondern von einem Inghros aus einem Stueck geformt sind. Und sie sind sehr sehr alt, aus einem Zeitalter des Lichts. Beeindruckt ueber diesen kostbaren Schatz legt er den Dolch zurueck und nimmt sich die Schaufel. Er wendet sie hin und her, betrachtet sie von allen Seiten, doch er kann einfach den Sinn nicht erkennen. Die Laisviejeda hat darueber auch keine Informationen fuer ihn und schweigt, was ihn sehr verwundert. Seiks ueberlegt, aber außer dem Flammenschwert und der Schaufel trug Ursidae keine Waffe bei sich, und er hat nie gesehen, wie er diese Schaufel jemals verwendet hat. Mit einem Schulterzucken legt er sie zurueck.     Dann blickt er sich verstohlen um, als ob er fuerchtet, trotz des getruebten Glases um ihn herum heimliche Beobachter zu haben. Erst, nachdem er sich vergewissert hat, dass ihn niemand sieht, greift er in seine Weste und fischt ein weiteres Meisterwerk der Schmiedekunst hervor - das blaue Flammenschwert von Ursidae. Besser gesagt den Griff des Schwertes, denn wie dieses Energieschwert seinen Dienst tut hat er noch nicht heraus finden koennen. Bevor er den Turm verlies, hat er Ursidae das Schwert abgenommen und den Griff schnell in seiner Weste versteckt. Nur den schwarzen Seidenschal hat er ihm gelassen, denn das Ding ist ihm immer schon vollkommen nutzlos vorgekommen. Seiks legt den Griff zu den anderen Schaetzen und entkorkt eine weitere Flasche, um sich doch noch einen Schluck Rum zu genehmigen. Zur Beruhigung, redet er sich ein. Er behaelt sie nach einem kraeftigen Schluck erst mal in der Hand und verschließt das Versteck. Unschluessig, was er jetzt tun soll, wendet er sich erneut der Karte zu und setzt die volle Flasche an. Auf der Karte bewegt sich mitten im Weltenmeer ein gruenlicher Schein in Richtung Festland auf die Hafenstadt Arjen zu. Dieser Schein beginnt am Sternenturm, verblasst dort aber bereits. Seiks erkennt, dass das er ist bzw. sein Schiff. Er blinzelt und beugt sich ein wenig vor. Bildet er es sich ein, oder ist dort am Nihaijsthar noch ein gelblicher, schwaecher werdenden Lichtschein? Er kneift die Augen zusammen und betrachtet den Turm genauer. Nein, in dem weißen Strahlen des Turmes ist nichts zu erkennen.     Seiks trinkt noch einen Schluck und wandert mit seinen Augen nach Norden, zum Semuator in die alte Welt. Wie eine blaue Hoelle lodert es links neben dem Weltenmeer auf, hunderte qeli von allem entfernt, mitten im Weltenmeer. Als er noch ein einfacher Swelom auf dem Festland war. Einfacher Swelom? Wie das klingt! Er ist immer noch ein Swelom ... . Seiks schuettelt sich und versucht nicht an den Stier zu denken. Vor seinem Dienstantritt fuer das dunkle Reich, das fuer jeden Mann mit Vollendung des 20. Lebensjahr geschieht, hatte er keine Ahnung von all diesen Dingen. Jetzt im Moment wuenscht er sich diese Sorglose und unwissende Zeit sehnlichst zurueck. Er trinkt erneut einen Schluck, sagt sich zum hundersten Mal, dass es der letzte ist und starrt weiter auf das blaue Hoellenloch auf der Karte. Dann blitzt das Gesicht des Dealers in seinem Geist auf, erschrocken laesst er die Flasche fallen. Sie zersplittert in viele scharfkantige Stuecke, der kostbare Rum ergießt sich auf den Boden, fließendem Feuer gleich. Wenige Kajims spaeter beginnen die Splitter und lodernde Fluessigkeit aufzuleuchten und zu strahlen. Immer heller und intensiver, waehrend alles mit dem Boden aus Laisviej verschmilzt, bis nichts mehr zurueck bleibt, außer einer sauberen Glasflaeche vor Seiks Fuessen.     Er selbst bekommt davon nichts mit. Kaum ist ihm die Flasche entglitten, fingert er sofort an seinem rechten Stiefel herum. Unbeholfen schaelt er seinen Kaesefuß aus dem klobigen Armeestiefel und greift wahllos mit seiner Hand hinein. Nach einigen Wuehlen, weil er dort drin einiges mehr aufbewahrt, als nur seinen Fuß, foerdert er einen kleinen Gegenstaend zu Tage. Schnell schluepft er wieder in seinen Stiefel zurueck und blickt sich verstohlen um, als ob er immer noch fuerchtet, entdeckt zu werden. Sein Herz haemmert in seiner Brust, als ob es zerspringen will. Atemlos betrachtet er den kleinen Gegenstand in seiner zitternden Hand. Ein kleiner, runder Gegenstand aus einem dunklen Material gefertigt, das er nicht kennt. Es wirkt vollkommen verloren, wie es dort auf seiner riesigen Handflaeche ruht. In der Mitte ist ein winziger Zylinder eingelassen mit einem gezackten Spalt, in dem etwas hinein passen koennte. Was das ist, davon hat er keine Ahnung. Dieser Gegenstand besitzt keinen Lijwhan, auch keinen dunklen Schatten. Genauso, wie Samrat Tenemore und das macht Seiks angst. Er dreht es aeusserst vorsichtig in seiner Hand um, als ob es jeden Moment zerbrechen koennte. Auf der Rueckseite ist etwas eingraviert, das er nicht kennt. Einzelne Punkte, umringt von einem Heptagon.     Seiks geht zu dem Versteck hinter der Glaswand, oeffnet das Fach erneut und legt das kleine Schloss schnell hinein. Er findet kein besseres Versteck dafuer, als das, auf der Laisviejeda. Gedanklich verriegelt er das Fach und gibt dem Glas dem Befehl, dass nur er und aus einer Eingebung heraus Ursidae es oeffnen duerfen. Er glaubt zwar nicht, dass er ihn jemals wieder sehen wird, aber sollte das Reich ihn selbst beseitigen lassen, weiß er, dass die Laisviejeda weiter existieren wird und jemand es finden kann. Er blickt sich ein letztes Mal in dem Raum um und laesst die Karte verschwinden. Unschluessig, ob er hinaus gehen soll, um sicher seine Mannschaft zu stellen? Er weiß nicht, wie er das Vertrauen seiner Leute wieder gewinnen soll? Oder ihnen erklaeren, dass er von seinem Lijwhan keine Ahnung hatte? Das wird ihn keiner glauben? Außerdem darf niemand erfahren, was heute geschehen ist? Seiks waegt ab, erinnert sich an das, was Ursidae mit ihm und der Scherbe gemacht hat. Dann faßt er einen Entschluss.     Er geht auf die Trennwand zum Deck zu und will eben den Raum verlassen, als er eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahr nimmt. Reflexartig drehte er sich um und zueckt sein Schwert, erstarrte jedoch mitten in der Bewegung zur Salzsaeule. An dem Schreibtisch sitzt der Dealer und lacht ihn mit seiner verschmierten Clownmaske haemisch an. Seiks starrt den uebelsten Schurken der Spielwelt sekundenlang an, unfaehig sich zu bewegen. Als er blinzelt, ist die Erscheinung verschwunden. Entsetzt leckt er sich die Lippen und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Sein Herz haemmert schmerzhaft gegen seine Brust, wie ein sterbender Vogel, der sich gegen den Kaefig auflehnt, in dem der Feind mit ihm zusammen eingesperrt ist. Er schließt die Augen und zaehlt langsam und bedaechtig bis zehn. Was er jetzt tun muss, gefaellt ihm micht, aber er hat keine andere Wahl.
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Seiks-Karte
   „Reiß dich jetzt mal zusammen. Schattengreifer sind das Letzte, was wir hier gebrauchen koennen!“ faucht Artifice, der mit verschraenkten Armen genervt an dem Schreibtisch lehnt, waehrend Seiks, wie ein Raubtier unruhig in seiner Kapitainskajuete hin und her marschiert, in seinem Kopf verzweifelt einen Ausweg aus dem Dilemma sucht und panisch versucht, ueber das Laisviej alles zu kontrollieren.    Cura sitzt schweigend in ihre Konzentration vertieft neben Artifice auf dem Hocker und hantiert mit allerei Traenken und Fluessigkeiten fuer ein Gebraeu, was die Sinne verwirren soll. Die Sinne desjenigen, dem sie ihre Irrfahrt irgendwie glaubhaft verkaufen muessen. Ihr Gesicht eine einzige Miene der Missbilligung, die sie hinter einer langen, dunklen Lockenmaehne verbirgt. Ihr Doppelkoepfiger Schlangenlijwhan, der sich elegant um ihren Koerper schlaengelt, zischelt gelegentlich bedrohlich in Seiks Richtung.    Die Inghros haben sich schon von Anfang an geweigert, bei dem waghalsigen Plan der Meuterei mitzumachen. Also haben sie, und mit sie meint er den Rest der vermalledeiten Totengraeberbande, die Sache allein durchgezogen und die Inghros sollten sich raus halten. Was war er nur fuer ein Vollidiot gewesen, auf die Trottel Kumos und Silkra zu hoeren und sich den ganzen Schwachsinn einreden zu lassen? Sich gegen Ursidae auf- hetzen zu lassen? Ihr Plan war die Inghros in Arjen absetzen und laufen lassen. Was niemals funktioniert haette. Verdammt, sie sind Eigentum des Reiches, sie koennen nicht einfach von der Laisviej gehen und machen, was sie wollen. Das Reich bestimmt, wo sie und ihre Faehigkeiten zu sein haben. Er haette es Wissen muessen. Das Silkra und Kumos keinerlei Hirn in ihrer Dekorschale haben, ist klar. Aber er? Verdammt! Wo war sein Verstand nur die letzten Djews? Er kommt sich genauso daemlich vor, wie das seltsame Verhalten von Ursidae auf der Fahrt zum Sternenturm. Als ob ... irgendetwas ihn dazu getrieben hat, das alles zu tun?    Seiks hat das Laisviej angewiesen, alle Erinnerungen der letzten Beshmi zu loeschen. Ob das funktioniert, weiß er erst, wenn in Arjen alles wieder im Lot ist. Aber er hat so seine Zweifel, ob das wirklich funktioniert. Das Glas kann viel, die Erinnerung eines einzelnen loeschen, manipulieren. Aber das Gedachtnis von einer Vielzahl? Sehr schnell musste er feststellen, dass die Inghros, allen voran Artifice, Cura und Phagus vollkommen unbe- eindruckt von seiner Aktion sind. Im Gegenteil, Cura hat ihn gleich zurecht gewiesen und sich von seinem Lijwhan gar nicht beeindrucken lassen. Artifice hat seinen Anfaenglichen Schrecken auch gleich ueberwunden, als er gemerkt hat, wie aengstlich Seiks selbst ist. Also blieb ihm schließlich nichts anders uebrig, als bei den Inghros abbitte zu leisten, weil er jetzt doppelt auf das Pack angewiesen war.     Nach nicht mal einer Beshmi an Deck als Capitain ueber den Haufen hat er schon keine Lust mehr gehabt, kurzerhand Artifice zum neuen Steuermann ernannt und ihn und heimlich Cura in seine Kajuete beordert. Keinen von beiden hat das gefallen, nur widerwillig liessen sie sich auf das Ganze ein, ihn und damit auch sich selbst aus dem Schlamassel raus zu holen. Dafuer erntet er bei dem Rest der Deppen auch gleich wieder verstohlene und misstrauische Blicke, was die Situation nicht besser macht. Erinnerung hin oder her. Die Sweloms hassen die Inghros und wittern ueberall eine Verschwoerung. Egal, was auch immer er tut, es wird der einen oder anderen Seite ganz und gar nicht gefallen. Und das alles nur, weil das Reich Inghros hasst sie am liebsten beseitigen wuerde, aber auf ihre Faehigkeiten angewiesen ist. Daher hat das Wort der Inghros immer noch mehr Gewicht im Reich, als das eines Sweloms, der ganz leicht ersetzbar ist. Seiks fragt sich nicht zum ersten Mal, wie Ursidae mit diesen staendigen Staenkereien zurecht kam? Er war zwar vorher der Steuermann, aber jetzt ist er der Boss und scheinbar dadurch auch zu ihrem Feind mutiert.
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Seiks-Art-Cura
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   Cura sitzt konzentriert an Seiks Schreibtisch, umringt von einer bedrohlichen Anzahl an allerlei winzig kleinen lichtbunten Flaeschen, die nur eine Frau in dieser Miniausgabe einer Umhaengetasche verstauen kann. Die groesste Flasche ist gerade mal so groß, wie die Kuppe von Seiks Daumen, die kleinste ist kaum mehr als ein Wassertropfenpartikel, die er gar nicht mehr erkennen kann. Manche dieser Flaeschchen beinhalten schwarze Nebelschleier, andere Blitze oder kleine Lebewesen, die sich bewegen. In Curas Gesicht spiegelt sich der Widerschein von unzaehligen tanzenden Lichtern, waehrend sie einen Trank in einer daumengrossen Phiole zusammen braut. Dabei arbeitet sie in einer Geschwindigkeit, der Seiks Augen nicht mehr folgen koennen. Winzige tropfenpartikel joungliert sie gedanklich hin und her, mischt sie in der Luft, verwirft sie wieder, fuegt neue Elemente hinzu, mit teils erstaunlichen, teils haarstraeubenden Ergebnis. Auf dem Schreibtisch tobt mal ein kleines Gewitter, in dem es blitzt und kracht, dann wieder ergißt sich ein Regenschauer in die Phiole. Eben noch erscheint sie matt und trueb, dann verursacht eine schleimige Rotzbracke ein klares, sattes rot, der wie ein vollmundiger Wein schimmert.     Seiks ist aufgewuehlt, denn allein beim Zuschauen schwirren ihm schon die Sinne. Aber das Ergebnis, diese klare, rote Fluessigkeit, laesst ihn gierig ueber seine Lippen lecken. Nur mit Muehe widersteht er dem Impuls, vor den Augen der Beiden an seinen Rumvorrat im Wandversteck herzufallen. Zu verlockend, aber ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, sich an seine neue Situation als Capitaen zu gewoehnen und zu retten, was zu retten ist. Ein weiteres Problem ist sein widerspaenstiger Lijwhan und seine neue besondere Faehigkeit der Kraft. Seiks hat es immer schon geahnt, als er Situationen erlebt hat, die er nur auf Grund dieser Kraft ueberleben konnte. Aber es war bisher mehr Glueck als Verstand, den Willen aufzubringen. Jetzt brodelt etwas in ihm, er spuehrt diese Kraft immer mehr und das Bruellen in seinem Geist wird immer lauter. Wie soll er das nur in den Griff bekommen? Besoffen schon gar nicht, bei klaren Verstand ist es schon schier unmoeglich.    „Was also schlaegst du vor?“ Seiks ist stehen geblieben, fixiert Artifice finster. Er muss ihm vertrauen und das gefaellt ihm nicht. Schon gar nicht, weil sich auch der Feuerlijwhan, der Artifice lodernd umgibt, genauso, wie Cura`s Rauchschlange bedrohlich verhaelt und flackert.    „Und ueberhaupt, wer hindert Euch daran, einfach in Arjen alles zu melden? Ihr seid Inghros, Euch brauchen sie noch.“    Cura schnaubt ohne sich umzudrehen und Artifice atmet genervt aus. „Zum Viejenver, Seiks. Gar nicht. Wir sagen nichts. Was sollen wir davon haben, wenn das Reich Dich und die anderen Deppen nach Nemundur schickt und uns eine Armee, oder schlimmer, Arachniden vor die Schnauze setzt? Gar nichts. Mit Euch haben wir kein Problem und so lange Du uns alles weiter machen laesst, wie bisher, hast Du rein gar nichts von uns zu befuerchten. Und das ist das letzte Wort, was wir ueber die Sache verlieren. Sonst gehen wir jetzt und Du kannst zusehen, wie Du klar kommst.“ In Artifice`s Augen flakert einen Herzschlag lang ein Feuer auf. Sein Lijwhan, lodert bedrohlich in einem knalligen rot. Seiks haelt den Blick einen Moment stand, betrachtet Cura, die sich keinen Menos bewegt hat und nickt scheigend. Alles, was ihm noch auf der Zunge liegt, schluckt er wiederwillig runter.      „Gut,“ sagt Artifice, „dann ueberlegen wir uns eine glaubhafte Geschichte fuer das Reich ... .“     „Und wie bekommen wir die Mannschaft dazu, diese Geschichte zu bestaetigen?“, unterbricht ihn Seiks. Nach wie vor zweifelnd, dass er allen die Erinnerung nehmen konnte.    „Sweloms.“ Cura spuckt es fast schon angewiedert aus und healt einen Moment spaeter verlegen inne. „Ups. verzeih, Herr Capitaen, der Du nicht laenger ein Swelom bist, sondern ein befaehigter.“ Flink arbeitet sie weiter und vergraebt sich noch mehr in ihre Konzen- tration und Haarpracht, waehrend ihre Schlangenkoepfe ihm entgegen zuegeln.    „Schoen. Schon kapiert. Du bist der Neue und wir muessen Dir wohl oder uebel ein paar Dinge erklaeren und Tricks beibringen.“ versucht es Artifice irgendwie gehaessig versoehnlich.    Seiks wird es immer unbehaglicher, waehrend er das leicht sarkastisch grinsende Gesicht von Artifice studiert und zur vertieften Cura schielt. Innerlich verflucht er sich immer mehr fuer seine Dummheit und hofft, dass ihm Artifice alles sagt und nichts verheimlicht. Der Feuerwerker raeuspert sich.    „Du hast als Kapitaen die Macht ueber das Schiff. Das bedeutet, ueber alles, ... auch ... ueber uns.“ Bei seinen letzten Worten senkt Artifice die Stimme.    „Ueber Euch. Hae? Und wieso hat es bei Euch nicht geklappt und ich muss jetzt um Hilfe bitten?“ Seiks reibt sich ueber sein Kopftuch, eine nervoese Geste, die er in letzter Zeit oefter unbewusst ausfuehrt.    Wieder ist es Cura, die nebei Antwortet, ohne aufzublicken. „Weil Du daemlich bist, Capitaen und keine Ahnung hast, wie die SpielWelt funktioniert. `tschuldigung.“ fuegt sie leiser hinterher und schielt Seiks verstohlen an, waehrend sie mit den Schlangenkoepfen an ihrer Schulter schmusst.     Was zum Klabauter findet so ein Prachtweib an einem Zwerg? fragt er sich neidvoll zum tausendsten Mal und schuettelt den Kopf. Seiks schluckt mehrmals schwer und laesst das Ganze erst mal sacken. Seine lodernde Wut irgendwie unter Kontrolle halten, damit sein Stierlijwhan nicht erwacht. Er atmet mehrmals tief ein und aus, was zur Zeit das Einzige ist, das ihn innerlich beruhigt. Wusste Ursidae, dass er im Grunde ein Niemand war? Ein Trottel, ein Depp, eine Marionette, die gar keine Macht hatte und dem Reich den Willen tun durfte, ja musste? Was nuetzt ihm die Spiegelscherbe, wenn er gar keine Ahnung hat, welche Macht sich darin befindet?    „Wusste er es auch?“ Seiks Stimme war leise. Artifice und Cura reagieren nicht und schweigen.    Seiks sieht beide direkt an. „Wusste - er - es - auch? Wusste er, dass er eine Marionette war?“ Seine Stimme ist lauter und die Scherbe in seiner Weste beginnt zu strahlen. Artifice schweigt gerade lange genug, um Seiks seine Ueberlegenheit zu zeigen, ehe er antwortet.    „Ja. Er wusste, dass er als Swelom nur auf Grund dieser kleinen Scherbe ueberlebt.“    „Und Du hast sie ihm genommen und ihn hilflos zurueck gelassen.“, fluestert Cura, ihr anklagender Blick geht Seiks durch Mark und Bein. Seine Stirn wird schlagartig schweißnaß, sein Puls schnellt in die Hoehe.     „Sie haben ihn beschuetzt.“  denkt er ensetzt. Deswegen haben sie sich raus gehalten. Aber wieso? Und warum haben sie dann zugelassen, dass er ihn aussetzt? Sie haetten alles jederzeit unterbinden koennen, wenn ... .     „Warum habt ihr mich dann nicht aufgehalten, wenn es ... falsch war?“ Stammelt er ver- zweifelt los. „Warum habt ihr zugelassen, dass ich fuer ihn ... ?“ Erschrocken bricht er ab und starrt in Richtung Deck, als koennte jemand lauschen.     Cura runzelt einen Moment die Stirn, wechselt einen Blick mit Artifice, der sie ebenfalls fragend anschielt. Dann wendet sie sich ab und joungliert ihre Fluessigkeiten weiter. Artifice schweigt und hat einen Ausdruck in seinem Gesicht, den Seiks nicht deuten kann. So be- drohlich sein Lijwhan eben noch geflackert hat, so ruhig und gleichmaessig ist er jetzt, was Seiks beinahe noch mehr an dem Feuerwerker beunruhigt. Seiks wendet sich von diesem durchdringen Augen ab und sieht zum Heck hinaus auf das Weltenmeer. Der Kemelom bekommt langsam eine hellgruene Note. Sie werden bald in Arjen ankommen, mit den Gefangenen im Schiff, der Kapitain abhanden und der Ersatzmann mit neuen Faehigkeiten. Jeder normale Offizier des Reiches, der einen Funken Verstand hat, wittert Verrat und schickt sie kommentarlos nach Nemundur.    Artifice schweigt weiterhin veraergert, Cura hantiert weiter. Seiks hoert das gelegentliche Zischen, Brodeln oder Krachen hinter sich, wenn eine weitere Fluessigkeit von ihr in die Phiole gelangt ist. Er fragt sich, wieso sie das nicht alles mit einem Gedankengang erledigt? Sie ist ein Inghros der Heiler und kann aus dem Nichts wahre Zaubertraenke erschaffen. Jeder verwundete waere bei ihrem Tempo schon laengst elendig von dannen gegangen. Da daemmert ihm eine Ahnung. Sie will sich Zeit lassen, um nicht reden zu muessen. Sie ist entweder verstimmt, auf ihn veraergert, oder ... hat irgend ein typisches Frauenproblem. Er vermutet mal eher zweites und atmet erneut mehrmals tief durch, so dass langsam Klarheit in seinen Geist und sein Herz einkehrt. Seiks nutzt seine Macht als Capitaen und fuehlt in den Raum hinein, fuehlt mit der Spiegelscherbe. Obwohl in der Kajuete eisiges Schweigen zwischen ihm und den Inghros herrscht, kann er fuehlen, dass alles, was zwischen ihnen stand, gesagt ist. Sie wollen ihm helfen, brauchen nur einen Moment, um ihre Wut aus- zudruecken. Das Gefuehl ist ihm neu, wie vieles, was ihm das Laisviej vermittelt, aber er lernt immer mehr, damit umzugehen. Seiks atmet ein paar mal tief durch, versucht sich zu entspannen, um Artifice ein Stichwort zu geben.    Das Problem: Seine ploetzlich aufgetauchte, besondere Faehigkeit, sie sich in seinem leuchtend gruenen Lijwhan bemerkbar macht. Oder besser, sich wie ein bockiger Stier auffuehrt. Er erinnert sich, von einzelne Sweloms gehoert zu haben, die ihre Faehigkeiten oft erst viel spaeter im Erwachsenenalter entdeckt haben. Von tierartigen Lijwhans, die kein Ghalos sind, vor allem, seiner, der mit seinen Hufen die ganze Laisviejda erzittern lassen kann, hat er jedoch noch nie gehoert. Er weiß mit Sicherheit, dass das Reich diese Glueckspilze und ihre Faehigkeit sofort in die Armee einzieht, was ueberhaupt nicht in seinem Sinn ist, sofern er hier auf der Laisviejda weiterhin Capitain bleibt. Und sein außer Kontrolle geratener Ljjwhan macht ihn fuer das Reich im Moment ganz besonders begehrenswert.    Als ob Cura seine Gedanken erraten hat, ist sie lautlos neben ihm getreten und reicht ihm eines ihrer Flaeschen. „Trink das, es verbirgt deinen Lijwhan fuer mehrere Djews.“, nuschelt sie schnell und geht zum Tisch zurueck. Seiks blickt ihr lange Zeit erstaunt nach und nickt. Er hat keine Wahl, als zu vertrauen. Und das ist ihr einziges entgegen kommen im Moment, nach allem. Den Trank, den sie dort am Tisch zusammen gemischt hat, war die Bitte von Artifice.    „Mhm.“ Nuschelt er unbehaglich. Er hat das Gefuehl, dass sie ihm dennoch, wenn diese Sache in Arjen vorbei ist, lange Zeit aus dem Weg gehen wird. Aus irgend einen Grund hat sie Ursidae gemocht und die anderen Inghros auch. Er wird es heraus finden, was es ist. Aber das muss jetzt erst mal warten. Mit einem kleinen, mulmigen Restgefuehl, ob es nicht doch Gift ist, trinkt er die teils teils rauchig schwarze Fluessigkeit in einem Zug. Er muss sich beherrschen, die schleimige Konsistenz nicht sofort auszuspucken, sondern eisern zu schlucken. Ihm wird einen Moment mulmig, dann flau in der Magengegend und regelrecht uebel. Es ueberkommt Seiks so schnell, dass er sich an Ort und Stelle uebergibt und etwas schwarzes, rauchiges ausspeiht, dass sich augenblicklich ueber seinen Stierlijwhan hermacht. Sein Stier kaempft und wehrt sich, hat aber keine Chance und am Ende bleibt ein harm- loser, gruenlicher Lichtrauch, der er gestern noch war. Seiks hustet und wuergt noch ein paar Mal, ehe er sich zaghaft aufrichtet und zu Cura schielt. Sie ignoriert ihn gekonnt und betrachtet fasziniert und schelmisch laechelnd ihre kleine Phiole. Artifice ueberwindet sich schließlich und hilft ihm auf.    „Eins.“ murmelt Seiks. „Ein ... Problem weniger.“ Er wischt sich den Schweiß von der Stirn. Sein Gesicht ist fahl und bleich, doch langsam kehrt Leben zurueck. „Danke.“ Presst er zwischen zusammen gebissenen Zaehnen hervor. Irrt er sich, oder schmunzelt Cura in sich hinein. Egal. Weiter zum naechsten. Er bemerkt die beruhigende Wirkung des Kemelon vor ihm, als er hinaus schaut und weiter denkt.  Wieso ist die Laisviejda vom Kurs abgekommen und zum Sternenturm?  Was soll er sagen, was mit Kapitain Ursidae geschehen ist? Meuterei auf der ... . Ja und Nein. Im Grunde sollte der Kurs beibehalten werden, als die Rhawyan auftauchte und Ursidae voellig begeistert hinterher gesegelt ist ... .  „... die Rhawyan!“     Stille. Als Seiks sich nachdenklich umdreht blicken ihn zwei alamierte Inghros an. Cura mitten in der Bewegung innehaltend, drei Partikel ueber der Phiolen stehen in der Luft, Artifice im festen Stand, seinen Raketenblitz abfeuerbereit auf der Schulter, zielt er genau aufs Weltenmeer hinaus, seine Augen flackern hin und her und suchen ein Ziel. Seiks zuckt zusammen und hebt seine Arme. Er hat nicht bemerkt, wie er laut geschrien hat.     „Wow, ganz ruhig. Hab nur laut gedacht, wieso wir vom Kurs abgekommen sind?“ Seiks blinzelt die Schweißtropfen aus den Augen. Artifice wechselt vielsagende Blicke mit Cura und packt seine Waffe motzend Weg. Sie verdreht die Augen und widmet sich erneut stur schweigend ihrem Trank.    „Was ist mit der Ry?“ Artifice verschraenkt die Arme. Seiks wird das stetige Gefuehl nicht los, dass sie alles ihm ueberlassen, die gesamte Verantwortung. Weil er jetzt der Capitain ist? War das auch bei Ursidae so? Die Macht ueber Inghros?   „Sie hat uns vom Kurs abgebracht und zum Sternenturm gedraengt.“, erklaert er mit fester Stimme weiter.    „Ja?“ hackt der Feuerwerker nach.    „Die Laisviejda ist das schnellste Schiff im ganzen Reich. Aber gegen den schwimmenden Adtoghan Rhawyan, machtlos, der ueberall auftauchen kann.“    „Und warum zum Sternenturm?“ Seiks oeffnet den Mund und bleibt einen Moment stumm. „Mist. Wenn sie den Gefangenen befreien wollte, haette sie uns nie auf ihre Faehrte gelotst.“    Artifice fasst sich an sein Kinn und ueberlegt. „Was ist, wenn sie uns nicht abgedraengt, sondern unseren Weg gekreuzt hat?“    Seiks schweigt und Cura haelt einen kaum wahrnehmbaren Augenblick inne. „Dann haetten wir ueber den Arachnid Meldung machen muessen, der jetzt nicht mehr auf dem Schiff ist.“ beendete Seiks den Satz.    Die einzigen, die auf einem Schiff des Dunklen Reiches wissen, wer der Arachnid ist und gedanklich Zugang zu ihm haben, sind der Capitaen und sein Steuermann. Eine Vorsichts- maßnahme des Reiches, um die Schiffe und besonders die Laisviejda zu kontrollieren. Birgt jedoch auch eine Gefahr. Die Arachniden sind ein kriegerisches, kannibalisches Volk, nur schwer zu kontrollieren. Das einzige, was Ursidaes Leben und Seiks bisher von dem Arachnid trennte, war die Macht ueber das Schiff. Ursidae ist weg. Seiks hingegen hat Faehigkeiten entdeckt, einem Arachniden ueberlegen zu sein und in seinem Uebereifer, ihn aus dem Weg zu raeumen, gleich beseitigt. Seiks hat nie vor der Mannschaft das Verschwin- den des Arachniden erwaehnt. Seit dem Zwischenfall auf dem Weltenmeer fehlt nur ein Mitglied auf dem Schiff und das ist Coelotes. Es ist fuer alle Anwesenden nicht schwer zu erraten, dass er der Arachnid war und Seiks, als einziger Swelom mit dieser besonderen Faehigkeit ausgestatet ist, einen Arachniden zu toeten.    Artifice bleibt der Mund offen stehen und selbst Cura blickt entsetzt auf, als sie das erkennen. Wenn der Swelom vor ihnen nicht nur große koerperlichen Kraefte, sondern diese Macht besitzt, es sogar mit einem ausgewachsenen Arachniden auf zu nehmen und die Macht ueber das Schiff besitzt, dann muessen sie sich kuenftig vor ihm in acht nehmen.     „Darum kuemmern wir uns.“ Antwortet Artifice nach langem Schweigen und wechselt in eine zweifelnde Augensprache mit Cura.    „Wie?“ will Seiks wissen. „Wie wollt ihr einen Toten wieder lebendig machen?“    „Darum kuemmern wir uns.“ Cura`s gruene Augen funkeln bestimmt. Keiner von beiden wird Seiks mehr Auskunft geben, damit er sich nicht zufaellig verplappert. Je weniger er weiß, umso besser. „Es wird ein Signal geben. Das eines Arachniden, sobald wir in Arjen sind. Mehr musst Du nicht wissen.“    Seiks keucht. „Mehr muss ich nicht wissen? Wo zum Viejenver war das Signal auf dem Weltenmeer? Das werden sie fragen. Das wird Arroc fragen!“ Jetzt ist es raus. Seiks fuerchtet den Oberbefehlshaber der Arachnidenarmee mehr als alles in der SpielWelt und das spiegelt seine Haltung wider.    Cura versteht endlich das Problem und bricht das Schweigen. Sie muessen aus der Sache raus kommen und sie hat ihren fraulichen Stolz inzwischen lange genug zelebriert. „Arroc ist auch nur eine Schoepfung auf des Traeumers SpielWelt. Und, wie alles auf dieser Welt, besteht er auch nur aus dem, was es hier gibt.“ Endlich schenkt sie Seiks ihr freches Laecheln wieder.     „Und das waere?“     „Erde, Wasser, Blut...“ Sie blickt ihm in die Augen, als sie weiter spricht. „Mineralien, Zellen, Nerven, Knochen, Knorpel, ... das Uebliche. Aber das Wichtigste ist das hier ... .“ Sie oeffnet eine winzige, weißlich leuchtende Phiole. Gerade so groß, wie der Nagel ihres kleinen Fingers, in der ein weißes zerstoßenes Pulver ist. Fasziniert betrachtet sie das sanfte Schimmern, das ihren Augen einen hellen Glanz verleiht. „Das einzige, was in der SpielWelt weiß strahlt, der Stoff, aus dem alle Lebensenrgie beschaffen ist. Selbst ein Arroc, ist ... Laisviej.“ Sie laesst ein winzig kleines, kaum sichtbares pulverkoernchen, in den trank schweben. Augenblicklich faerbt er sich weiß und beginnt einen Moment intensiv zu strahlen. Dann wechselt er die Farbe in ein klares orangebraun. Cura schwenkt den fertigen Trank noch ein wenig und verschließt das kleine Gefaeß.     „Sieht aus wie Rum. Schuette es versehentlich auf die Kleidung, die Substanz dringt sofort durch die Poren in ihn ein.“ Als sie die Gesichter der beiden wahrnimmt, sieht sie verwirrt von einem zum andere. Seiks und Artifice stehen immer noch erstarrt da und glotzen die kleine Phiole mit dem strahlenden Pulver an. Sie schnippt mit den Fingern und laesst das Pulver gedanklich sehr schnell in ihre Tasche gleiten.     „Hey, Jungs. Augen zu mir.“ Erst als sie den Deckel ihrer Tasche schliesst, reagieren die beiden wieder. Sie hat fuer den Moment ganz vergessen, das reines Laisviej eine aeusserst anziehende Wirkung auf alle Sweloms und vereinzelte Inghros hat.    Seiks raeuspert sich als erster. „Ja, gut, Rum. Und was bewirkt das Zeug?“   „Hast du doch gerade gemerkt oder.“ Antwortet Cura schnippisch. Dann lacht sie.    „Nein. Glauben bewirkt es. Du kannst Arroc oder wem auch immer sagen, was wir be- sprochen haben.“    Seiks nimmt das Flaeschchen in seine Riesenhaende und verstaut es dann in seiner Weste.   „Was sagen wir wegen Ursidae?“ Bei der Frage trifft ihn ein Schmerz mitten in seine Brust.     „Du sagst erst mal nur, dass die Rhawyan unseren Kurs gekreuzt hat und zu dem Ge- fangenen im Sternenturm unterwegs war. Der Arachnid hat keine negative Antwort erhalten, also ist der Capitain ihr gefolgt. Am Sternenturm gab es einen Zwischenfall, seit dem wird Ursidae vermisst.“ Artifice dreht den Kopf und schaut hinaus zum Kemelom, der inzwischen ein intensiv leuchtendes gruen angenommen hat und sich wie wallendes Wasser ueber ihnen ergießt. „Der Spaß kann losgehen. Wir sind da.“     Seiks schluckt und schließt einen Moment die Augen. Das Laisviej in der hinteren Ecke leuchtet kurz auf und bildet eine Treppe nach oben, in den Kommandoraum und direkt hinunter, zu Phagus Kueche. Dass die beiden Inghros eine weitere Eigenschaft des Glases kennen, nimmt er in Kauf. Eine Vorsichtsmaßnahme, damit die Mannschaft nichts von ihrem Gespraech mitbekommt.    Der Koch im Unterdeck tut geschaeftig und saeubert uebereifrig und mit seinen Haenden seine Toepfe. Er wuerdigt Seiks keinerlei Aufmerksamkeit und macht seine Missbilligung ueber sein Verhalten ebenfalls Luft, denn all das kann er gleichermaßen, wie Cura vorhin, mit einem Gedankengang. Als Artifice nach oben verschwunden ist, haelt Cura Seiks einen Moment am Arm fest. Der Huehne ueberragt sie um fast zwei Koepfe. Fragend sieht sie zu ihm auf, ihr schlangenartiger Lijwhan umspielt ihn sanft und vorsichtig, versucht ihm Antworten zu entlocken.    „Ursidae wird doch vermisst, ... oder ... ?“ Sie laesst den Satz offen. Seiks sieht ihr in die wunderschoenen strahlenden Augen aus tiefen Moos und fuehlt tausend Nadelstiche auf seiner Haut. Wie soll er so einem wundervollen Geschoepf die Wahrheit sagen, was da drauße zwischen ihm und Ursidae wirklich geschen war? Die Wahrheit, wer Ursidae ist und mit wem er ihn zurueck gelassen hat? Fluechtig und von Cura unbemerkt beruhrt seine Hand die Heckwand des Schiffes, streichelt fast einen zaertlichen Hauch an ihr entlang. Einen Kajim schiessen all die Bilder der letzten Djews wie eine rasante Achterbahnfahrt in seinen Gedanken vorbei, bis zum Sternenturm hinaus, bis zu Ursidae ... bis zu der Frage, ob er ueberleben wird ... , waehrend er Cura ernst und verhaertet ins Gesicht luegt und ihrer Energie widersteht.    „ ... oder, ist fuer uns alle das Beste.“ Er wendet sich ab und geht bewusst gemaechlich hinauf. Gerade noch rechtzeitig, denn ein Schiff der Flotte des Dunklen Reiches kommt ihnen geradewegs entgegen. Das Reich will sie nicht in den Hafen von Arjen einfahren lassen. Hinter der Flotte bleibt der ewige Wasserfall dieses Mal fuer die Laisviejda ge- schlossen. Ein sehr schlechtes Zeichen. Seiks fixiert Artifice vielsagend.     „Sollen wir unsere Version noch ein Mal ueberdenken...?“    „Zu spaeht.“ Knurrt der Feueringhros, entlaedt vorsorglich alle seine Waffen und gibt an die Mannschaft das Alarmsignal weiter. Entweder landen sie alle in Nemundur, oder es ist etwas Schreckliches in ihrer Abwesenheit geschehen.
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Es wird Zeit, diesen Ort wieder zu verlassen und zu den anderen zurueck zu kehren.
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